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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Same - Samoa
wurden durch die Streifzüge von Daniel Boone bekannt, welcher in den Jahren 1769-75 bis zum Red River und Kentucky River vordrang. Von seinen Gefährten und Folgern wurden mehrere Salpeter-Höhlen entdeckt, man erkannte den Wert, begann sie auszubeuten, und in den Wer Jahren waren schon 28 Höhlen in Angriff genommen, ohne die Lager auch nur annähernd zu erschöpfen. Samuel Brown erstattete 1806 der in Philadelphia tagenden ^moi'ican ?1iii0L0iM(Hi Loeiet.v einen Bericht über die Höhlen, die teils in der Kalkstein-, teils in der Sandsteinformation liegen, und beschrieb besonders die bedeutendste Höhle von Madison Coudy in Kentucky.
Diese Höhle lief in horizontaler Richtung quer durch einen Höhenzug und hatte auf jeder Seite desselben einen Ausgang und eine Länge von etwa W0 m.
Drei Unternehmer begannen die Salpeterfabrikation in der um 1809 bekannt gewordenen Mammuthöhle in Kentucky und lieferten den meisten Salpeter für die Schießpulverfabrikation während des Krieges von 1812-15. Die aus der weit und viel verzweigten Höhle durch Ochsengespann zu Tage geförderte Salpetererde wurde in primitiver Weise ausgelaugt, die Lauge durch Einkochen konzentriert, zur Umwandlung von Kalksalpeter in Kalisalpeter mit Holzasche behandelt und dann zur Kristallisation gebracht. Aus 80 Pfund Salpetererde wurden etwa 2 Pfund Salpeter gewonnen. Die fertige Ware wurde auf dem Rücken von Maultieren auf unwegsamen Pfaden durch dicht bewaldete Thäler und Höhen nach den Pulvermühlen der atlantischen Küstenländer geschafft und dort raffiniert. Heute sind noch zahlreiche Spuren jener ersten Benutzung der Höhlen in denselben nachweisbar, unhaltige Abfälle, ausgelaugte Erde und allerlei Geräte; auch die Felsenkirche in der Tiefe, in welcher die Arbeiter beim Lampenlicht ihre Sonntagsandachten hielten, ist noch unverändert vorhanden, und obwohl seit jener Zeit der primitiven Salpeterindustrie in den damaligen Indianerterritorien noch kein Jahrhundert vergangen ist, knüpfen sich doch schon an die Höhlen manche Sagen, welche an mittelalterliche germanische Legenden erinnern.
Same, die älteste und bedeutendste der vier antiken Städte auf Kephalenia, in der Urzeit Sitz der Seeraub und Schiffahrt treibenden Taphier, dann zum Reiche der von Odysseus beherrschten Kephallener gehörig, in historischer Zeit selbständig. Seine Ruinen hat neuerdings Partsch aufgenommen. Die Stadtmauern hatten eine Länge von 3^00 in und umschlossen einen Naum von 37,/Hektar; sie setzten zwei Burgen, die 275 in hohe Akropolis im O. und die 236 in hohe Kyatis im SW., untereinander und mit dem Meere in Verbindung. Von diesem Areal nahm die eigentliche Stadt nur den ebenern Teil unten am Hafen ein. Von hervorragenden Gebäuden bat sich nichts erhalten. Das Gebiet der Stadt umfaßte die heutigen Landschaften Samos, deren Name sich aus dem Altertum erhalten hat, Pylaros und die nördliche Halbinsel Erisos. S. hatte sich den Römern 189 v. Chr. anfangs unterworfen, dann aber sich empört; nach viermonatlicher Belagerung eroberten die Römer durch nächtlichen Überfall die Burg Kyatis und am nächsten Tage auch die Akropolis, wohin sich die Einwohner geflüchtet hatten. Die Stadt wurde darauf zerstört und erst wieder unter den Antoninen aufgebaut. Die kleine Ansiedelung am Strande führt heute wieder bei den Gebildeten den Namen Samos.
Samoa. Die Generalakte der Samoakonferenz zu Berlin erklärte 14. Juni 1889 die Inselgruppe für
ein unabhängiges und neutrales Gebiet, sicherte den Bürgern und Unterthanen der Vertragsmächte (Deutschland, England, Vereinigte Staaten von Nordamerika) Gleichheit der Rechte auf den Inseln zu und bestimmte, daß für die Wiederherstellung von Frieden und Ordnung sofort Sorge getragen werde.
Sie erklärte ferner die Änderung bestehender Verträge und die Zustimmung der sämoanischen Regierung zu dieser Akte, bestimmte die Errichtung eines obersten Gerichtshofes für S. und seme Zuständigkeit, beschränkte die Verfügung der Eingebornen über Ländereien auf der Inselgruppe und trägt Sorge für die Untersuchung der Landansprüche und die Eintragung gültiger Titel, setzte eine lokale Verwaltung für den Ättlnizlpaldistriktvon Apia ein und bestimmte die Zuständigkeit des Munizipalmagistrats, regelts die Besteuerung und Einkünfte der Inselgruppe und beschränkte endlich den Verkauf und Gebrauch von Waffen, Munition und berauschenden Getränken.
Die frühere Störung in den politischen Verhältnissen der Gruppe macht sich noch sehr nachhaltig in den gesunkenen Kultur- und Handelsverhältnissen geltend. Von den 3200HektarKulturlandesderDeutschen Handels- und Plantagengesellschaft sind bepflanzt mit Kokospalmen 2000,' mit Baumwolle 640, mit Pfeffer 32, mit Kaffee, Mais, Bananen u. a. 146,4 Hektar.
Der Wert des kultivierten Landes beträgt 600,000, jener des unkultivierten 440,000 Dollar; auch besitzt die Gesellschaft 1400Ninder und 130Pferde und Esel.
Nahezu 1000 mikronesische Arbeiter stehen unter 15 europäischen Aufsehern und Verwaltern. Eine in San Francisco gegründete (^6nti'9.1 ^oi^n Osiau I^anä ^oin^n)' soll 8000Hektar während des Krieges durch Tausch gegen Waffen und Munition erworben haben, doch ist der größte Teil dieses Besitzes noch nicht anerkannt. Die Pflanzungen der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft lieferten 1888 und 188N folgende Ernten: Kopra 876 und 720 Ton., Baumwolle 821,500, bez. 579,100 Pfund in Saat, Kaffee 12, bez. 7 T., Bananen, Orangen, Ananas 2c. für 22,000 Mk. Der große Ausfall 'der Ernte von 1889 zeigt, welchen Schaden der im August 1888 ausgebrochene Bürgerkrieg und der Orkan im März 1969 der Gesellschaft zugefügt haben. Dies ist auch aus den Verschiffungen der nicht von den Pflanzungen der Gesellschaft stammenden Artikel ersichtlich; 1888-89 wurden verschifft 3015, 1889 - 90 aber nur 905 T.
Kopra. Die von der Gesellschaft bewerkstelligte Ausfuhr von Kopra hat in den letzten Jahren zwischen 7000 und 10,000 T. betragen. Hierunter fällt die von Tonga, Niue (Savageinsel), Wallis, Futuna,
Fidschi ausgeführte Kopra. Der Wert der Einfuhren der Deutschen Gesellschaft betrug 1888: 880,000 und 1889: 1,200,000 Mk. Die Amerikaner führten 1888 für 60,700, 1889 für 90,900 Doll. (davon deutsch 24,500, bez. 41,300 Doll.) ein. In den Hafen von Apia liefen 1889: 225 Schiffe ein. Deutsche Schiffs wurden 178 ein- und 177 ausklariert; Gesamtgehalt derselben 28,189 T. Da die Deutschen zahlreiche Handelsniederlassungen auch auf den übrigen In^ seln der Südsee haben, so ist deren Küstenschiffahrt weitaus die bedeutendste und beschäftigt 21 Schoner und Kutter mit einem Gehalt von 1520 T., während englische Firmen nur 3 Küstenfahrer mit 156 T. beschäftigen. Bisher waren die Produkte der Eini und Ausfuhr zollfrei, und die Haupteinnahmequelle bildete die Kopfsteuer (2 Doll.), welche 1887 ein Erträgnis von 21,000 Doll. lieferte. In neuester Zeit wurde mit der Ein Hebung des im Berliner Vertrag