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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Smith - Sobbe
ergeben. Wie die Insekten und Tausendfüßer atmen sie durch Tracheen, die allerdings bei den meisten von ihnen in besonderer, an die Kiemen der Krebstiere erinnernden Art, als sogen. Lungensäcke von blätterigem Bau ausgebildet sind. Und auch durch ihre Scheren und Kämme erinnern viele Skorpione und andre Spinnentiere stark an Krebstiere. Nun war schon wiederholt, namentlich von Ran Lankester, der Nachweis versucht worden, daß wenigstens eine kleine Abteilung der letztern, die sogen. Schwertschwänze (I^iniuluß), eine sehr alte, noch heute im Molukkenkrebs fortlebende Gruppe, nahe Beziehungen zu den Spinnentieren aufweisen. I^iinulu8 besitzt an seinen Hinterleibsfüßen lamellöse Kiemenanhänge, welche wie die Blätter eines Buches übereinander liegen, und da auch die Lungensäcke einen ähnlichen Bau zeigen und eine entsprechende Lage einnehmen, schloß man, daß sie den ins Innere des Körpers einbezogenen Kiemen entsprechen möchten.
Dazu kommen andre, den Molukkenkrebsen, Skorpionen und Spinnen gemeinsame Charaktere, z. B. die Kaufortsätze an den Hüften der vordern Beinpaare, die Leberausstülpungen des Mitteldarmes, die mit den Nieren der Krebse vergleichbare Coxaldrüse der Skorpione, so daß bei den mannigfachen Nnähnlichkeiten der Spinnentiere und Insekten ein etwaniger Anschluß der erstern an die Krebstiere nicht von der Hand zu weisen war. Dafür gibt nun die von Laurie verfolgte Entwickelungsgeschichte des Skorpions weitere Anhaltspunkte. Wie bei den Insekten (Bd. 18, S. 446), schließen sich den Brustfüßen, die im vollkommenen Tiere allein ausgebildet werden, die Anlagen sechs weiterer Hinterleibsbeinpaare als Erinnerung an mehrfüßige Ahnen der Spinnentiere wie der Insekten an, und die Umbildung dieser beim Krebskörper bleibenden Hinterleibsfüße ist von großem Interesse. Das erste Paar derselben geht zu Grunde, und hier entstehen die Opercula, auf denen die Geschlechtsöffnungen zu liegen kommen, ein Verhalten, welches mit dem des Molukkenkrebses große Ähnlichkeit hat. Das zweite Hinterleibsfußpaar wird zu den sogen. Kämmen an der Bauchseite des zweiten Hinterleibssegmentes der Skorpione. An der Hinterseite der vier folgenden Fußpaare bilden sich durch Einstülpung die Lungensäcke des Skorpions, und dieselben würden somit genau an den Stellen entstehen, wo beim Molukkenkrebs die Kiemenblätter stehen, und somit die Ansicht unterstützen, daß die Spinnenlungen nach innen verlegten Krebstiemen entsprechen. Auch die Bildung der innern Organe, der Darmausstülpungen, Leber- und Nierenorgane entspricht dem Verhalten bei den Krebstieren.
Die an der Basis der dritten Gangbeine des Skorpions gelegene Coxaldrüse sieht Laurie mit Bestimmtheit als Niere an, und sie wäre somit den Nierenkanälen (Nephridien) der Krebse und Ringelwürmer zu vergleichen. Eine große Anzahl von Merkmalen verbindet also die Skorpione und somit alle Spinnentiere näher mit alten Krebsformen als mit den Insekten.
Folgt man nun aber diesen Fingerzeigen und leitet die Spinnentiere, welche zu den ältesten Gliedertieren gehören (vgl. Bd. 17, S. 764), von den Krebstieren ab, so wird es nötig, eine doppelte Entstehungsweise der Tracheen anzunehmen, denn die Spinnentiere behaupten in ihrem gesamten Bau eine so ausgesprochene Sonderstellung, daß sich die übrigen Tr'acheen Uere (Tausendfüßer und Insekten) nicht von ihnen ableiten lassen. Und doch haben wieder die Pseudoskorpione und manche Milben ganz ähn liche röhrenförmige Tracheen wie die Insekten, während die Mehrzahl der Spinnentiere solche blätterige Atmungsorgane haben, wie sie bei dem S. aus den Kiemen der Krebse ähnlichen Blättern entstehen.
Man wird also den röhrenförmigen Tracheen einzelner Spinnentiere einen gesonderten, nachträglichen Ursprung, resp. Umbildung zuschreiben müssen und darf dann den gemeinsamen Namen der Tracheaten (für Insekten, Tausendfüßer und Spinnentiere) nicht mehr in dem Sinne brauchen, als solle dadurch die nähere Blutsverwandtschaft der drei Gruppen angedeutet werden.
Smith, 9) William Henry, brit. Staatsmann, wurde im Mai 1891 an Stelle Lord Granvilles zum Oberrichter der Fünfhäfen (I^oiä ^Vaiclen of tk6 einlaß ?ort8, vgl. Bd.4, S. 138) ernannt, ein Ehrenamt, das seit den Tagen des jüngern Pitt nur Peers bekleidet hatten, und das nun zuerst wieder einem Mitglied des Unterhauses zufiel. Doch war es S. nur kurze Zeit vergönnt, sich dieser neuen Ehre zu erfreuen; 6. Okt. 1891 starb er nach kurzer Krankheit auf seinem Amtssitz Schloß Walmer. Nach seinem Tode wurde seine Witwe zur Peerswürde erhoben, mit dem Rechte, dieselbe auf ihren Sohn Frederick S. zu vererben, welch letzterer auch als Nachfolger seines Vaters für den Londoner Wahlbezirk Strand ins Unterhaus gewählt wurde.
Smolka, Stanislaw, poln. Geschichtsforscher, geb. 1850 zu Lemberg als Sohn des bekannten Präsidenten des österreichischen Abgeordnetenhauses, stu! Vierte in Lemberg und Göttingen, habilitierte sich> 1875 an der Universität Krakau, wurde daselbst 1883! Professor der allgemeinen Geschichte und ist seit 1890 Generalsekretär der dortigen Akademie der Wissenschaften. Er schrieb: »Die Archive inPreußisch-Polen« (1875); »Ferdinands I. Bemühungen um die Krone von Ungarn« (Wien 1878); »Polen und die Hussitenkriege« (1879); das Hauptwerk: Mieszko der Alte und seine Zeit« (1880); »Über die Gesellschaftsordnung Polens unter den Piasten« (1881); »Historische Skizzen« (1882-83, 2 Bde.); »Josef SZujski'c (1883); »Das Jahr 1386« (1886); »Klejstut und Jagiello« (1888) und zahlreiche Abhandlungen in den »Jahrbüchern der königlichen Akademie der Wissenschaften«.
Smyrnas Handelsbewegung im I. 1890 belief sich auf 133,389,340 Mk., wovon 57,561,372 Mk. auf die Einfuhr und 75,827,968 Mk. auf die Ausfuhr entfielen. Die Einfuhr bestand namentlich aus Mode-, Baumwoll- und Wollwaren, Leder, Walzeisen, Steinkohle, Reis, Kaffee, Zucker, Butter, Bauholz, Brettern 2c. Ausgeführt wurden vor allem Knoppern, Sultaninen, Feigen, Gerste, Rosinen, Baumwolle, Opium, Teppiche. Der Schiffsverkehr betrug 1923 Dampfer von 1,428,168 Ton. und 3549 Segelschiffe von 103,689 T.; am meisten beteiligt war die britische Flagge, dann die französische, österreichisch-ungarische, russische:c. Die deutsche war zum erstenmal in nenneswerter Weise vertreten (28 Dampfer von 32,912 T.), da die Hamburger Levante-Linie feit Juli 1890 S. regelmäßig anlaufen läßt.
Sobbe, Ludwig von, preuß. General, geb.9.März 1835 zu Trier, Sohn des 1877 verstorbenen Kavalleriegenerals Dietrich von S., wurde im Kadettenkorps erzogen, trat 1853 als Leutnant in das Gardeschützenbataillon, besuchte 1858-61 die Kriegsakademie, wurde 1863 in der Garde Brigade-, 1864 Divisionsadjutant, 1865 Hauptmann und Kompaniechef im 5. Jägerbataillon, mit welchem er den Krieg in Böhmen 1866 mitmachte, und 1866 Adjutant bei