Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: A'Beckett; Abd ur-Rahmân; Abduzieren; Abegg; Abĕken; Abel

26

Abd ur-Rahmân (Feldherr) - Abel (Karl von)

Abd ur-Rahmân, arab. Feldherr, s. Abd ar-Rahmân.

Abduzieren (lat.), abführen, wegbewegen; davon Abduktion, Wegführung, Wegbewegung (z. B. eines Gliedes von der Körperachse).

A'Beckett, Arthur William, engl. Schriftsteller, geb. 25. Okt. 1844 zu London-Hammersmith aus einer alten Familie in Wilts, Sohn des Polizeirichters Gilbert Abbott A'., der zahlreiche Dramen, Opern und allerlei Burlesken, u. a. "Comic Blackstone" (1854; neue Ausg., von A'. teilweise umgearbeitet, 1886) veröffentlichte. A'. erhielt 1861 einen niedern Posten im Kriegsamte, widmete sich aber seit 1864 in London der Schriftstellerei. Er gab "Glowworm", ein Abendwitzblatt, heraus, dann mehrere ähnliche, wie "Tomahawk", war im Kriege 1870-71 Specialberichterstatter des "Standard" und des "Globe", 1872-74 Sekretär des Herzogs von Norfolk, seitdem Mitarbeiter am "Punch", in den er außer andern humoristischen Artikelserien die Lärm erregenden "Papers from Pumphandle Court, by A. Briefless" (Sonderausgabe 1889) lieferte. Ferner schrieb er die Novellen "Fallen among thieves" (3 Bde., 1870; von ihm mit Palsgrave Simpson dramatisiert als "From father to son"), "Tracket out. A secret of the guillotine" (1888) und "Hard luck, or a murder at Monte Carlo" (1890), die dreiaktigen Lustspiele "L. D. S." und "About Town" (1875, 150mal ununterbrochen gespielt), das einaktige Familiendrama "On strike", "Faded flowers", "Long ago", "The ghost of Greystone Grange" (1878), außerdem "Our holiday in the Scottish highlands" (1876).

Abegg, Jul. Friedr. Heinr., Kriminalist, geb. 27. März 1796 zu Erlangen, studierte die Rechte zu Erlangen, Heidelberg und Landshut, begann 1820 zu Königsberg Vorlesungen, wurde 182l außerord., 1824 ord. Professor und wirkte seit 1826, an der Universität zu Breslau, wo er 29. Mai 1868 starb. A. wollte Philosophie, Geschichte und praktisches Recht der Gegenwart im Zusammenhang darstellen. In diesem Sinne ist z. B. sein "Lehrbuch der Strafrechtswissenschaft" (Neust. a. d. O. 1836) bearbeitet. Noch sind zu nennen: "System der Kriminalrechtswissenschaft" (Königsb. 1826), "Lehrbuch des Kriminalprozesses" (ebd. 1825; 2. Aufl. 1833), "Die verschiedenen Strafrechtstheorien" (Neust. a. d. O. 1835), "Die Berechtigung der deutschen Strafrechtswissenschaft der Gegenwart" (Braunschw. 1859), "Über die Verjährung rechtskräftig erkannter Strafen" (Bresl. 1862).

Abĕken, Bernh. Rud., Philolog und Schulmann, geb. 1. Dez. 1780 zu Osnabrück, studierte seit 1799 zu Jena Theologie, ging 1802 als Hauslehrer nach Berlin und war 1808-10 Lehrer der Söhne Schillers in Weimar, dann Lehrer am Gymnasium zu Rudolstadt, seit 1815 an dem zu Osnabrück, wo er 1841-63 Rektor war. Er starb dort 24. Febr. 1866. Von den schriftstellerischen Arbeiten A.s sind außer der Gesamtausgabe der Werke Mösers (10 Bde., Berl. 1842-43) hervorzuheben: "Beiträge zum Studium der Göttlichen Komödie Dante Alighieris" (ebd. 1826), "Cicero in seinen Briefen" (Hannov. 1835); mehrere Beiträge zur Goethe-Litteratur, namentlich "Goethe in den J. 1771-75" (ebd. 1861; 2. Aufl. 1865).

Abĕken, Christian Wilh. Ludw. von, sächs. Justizminister, Neffe von Bernh. Rud. A., geb. 21. Nov. 1826 zu Dresden, studierte 1845-48 in Leipzig und Heidelberg die Rechte und trat dann in den sächs. Staatsdienst. A. wurde 1856 Staatsanwalt in Borna, 1858 Bezirksgerichtsrat, 1863 Appellationsgerichtsrat in Dresden, 1866 Geh. Justizrat und vortragender Rat im Justizministerium sowie Mitglied der Prüfungskommission, 9. Okt. 1871 Justizminister. Vom 24. Febr. 1873 bis 21. Nov. 1878 war er sächs. Bevollmächtigter beim Bundesrat. Am 18. Juni 1878 wurde A. in den erblichen Adelstand erhoben. Er starb 15. Okt. 1890 in Dresden.

Abĕken, Heinrich, preuß. Staatsbeamter, Neffe von Bernh. Rud. A., geb. 19. Aug. 1809 zu Osnabrück, studierte Theologie und Philosophie, ging 1831 nach Rom, wo er 1834 Prediger der preuß. Gesandtschaft (damals von Bunsen verwaltet) wurde. Nach Deutschland zurückgekehrt, ging er 1841 nach England, um im Auftrage Friedrich Wilhelms IV. für ein Deutsch-Englisches Protestantisches Bistum in Jerusalem zu wirken, reiste dann als Begleiter von Lepsius nach Ägypten und Äthiopien und wurde nach seiner Rückkehr Legationsrat im Ministerium des Äußern in Berlin, wo er als gewandter Concipient Depeschen, Denkschriften u. s. w. der höhern Politik entwarf. Seit 1853 vortragender Rat, später anch von Bismarck hoch geschätzt, machte er den Deutschen Krieg von 1866 und den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 und 1871 im Hauptquartier mit. Er starb 8. Aug. 1872 zu Berlin. Von ihm erschien anonym ein scharfes Sendschreiben an die Gräfin Hahn-Hahn, "Babylon und Jerusalem" (Berl. 1851).

Abel (hebr. Hebel, "Hauch", "Nichtigkeit"), nach der Bibel Adams zweiter Sobn, Hirt, wurde von seinem ältern Bruder Kain, aus Neid über die günstigere Aufnahme, die A.s Opfer bei Jahwe fand, erschlagen. Die Erzählung im 1. Buch Moses (4, 1-16) gehört den sog. jahwistischen Berichten an und ist palästinischen Ursprungs.

Abel, Karl von, bayr. Staatsmann, geb. 17. Sept. 1788 zu Wetzlar, besuchte 1806-9 die Universität zu Gießen und die Rechtsschule seiner Vaterstadt und wurde 1818 Polizei- und Stadtkommissar zu Bamberg, 1819 Regierungsrat zu München, 1827 Rat im Ministerium des Innern. Seine polit. Thätigkeit begann er als Regierungskommissar bei dem Landtage von 1831, wo er für Preßfreiheit sprach. Als Mitglied der Regentschaft in Griechenland (s. d.) geriet er in Opposition zum Grafen Armansperg und wurde 1834 zurückberufen. Nach der Entlassung des Fürsten Öttingen-Wallerstein 1837 wurde A. zum Wirkl. Staatsrat ernannt; außerdem erhielt er das Ministerium des Innern zunächst provisorisch, im April 1838 endgültig. In der Zwischenzeit hatte er Fühlung mit den Ultramontanen gewonnen und wurde bald deren Führer. Die Opposition gegen das absolute Regiment des Ministers (s. Bayern) ermannte sich allmählich, besonders da man trotz der Abneigung des Königs gegen die Jesuiten deren Berufung fürchtete. Als der König ihm 15. Dez. 1846 das Kultus- und Unterrichtsministerium entzog und er wegen der Lola Montez (s. d.) mit den übrigen Ministern 17. Febr. 1847 entlassen wurde, war das Jesuitenregiment gestürzt. A. wurde jetzt bayr. Gesandter in Turin, von wo er 1849 zurückkehrte. Die Ultramontanen wählten ihn im Sommer 1848 in die Zweite Kammer, wo man seine Verwaltung heftig angriff; er gewann aber keinen Einfluß mehr, zog sich 1850 aus dem polit. Leben zurück und lebte auf seinem Gute Stamsried. Am 3. Sept. 1859 starb er zu München. - Vgl. Abel und Wallerstein, Beiträge zur neuesten Geschichte bayr. Zustände