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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Abome; Abominabel; Abongo; Abonnement; Abony; Abordage; Aboriginer; Abort

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Abome - Abort

Samuel J. May, Recollections of our Anti-Slavery conflict (1869); W. L. Garrison, Story of his life. Told by his children (4 Bde., 1885-89); W. Jay, Miscellaneous Writings on Slavery (1853); von Holst, Verfassungsgeschichte der Vereinigten Staaten von Nordamerika (4 Bde., Berl. 1878-91).

Abome oder Agbome, Hauptstadt des Negerreichs Dahome in Oberguinea im NW. Afrikas, 2° östlich von Greenwich, in 325 m Höhe, 120 km von der Küste entfernt, in der gewellten Ebene eines fruchtbaren und wohlgepflegten Gartenlandes, hat 30 000 E.; tiefe Gräben, eine Umzäunung mit stachligen Bäumen und gemauerte Thore verleihen dem Ort das Aussehen einer Festung. Innerhalb derselben befindet sich der königl. Palast, von einer Mauer (3 km) umschlossen. A. wurde 17. Nov. 1892 ohne Kampf von den Franzosen besetzt. (S. Dahome.)

Abominabel (lat.), abscheulich.

Abongo, Volksstamm, s. Französisch-Kongo.

Abonnement (frz., spr. abonnmáng), abonnieren (frz. abonner), Vertrag auf Abnahme einer Reihe gleichmäßiger oder einander ähnlicher Leistungen zu einem niedrigern, in der Regel vorauszuzahlenden Gesamtpreise, wäbrend sonst die Leistungen einzeln zu einem höhern Einzelpreise gewährt werden. Das A. kommt namentlich beim Theater, bei Konzerten, Schaustellungen, auch beim Mittagstisch, Bücherleihen, bei Zeitungen u. s. w. vor. Soll ausnahmsweise in einer Reihe von Leistungen, auf welche jemand gegen einen stehenden Partiepreis abonniert bat, wegen besonderer Kosten oder aus besondern Gründen eine einzelne Leistung nicht zu dem Partiepreise gewährt werden, so heißt es: das A. ist aufgehoben (abonnement suspendu). Über Abonnementsbillets im Eisenbahnverkehr s. Eisenbahntarife. Abonnent (frz. abonné) heißt derjenige, welcher abonniert.

Abony (spr. obbonj) oder Szolnok-Abony, Marktflecken und Hauptort des Stuhlbezirks A. (43 882 E.) im ungar. Komitat Pest-Pilis-Solk-Kleinkumanien, an der Linie Ezegled-Szolnot der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 12 012 E., in Garnison eine Eskadron des 7. ungar. Husarenregiments "Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen".

Abordage (frz., spr.-dahsch), Zusammenstoß von Schiffen (s. Kollision).

Aboriginer, bei den alten Römern die Einwohner eines Landes von Ursprung an (ab origine). Der griech. Ausdruck dafür ist Autochthonen (s. d.). In der Ethnographie wird das Wort noch jetzt in ähnlichem Sinne gebraucht. In der röm. Sagengeschichte führt diesen Namen (der, nach der Schreibweise der griech. Schriftsteller zu schließen, lat. vielleicht Aborigínes, nicht Aborígines ausgesprochen wurde) ein Volk, das in den Hochthälern des Apennin in der Gegend von Reate (jetzt Rieti) wohnte. (S. Lateiner.) Die neuere Wissenschaft bezweifelt indes das Vorhandensein eines Volks dieses Namens.

Abort, Abtritt, Appartement, Klosett, Privet, Retirade, der Ort zur Aufnahme der menschlichen Entleerungen innerhalb größerer oder besonders zu diesem Zweck errichteter kleiner Baulichkeiten. Die richtige Einordnung des A. in den Grundriß namentlich der Wohnhäuser bildet eine der schwierigsten Aufgaben des Baumeisters. Zunächst muß auf die Lage des A. besondere Rücksicht genommen werden. Zu beachten ist: 1) Der A. ist nicht zu weit von den eigentlichen Wohnräumen entfernt anzulegen; 2) muß er vor allem gut erleuchtet und gut ventiliert sein, da nur so vollkommene Reinlichkeit zu erreichen ist; 3) muß er hinreichend geräumig sein, damit der Benutzer sich frei in ihm bewegen kann; 4) muß er aus Materialien hergestellt sein, die dem zerstörenden Einfluß der menschlichen Abfallstoffe sowie den sich aus diesen entwickelnden Gasen widerstehen. In der Abortzelle befindet sich die eigentliche Aborteinrichtung, die aus dem Abortbecken und Abortsitz besteht. Letzterer ist ein Kasten meist von Holz, in dessen oberer Platte sich ein kreis- oder ovalförmiger Ausschnitt, die Abortsbrille, befindet. Diese ist durch einen Deckel verschließbar zu machen, damit das Entweichen übler Gerüche in die Abortzelle und weiter in das Haus vermieden wird. Das Abortbecken, das den Zweck hat, von der breitern Brille zum Abfallrohr überzuführen, besteht meist aus emailliertem Eisen oder glasiertem Porzellan, d. h. aus glattem, der Beschädigung wenig ausgesetztem Material. Der Reinlichkeit halber müssen, wenn möglich, Spülungen des Beckens mit Wasser geschehen. Diese Wasserklosetts treten in Frankreich schon 1750 unter dem Namen lienx à l'anglaise auf, wurden 1775 dem Uhrmacher Alexander Cummming für England patentiert. Man unterscheidet 1) eine dauernde Spülung, welche nur bei reichlichem Wasservorrat eingerichtet werden kann, dafür aber die größte Sicherheit für Geruchlosigkeit bietet; 2) eine Spülung nach jedesmaliger Benutzung, entweder durch die betreffende Person oder selbstthätig; 3) eine Spülung in bestimmten Zwischenräumen, die namentlich in öffentlichen Gebäuden (Schulen, Bahnhöfen) rätlich ist. Um die aus dem Abfallrohre aufsteigenden Gerüche abzuschließen, was durch den Abtrittsdeckel nie vollständig möglich ist, wird der Verschluß durch eine mit Wasser gefüllte Pfanne besorgt, welche ein Hebel oder ein Gegengewicht von unten gegen den Beckenmund hebt. Neuer ist der Verschluß durch eine Klappe, welche so balanciert ist, daß sie bei größerm Gewicht niederschlägt, sich aber schließt, wenn nur noch ein Rest Wasser im Becken sich befindet. Von besonderm Wert sind die Verschlüsse mittels Siphon (s. d.). Auch für die Desinfektion der Abfallstoffe ist thunlichst schon im A. zu sorgen, indem man gleich zur Spülung eine Desinfektionsflüssigkeit benutzt oder nach der Wasserspülung dieselbe in geringern Mengen in das Becken führt. Auch trockne Erde, Asche u. dgl. wird zur Desinfektion verwendet. Für Orte, in denen eine Kanalisation noch nicht besteht, oder für Kranke hat man tragbare A. (Zimmerklosetts) konstruiert, bei denen Vorkehrungen gegen die Verbreitung des Geruchs besonders nötig sind. Die Lüftung der A. geschieht am einfachsten durch ein aus dem Abfallrohr über das Dach hinaussteigendes Rohr (Stankrohr), in welchem eine ständige Luftbewegung die Gase nach oben entführt.

Litteratur. C. Möllinger, Handbuch der zweckmäßigen Systeme von Abtritt-Senkgruben und Sielanlagen (2. Aufl., Halle 1867); A. Müller, Die Ziele und Mittel einer gesundheitlichen und wirtschaftlichen Reinhaltung der Wohnungen (Dresd. 1869); F. Liger, Fosses d'aisances, latrines, urinoires er vidanges (Par. 1875); Petermann, Die Anlage wasserdichter Abtrittsgruben (2 Tle., Stuttg. 1871-77); A. Lorenz, Abtritts- und Senkgrubenanlagen (Reichenberg 1878); Friedrich, Das Friedrichsche Desinfektionsverfahren (Lpz. 1881); R. Klette, Abortsanlagen (ebd. 1881); Handbuch der Architektur, Tl. 3, Bd. 5 (Darmst. 1883).