Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: A. Br.,; Abplattung; Abpochen; Abpreßmaschine; Abprobieren; Abprotzen; Abputz; Abrachius; Abraham; Abraham a Santa Clara

58

Abplattung - Abraham a Santa Clara

der Füllungen oder mit der A. her. Die im Texte abgebildete A. der Firma Ernst Kirchner & Comp. in Leipzig hat eine rasch rotierende Messerwelle a, gegen welche die Füllung b angedrückt wird. Um die gewünschte Breite der Abplattung zu erhalten, sind die beiden Tische cc auf oder nieder zu bewegen. Die Füllung wird zwischen der Führungswand d und dem Führungswinkel e von Hand aus dem Messerkopf zugeführt und die Führungen sind je nach der Holzstärke enger oder weiter zu stellen. Indem man sowohl längs als auch quer gegen die Holzfaser arbeitet, erzielt man mit der A. ganz reine Flächen.

Abplattung, bei den Himmelskörpern der Unterschied zwischen dem Äquator- und dem Poldurchmesser, ausgedrückt in Teilen des Äquatordurchmessers. Sie ist wahrscheinlich bei allen Himmelskörpern vorhanden, die eine Rotation haben, und deutet darauf hin, daß diese Körper früher in feurig-flüssigem oder gasförmigem Zustande gewesen sind. Von den Planeten hat Saturn die größte A., nämlich 1/9; dann kommt Jupiter mit 1/16 und die Erde mit 1/293 (nach Clarke). Bei Venus und Mars, ebenso wie bei Sonne und Mond haben sorgfältige Messungen keine wahrnehmbare A. ergeben; bei Uranus und Neptun wird eine A. von erheblichem Betrage vermutet, doch stößt deren genaue Bestimmung auf Schwierigkeiten, da diese beiden Planeten wegen ihrer großen Entfernung von der Erde aus nur als ganz kleine Scheibchen gesehen werden.

Abpochen, das Aufschließen (s. d.) erzhaltiger Abgänge und Zwischenprodukte durch Pochwerke.

Abpreßmaschine, Maschine, die in der Buchbinderei (s. d.) zum Anbringen des Falzes dient.

Abprobieren, die vor Beginn der Schicht (s. d.) durch zuverlässige Unterbeamte vorzunehmende Untersuchung der Grubenräume auf Anwesenheit von Schlagwettern. Das A. geschieht mit Wetterlampen, an deren ganz klein zu stellender Flamme die aus Grubengas (CH4) und atmosphärischer Luft bestehenden Schlagwetter verbrennen. Bei geringen Grubengasmengen bilden sie auf der Flamme einen blauen Saum, bei größern einen blauen Kegel, der schließlich das Innere der Lampe ausfüllt. An der mit Rüböl gespeisten Davy-Lampe bemerkt man den blauen Saum bei 2 Proz., an der Benzinlampe von Wolf bei 1 Proz., an der Spirituslampe von Pieler schon bei ¼ Proz. Grubengasgehalt der Luft.

Abprotzen, s. Auf- und Abprotzen.

Abputz, Putz oder Bewurf, bei Gebäuden der Überzug von Kalkmörtel, Cement, Gips oder Lehm, womit man Mauern, Wände und Decken bekleidet, sowohl der Verschönerung wegen als auch um die nachteiligen Einwirkungen der Witterung zu verhindern. Während zum äußern A. Cement, hydraulischer Kalk, scharfer Sand, auch Asphalt vorzugsweise gewählt wird, verwendet man zum innern A. besonders Gips, außerdem Kalkmörtel, bisweilen auch Lehmmörtel (Lehm und Sand). Für direkt vom Feuer berührte Stellen eignet sich nur Lehmputz. Je nachdem beim A. mehr oder weniger auf Schönheit des Aussehens Rücksicht genommen wird, unterscheidet man Rauhputz (Berapp, Rappputz) und Glattputz, welcher letztere durch Ziehen von Fugen und durch Aufputzen von Spiegeln oder Facetten zur Nachahmung von Quaderungen verwendet wird. Eine sehr dauerhafte Art des äußern A. ist der Spritzbewurf, welcher mit der Kelle an die Wand angeworfen, aber nicht verrieben wird, sondern rauh bleibt. Besondere Aufmerksamkeit bedarf der A. der Decken, wo durch Rohrbeleg, Lattenwerk erst für den A. eine Unterlage geschaffen werden muß. Der feinste und schönste A. für das Innere ist der Weißstuckputz mit polierter Oberfläche; bei farbiger Behandlung demselben erhält man den sog. Stuccolustro und den Stuckmarmor (s. Stuccaturarbeit). Die Verwendung des A. bei der Façadenbehandlung ist sehr alt. Die Antike hat ihn auch im Innern mit Meisterschaft gehandhabt. Im Mittelalter bewarf man vielfach die Rohmauern mit Spritzbewurf und bildete Ornamentfriese als Façadenschmuck um die Fenster, Thore in glattem Putz. Es ist dies ein Anfang zu der malerischen Ausbildung des A. im Sgraffito (s. d.). Im 17. und 18. Jahrh. verwendete man dann den A. mit großer Meisterschaft in ästhetisch richtiger Weise, indem man die Flächen durch Rahmenwerk teilte und mit Stuckornamenten belebte. In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts und auch gegenwärtig noch wurde der A. zur Nachahmung des Steinbaues verwendet. (S. auch Anstrich.)

A. Br., naturwissenschaftliche Abkürzung für Alexander Braun (s. d.).

Abrachius (grch.), Mißbildung ohne obere Glieder.

Abraham, kleines Ohrröhrchen, s. Hörmaschinen und Hörrohre.

Abraham, der Patriarch von Hebron, nach der israel. Vätersage Stammvater der Israeliten und verwandter Völker, Gründer des Heiligtums zu Hebron und dort in der Machpelahöhle begraben. Diese Höhle ist noch jetzt eins der größten Heiligtümer der Mohammedaner. Auch der heilige Baum, unter welchem Gott dem A. nach der Sage erschien (1 Mos. 18), und dann von A. der Altar errichtet wurde, wird noch gezeigt. Wahrscheinlich war A. ursprünglich ein von dem Stamme Kaleb, dessen Hauptstadt Hebron war, verehrter Heros, und wurde erst infolge des Anschlusses Kalebs an Juda unter David in die Rolle eines örtlichen Heiligen und Gründers der ihm ursprünglich eignenden Kultstätte herabgedrückt. Die Verknüpfung A.s mit den übrigen Patriarchen, seine Herleitung aus dem Osten und die Ableitung Israels von ihm setzt die Führerschaft des Stammes Juda in Israel voraus, die mit David eintrat; die Herleitung nichtisrael. Stämme von A. verrät freundliche Beziehungen dieser zum Heiligtume von Hebron und seinem Orakel. Die Form seines Namens Abram ("hoher Vater"), die er nach der jüngsten Schicht der Sage im Pentateuch bei Annahme der Beschneidung mit A. ("Vater der Menge") vertauscht haben soll, ist wahrscheinlich nur mundartliche Nebenform. Die spätere jüd. Spekulation legte dem A. umfassende astron. und philos. Gelehrsamkeit bei, die Erfindung der Buchstabenschrift, die Traumdeutekunst u. s. w. Er wird selbst als im Paradies bevorrechtet geschildert (Luk. 16,22). Auch den Mohammedanern gilt A. als Heiliger und heißt der Freund Gottes, soll auch die heilige Kaaba in Mekka erbaut haben. (S. auch Hagar, Isaak, Ismael, Sara.) - In der christl. Kunst ist die Gestalt A.s, besonders aber seine Opferung Isaaks, eine symbolisch feststehende Figur geworden. Diese Opferung wurde mehrfach in den Mysterien des Mittelalters verwendet, sowie in Skulpturen und Glasgemälden häufig an Kirchen dargestellt.

Abraham a Santa Clara, deutscher Kanzelredner und satir. Schriftsteller, mit Familiennamen Hans Ulrich Megerle, geb. 2. Juli 1644 zu Krähenheinstetten bei Mößkirch im bad. Schwaben, wurde 1662 Augustiner-Barfüßer in Mariabrunn bei Wien,