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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Achates; Achatglas; Achatschnecken; Acheiropita; Acheloos; Achen; Achenbach

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Achates - Achenbach (Heinr. von)

A. wird durch Beizen mit Blutlaugensalz und Kochen in Eisenvitriol hergestellt.

Achates, der treue Gefährte des Äneas auf der Flucht von Troja, daher wird fidus Achates sprichwörtlich gebraucht für einen treuen Genossen.

Achatglas, eine durch Zusammenkneten oder Zusammenschmelzen verschieden gefärbter Gläser erhaltene Imitation des Achats, die zu Schalen, Bechern u. dgl. durch Pressen verarbeitet wird (s. Glas).

Achatschnecken (Achatina), bis zu Faustgröße anwachsende Landschnecken des tropischen Afrikas, unsern Weinbergschnecken ähnlich, aber mit meist lebhaft gefärbten und gebänderten, oval gestreckten Schalen. Scheibenförmige Schalenstücke der A. dienen in Angola als Münze. Die größte Achatschnecke ist die Zebraschnecke (Achatina zebra Lam.) von Madagaskar, deren Gehäuse über 16 cm lang wird. Die A. legen kalkschalige bis taubeneigroße Eier.

Acheiropita, soviel wie Acheropita (s. d.).

Acheloos, jetzt Aspropotămos, d. i. "der weiße Fluß", wegen der Farbe seines Wassers, der bedeutendste griech. Fluß mit einer Lauflänge von 220 km, entspringt am südl. Fuße des Lacmon, des Gebirgsknotens im nördl. Epirus, durchströmt in wilden Gebirgsschluchten die ehemaligen Gebiete der Athamanen, Doloper und Agräer, und tritt, nachdem er die ätol. Ebene durchflossen, durch einen Engpaß in die breite Ebene, die sich an der Mündung in das Ionische Meer am Eingänge des Meerbusens von Paträ gebildet hat. Lange Zeit hielt man im Altertum nicht den vom Lacmon kommenden Arm, der Inachus genannt wurde, sondern den jetzt Megdova genannten am Pindus entspringenden Fluß für den Hauptquellstrom des A. - Der Flußgott A., nach Hesiod der Sohn des Okeanos und der Tethys, war der älteste und vornehmste sämtlicher Bruderflüsse. Besonders berühmt ist sein Kampf mit Herakles (s. d.) um den Besitz der Deïaneira, wobei dieser ihm das eine Horn abbrach, das A. in einen Stier verwandelt trug. Das Horn gab ihm Herakles zurück und erhielt dafür von A. das Horn der Amaltheia (s. d.). Die bildende Kunst stellt den mit Herakles ringenden Flußgott als Drachen mit menschlichem Kopfe und Armen, oder als gehörnten Greis, oder als Stier mit menschlichem Gesicht dar.

Achen, Hans van, auch van Acken genannt, deutscher Maler, geb. 1552 in Köln, erhielt seinen Namen von der Stadt Aachen, dem Geburtsorte seines Vaters. Nachdem er zu Venedig die venet. Meisterwerte studiert, wandte er sich nach Rom, wo er für die Jesuitenkirche eine Geburt Christi malte. 1588 kehrte A. nach Deutschland zurück und trat 1590 in bayr. Hofdienste. Kaiser Rudolf II. zog ihn 1592 nach Prag, wo er 6. Jan. 1615 starb. Seine Gemälde zeigen zwar elegante Formen, doch sind sie übertrieben manieriert; mehrere besitzt die Gemäldegalerie zu Wien; auch die Hofkirche zu München und die Galerie von Schleißheim besitzen einige seiner ausgezeichnetsten Werke.

Achenbach, Andr., See- und Landschaftsmaler, geb. 29. Sept. 1815 zu Kassel, kam 1823 nach Düsseldorf, wo er seit 1826 W. Schadow zum Lehrer hatte. Schon 1831 malte er eine Ansicht aus Düsseldorf, 1832 eine Waldkapelle und 1834 eine Norwegische Marine. 1835 ließ er sich in München nieder und malte dort u. a. norweg. Küstenbilder: Seesturm an der norweg. Küste (1836; Neue Pinakothek zu München), ein Bild gleichen Gegenstandes mit einem scheiternden Schiff (1837; Städelsches Museum zu Frankfurt a. M.). Der Stoff zu diesen Bildern war der Phantasie entnommen, da A. erst 1839 eine Reise nach Norwegen machte, nachdem er früher bereits Holland, Dänemark und Schweden besucht hatte. Durch die in Düsseldorf verarbeitete Ausbeute seiner norweg. Studien, wie in dem "Untergang des Präsident" (1842; Kunsthalle zu Karlsruhe) und in dem "Hardanger Fjord" (1843; Kunsthalle zu Düsseldorf), als Meister in der Nachbildung nordischer Naturformen und Beleuchtungen bekannt, reiste er im Herbst 1843 nach Italien, um auch den Süden in den Kreis seiner Darstellungen aufzunehmen. Die Ergebnisse dieser Reise waren: Die Pontinischen Sümpfe (1846; Neue Pinakothek in München), die Cyklopenfelsen (1847; Museum zu Philadelphia), Corleone (1852; Besitz des Deutschen Kaisers). 1843 trat A. zum Katholicismus über und kehrte 1846 nach Düsseldorf zurück. Hauptbilder von ihm sind ferner: See im norweg. Hochgebirge (1845; Galerie zu Schwerin), der Seesturm (1848; Kunsthalle zu Düsseldorf); sodann: der Holländische Strand (1854), Vliessingen (1864), Amsterdamer Gracht (1871), Fischerdorf im Mondschein (1872), Wassermühle am Waldberg (1872; sämtlich in der Galerie zu Dresden), Leuchtturm bei Ostende (1862), Westfälische Mühle (1869; beide im Museum zu Leipzig). Die Berliner Nationalgalerie besitzt: Ostende (1866), Scheveningen (1869), Holländischer Hafen (1883), Abfahrt eines Dampfers (1870), Fischmarkt in Amsterdam (1880; Städtisches Museum zu Köln), Hildesheim (1875) und Nordseestrand (1878; beide im Museum zu Breslau), Emden (1891). Obwohl A. mit gleichem Erfolg die nordische und die südl. Natur, sowie alle Jahres- und Tageszeiten, lebhaft bewegte Momente und friedlich ruhige Landschaften darstellt, ist der nordische und niederländ. Strand doch sein eigentliches Arbeitsgebiet geblieben. Hier kommt die Macht seiner Technik und sein hoher Sinn für Stimmung in der Natur ganz zum Ausdruck. Im Gegensatz gegen die klassischen wie romantischen Ideallandschafter durchaus Realist, ist er von frei erfundenen Kompositionen mehr zu unmittelbar der Natur abgelauschten Stimmungsbildern vorgeschritten. Dazu hat sich A. auch in Aquarell, Lithographie und Radierung bethätigt. Die philos. Fakultät Bonn ehrte ihn an seinem siebzigsten Geburtstage durch Verleihung des Doktorgrades.

Achenbach, Heinr. von, preuß. Staatsmann, geb. 23. Nov. 1829 zu Saarbrücken, studierte in Berlin und Bonn Jurisprudenz und trat 1851 als Auskultator bei dem Kreisgericht zu Siegen in den Staatsdienst. Als Justitiar am Oberbergamt zu Bonn (1858) habilitierte er sich dort an der Universität für deutsches Recht und erhielt 1860 eine außerord. Professur. Im Sommer 1866 wurde A. als Geh. Bergrat und vortragender Rat in das Handelsministerium nach Berlin berufen und 1868 zum Geh. Oberbergrat ernannt. Seit 1866 ist er auch Mitglied des Abgeordnetenhauses, wo er der freikonservativen Partei angehört. Als Delegierter des Reichskanzleramtes, dem er seit 1870 angehörte, vertrat er 1871 die Reichsregierung bei den Debatten über das Haftpflichtgesetz, das Rayongesetz und das Reichsbeamtengesetz im Reichstage. Seit April 1872 Unterstaatssekretär, war A. einer der Hauptmitarbeiter an den kirchenpolit. Gesetzen, die den preuß. Landtag in der Zession 1872 73 beschäftigten. Im April 1873 trat A. als Unterstaatssekretär in das Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten