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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Adolf; Adolfhafen; Adonai; Adonidin; Adonis

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Adolf (Fürst zu Schaumburg-Lippe) - Adonis

Erzbischof Johann weichen, wurde aber alsbald (Nov. 1371) Bischof von Speier und beim Tode Johanns von Mainz 1373 wiederum zum Bischof von Mainz gewählt. Kaiser Karl IV. erhob mit Hilfe des Papstes gegen ihn den Landgrafen von Thüringen, aber A. wußte sich im Besitze zu behaupten und beim Ausbruch des Schismas erst von Clemens VII., dann von Urban VI. die Anerkennung zu erhalten. In rücksichtsloser Weise erpreßte er von dem Landgrafen von Hessen 1385 und 1387 Abtretungen, mißbrauchte die Bestimmungen des Landfriedens und gewann durch List und Gewalt steigenden Einfluß, bis er im kräftigsten Lebensalter starb. Sein Leben und das Verhalten der Päpste zu ihm sind ein lebendiges Zeugnis für die innern Schäden der Kirche in dieser Zeit ihrer ausgedehnten Ansprüche.

Adolf, Georg, Fürst zu Schaumburg-Lippe, Sohn des Fürsten Georg (s. d.) und der Fürstin Ida, geborenen Prinzessin von Waldeck und Pyrmont, geb. 1. Aug. 1817, folgte nach dem Tode seines Vaters (21. Nov. 1860) diesem in der Regierung. Er war vermählt seit 25. Okt. 1844 mit Hermine, geborenen Prinzessin von Waldeck und Pyrmont (geb. 29. Sept. 1827), und starb 8. Mai 1893 in Bückeburg. Kinder: 1) Hermine, geb. 5. Okt. 1845, vermählt mit Maximilian, Herzog von Württemberg; seit 28. Juli 1888 Witwe; 2) Georg (s. d.), sein Nachfolger; 3) Hermann, geb. 19. Mai 1848; 4) Ida, geb. 28. Juli 1852, vermählt mit Heinrich XXII. Reuß älterer Linie, gest. 28. Sept. 1891; 5) Otto, geb. 13. Sept. 1854, vermählt 28. Nov. 1893 mit Anna Gräfin von Hagenburg; 6) Adolf, geb.20. Juli 1859, vermählt 19. Nov. 1890 mit Victoria, Tochter Kaiser Friedrichs III., seit 1895 Regent von Lippe.

Adolf, Herzog von Schleswig-Holstein, Stifter der Gottorper Linie des oldenburgischen Hauses, Sohn König Friedrichs I. von Dänemark von dessen zweiter Gemahlin Sophie von Pommern, geb. 25. Jan. 1526 zu Flensburg, lebte bis 1543 am Hofe Kaiser Karls V., erhielt 1544 durch einen Vertrag mit seinen Brüdern einen Teil des Landes, kehrte aber bald zu Karl V. zurück, den er auf Reichstagen und Kriegszügen bis 1553 begleitete. Heimgekehrt, erhielt er durch Wahl des Kapitels 1556 das Bistum. Schleswig. Nach Christians III. Tode bekriegte er 1559 mit seinem Neffen, König Friedrich II., und seinem Bruder Johann die Ditmarschen, deren Unterwerfung nach blutigen Kämpfen, bei denen A. selbst schwer verwundet wurde, gelang; am 8. Juli ward das Bauernland zwischen den Eroberern geteilt. 1564 vermählte sich A. mit Christina, Tochter Philipps des Großmütigen von Hessen. Längere Streitigkeiten über das Lehnsverhältnis Schleswigs zur dän. Krone wurden im Vertrage vom 13. Aug. 1581 beigelegt. A. starb 1. Okt. 1586 auf Schloß Gottorp.

Adolf Friedrich, König von Schweden (l751-71), Herzog von Holstein-Eutin, geb. 14. Mai 17l0, Sohn des Administrators der holstein-gottorpischen Lande und Bischofs von Lübeck, Christian August, und der Albertine Friederike von Baden-Durlach, wurde nach dem Tode seines ältern Bruders 1727 Bischof von Lübeck und übernahm, als sein Vetter, der regierende Herzog Karl Friedrich von Holstein-Gottorp, Vater des russ. Kaisers Peter III., 1739 starb, für dessen unmündigen Sohn die Landesadministration zu Gottorp. Als Peter die ihm (1742) angebotene schwed. Krone ausschlug, bestimmte die russ. Politik den schwed. Reichstag, A. F. die Thronfolge zuzusprechen; die Kaiserin Elisabeth machte dies zum Preise des Friedens zu Åbo. Nachdem A. F. 1750 dem Bistum Lübeck entsagt hatte, bestieg er 5. April 1751 den schwed. Thron. Den unter seiner Regierung wütenden heftigen Parteikämpfen der "Hüte" (s. d.) und "Mützen" war A. F. nicht gewachsen. Seine Gemahlin Luise Ulrike (s. d.), Schwester Friedrichs II. von Preußen, wollte die Beschränkungen der königl. Gewalt nicht dulden; eine durch sie beförderte Verschwörung zu Gunsten der Machtstellung des Königs mißlang (1756) jedoch. Als infolge administrativer Mißgriffe ein allgemeines Mißvergnügen hervortrat, drohte der König mit Abdankung und zwang dadurch den widerspenstigen Reichsrat in die Berufung der Stände einzuwilligen. A. F. starb 12. Febr. 1771; ihm folgte sein Sohn Gustav III. (s. d.).

Adolfhafen, Hafen in Kaiser-Wilhelms-Land im S. vom Huon-Golf, 8° südl. Br. und 148° östl. L. von Greenwich, 1884 von Finsch entdeckt.

Adonai (eigentlich Adonaj),die Pluralform des hebr. Wortes adon, d. i. Herr, mit dem Pronominalsuffix der ersten Person ("mein"), also ursprünglich nur als Anrede "mein Herr" verwendbar. Sie war Gebetsanrede an Gott, wurde aber schließlich auch von Gott in dritter Person gebraucht. Überall da, wo in der Bibel der Eigenname des Gottes Israels, Jahwe, steht, ist nach der Überlieferung A. zu lesen, falls A. nicht im Texte unmittelbar vorhergeht. Daher wurden in diesem Falle die Vokale von adonaj zu den Konsonanten von Jahwe (s. d.) gesetzt, woraus die Unform Jehovah entstand.

Adonidin, ein Glykosid (s. d.), der wirksame giftige Stoff von Adonis vernalis L., bildet farb- und geruchlose, äußerst bitter schmeckende Kryställchen, die in Alkohol leicht, in Äther und Wasser wenig löslich sind. Das A. wird medizinisch verwendet; seine Wirkung ist der der Digitalins ähnlich.

Adonis L. (Adonisröschen, Teufelsauge), Pflanzengattung aus der Familie der Ranunkulaceen (s. d.) mit nur wenigen Arten in der nördl. gemäßigten Zone der Alten Welt. Es sind einjährige oder ausdauernde Kräuter mit mehrfach fiederteiligen Blättern und ansehnlichen gelben oder feuerroten Blüten, hinfälligem Kelche, 5-20 am Grunde meist dunkel gefleckten Blumenblättern ohne Honiggrübchen, zahlreichen Pistillen mit je einer Samenknospe und zu einem Köpfchen oder einer Ähre gruppierten, durch den kurzen, bleibenden Griffel zugespitzten Nüßchen. Von den deutschen Arten zeichnet sich der ausdauernde, schon im April und Mai auf kalkhaltigen Hügeln blühende Frühlingsadonis (A. vernalis L.) durch die großen citronengelben Blüten und durch weichhaarige Früchtchen mit hakenförmigem Schnabel aus; der Wurzelstock dieser Art war offizinell. Die übrigen deutschen Arten sind einjährige, auf kalkhaltigen Ackern wachsende Pflanzen mit am Grunde schwarz gefleckten Blumenblättern, A. autumnalis L. mit dunkelroter Krone und zahnlosen Früchtchen, A. aestivalis L. mit mennigroter oder strohgelber Blüte und am Grunde einen spitzen Zahn tragenden Früchtchen, A. flammeus Jacq. mit gleichfalls mennigroten Blüten und an der Spitze schwarzem Schnabel der Früchtchen.

Adonis, nach Hesiod ein Sohn des Phoinix und der Alphesiboia, nach dem Dichter Panyasis des Assyrers oder Phöniziers Theias, nach kyprischer Sage Sohn des aus Syrien stammenden Gründers von Paphos auf Cypern, Kinyras; dieser habe den