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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Afrika (Litteratur)

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Afrika (Litteratur)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Afrika (Entdeckungsgeschichte)'

und Ulanga die Expediton von Scheles 1894; über die Gebirgsländer nördlich vom Njassasee Merensky 1892 und Bumiller 1893; über die Wakuasteppe zuerst Behr 1891.

Von der Küste Mozambiques, zwischen Rovuma und Sambesi in das Innere lockte gegen Ende des 18. Jahrh. das märchenhafte Reich des Kasembe portug. Händler und Abgesandte: so 1786 Pereira, 1798 Lacerda und später (1831–32) Monteiro und Gamitto. Wirklich der geogr. Kenntnis erschlossen wurde aber das nächstliegende Innere erst durch die Reisen Livingstones 1858–66. Dieser verfolgte zuerst den Sambesi und Schire aufwärts, fand den Schirwasee und betrat als erster Europäer 16. Sept. 1859 die Ufer des Njassasees, den einen Monat später Roscher vom Rovuma aus erreichte. 1860 ging er den ihm seit 1856 bekannten Sambesi bis zur Mündung des Kafue hinauf, und erforschte 1862 einen Teil des Rovuma, 1863 die Hochebenen westlich vom Njassasee bis zum Loangwa; bei Beginn seiner letzten großen Reisen (1866–73) ging er vom Rovuma aus und gelangte über das Randgebirge nach dem Südende des Njassasees und von da nach den Muschingabergen. Nachdem Young 1877 bis zum nördl. Ende des Njassasees gekommen war, wandte sich in demselben Jahre Cotterill weiter nordwärts über das Kondegebirge nach Ugogo und Stewart fand 1879 die Verbindung mit dem Südende des Tanganikasees. Nach diesen Erfolgen warf man sich erst auf die Erforschung der dicht am Meere liegenden Landschaften: Maples ging 1879 in die Länder der Masasi am Novuma, O'Neill zu den Makua und Last 1886 bis zu den Namulibergen, östlich des Schirwasees. Smythies fand die Quellen des Rovuma auf und betrat 1886 als erster den nördl. Teil des Ostufers des Njassasees. Johnston und Kerr Croß drangen 1889/90 vom Njassa- zu dem von Thomson entdeckten Rikwasee vor. Genauere Nachrichten über das Land zwischen Njassa, Bangweolo und Sambesi lieferten Sharpe und Jos. Thomson 1890–91.

g. Südafrika. Bis zum Anfang des 19. Jahrh. wußte man von den landeinwärts gelegenen Ländern an der Süd- und Ostküste sehr wenig, wenn auch Patterson schon 1777–90 nach dem Oranjefluß, Galvao de Silva nach Manika gekommen waren und Barrow 1796–1801 Kaffernland bereist hatte. Die ersten eingehenden und wertvollen Schilderungen über das Kapland lieferte Lichtenstein (1803–6). Bis in die dreißiger Jahre beruhte die geogr. Kenntnis auf den Berichten von Missionaren, wie Robert Moffat, Gardiner, Casalis u.a., und in den vierziger Jahren auf den Mitteilungen der Reisenden Cole, Flemming, Chapman, Coqui, von denen der letztere bis zum Limpopo und von da nach der Delagoabai gelangte. Mit Livingstone begannen die Entdeckungen im großen Stil. 1841 war er nach Kuruman und 1847 nach Kolobeng als Missionar gekommen. Sein erster Schritt in das unbekannte Innere durch die Kalahari führte zur Entdeckung des Ngamisees 1849. Dann folgte 1852–54 die große Reise von der Kapstadt durch das Betschuanenland über die Wasserscheide des Sambesi und Kassai nach Lunda und Angola; 1854–56 führte der Rückweg von Loanda nach Mozambique zur Entdeckung der Victoriafälle und zur Erforschung des ganzen Laufes des Sambesi. Mit diesen Aufsehen erregenden zweimaligen Durchquerungen des südlichen A. war der Anstoß zu einer Reihe von bedeutenden Forschungsunternehmungen ↔ gegeben. Galton und Andersson durchzogen 1851–53 Damaraland, das Alexander schon 1836–37 betreten hatte, bis zum Ngamisee, 1853-55 Chapman in umgekehrter Richtung; Baldwing 1852–60 die Küstenlandschaften von Natal bis zum Sambesi, Baines 1853 von Grahams-Town bis zum Limpopo, Robert Moffat erschloß als erster 1854 das Matabeleland bis zum Longwe; Montanha drang 1855 von Sofala an der Ostküste nach Transvaal, Andersson und Baines 1858 vom Hereroland zum Okavango (Kubango) im Norden; Chapman und Baines 1861–63 von der Walfischbai quer durch die Kalahari über den Ngamisee bis zu den Victoriafällen des Sambesi. Hahn, Green und Snuts untersuchten 1857–66 den Kunene. Fritsch studierte 1863–66 Sprache und Sitten der Südafrikaner zwischen Natal und dem Betschuanenlande und legte die erste feste Grundlage zur Ethnographie Südafrikas. Der erfolgreichste Forscher in den Goldländern der Matabele und Maschona zwischen Limpopo und Sambesi bis Manika im Osten war Mauch (1865–72); seinen Spuren folgte Mohr 1869–70. Die genauere Kenntnis des Limpopo, Olifant, Sabi, Buzi und von Umzilas Reich verdankt man Erskine (1868–75). 1870 durchwanderte Elton Matabeleland nach Süden bis Lorenzo Marquez, Holub dreimal 1872–74, 1875–76 und 1886–87 das Betschuanenland bis zum und über den Sambesi; Palgrave 1876 das Hereroland. Die Streifzüge Selous von 1878–89 brachten die Bestätigung des durch Manch entdeckten Goldreichtums des Matabele- und Maschonalandes und zugleich die Kunde seiner Kulturfähigkeit. Die Niederlassungen der Englisch-Südafrikanischen Gesellschaft verbreiteten Kenntnisse über die Länder zwischen Limpopo, Sambesi und der Ostküste. Über das Ovamboland brachte 1878 Duparquet, Büttner über Damara neue Aufschlüsse; Schinz richtete 1884–86 seine Aufmerksamkeit auf die Kulturfähigkeit und die Flora von Deutsch-Südwestafrika, für dessen Kartographie und Geographie C. von François 1890–92, Graf Pfeil 1892 und Dove 1892–93 wertvolle Beiträge lieferten. Im Osten war Paiva O'Andrade von Sofala aus in das frühere Reich Umzilas, zu Gungunhana gekommen. Von Basutolano lieferte Clarke 1887 die erste umfassende geogr. und kartogr. Darstellung.

Übersicht der Durchquerungen von A. s. S. 195.

Litteratur. A. als Ganzes oder größere Teile davon behandeln: Ritter, Afrika (im 1. Bd. der «Erdkunde», Berl. 1822); Petermann und Hassenstein, Innerafrika 1861–63 (Gotha 1863); Gumprecht-Delitsch, Afrika (2. Bd. von Stein und Hörschelmann, Handbuch der Geographie, Lpz. 1866); Keith Johnston, Africa (Lond. 1877); Hartmann, Die Völker A.s (Lpz. 1879); Chavanne, A. im Lichte unserer Tage (Wien 1881); Paulitschke, Die Afrika-Litteratur von 1500 bis 1750 (ebd. 1882); Roskoschny, Europas Kolonien, Bd. 1–4 (Lpz. 1885–86); G. A. Fischer, Mehr Licht im dunklen Weltteil (Hamb. 1885); Reclus, Nouvelle Géographie universelle, Bd. 10–13 (Par. 1885–88); Kerr, The far interior (Lond. 1886); Freeden, Reise- und Jagdbilder aus A. (Lpz. 1888); Sievers, Afrika (ebd. 1891). – Zur Entdeckungsgeschichte: Paulitschke, Die geogr. Erforschung des afrik. Kontinents (2. Aufl., Wien 1880); White, The development of Africa (2. Aufl., Lond. 1892); R. Brown, The story of Africa and its explorers (Bd. 1–3,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 195.