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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Afrikanische Jäger - After (grammatikalisch)

bildete sich 19. April 1873 eine Deutsche Gesellschaft zur Erforschung Äquatorial-Afrikas zu Berlin, die 1873-78 mehrere Reisende aussandte, wie Paul Güßfeldt an die Loangoküste, Lenz an den Ogowe, Pogge in das Reich des Muata Jamvo, Rohlfs nach Kufra. Im Sept. 1870 berief der König der Belgier eine Versammlung von Präsidenten größerer geogr. Gesellschaften nach Brüssel, um unter seinem Präsidium eine Commission internationale d'exploration et de civilisation de l'Afrique centrale zu gründen. Außer der wissenschaftlichen Erforschung Äquatorial-Afrikas sollte sich dieselbe mit der Einführung von Handel und Civilisation und mit Unterdrückung des Sklavenhandels beschäftigen. Als ein Zweig dieser Brüsseler Internationalen Association bildete sich 18. Dez. 1876 zu Berlin ein deutsches Nationalkomitee, das sich 29. April 1878 mit der ältern deutschen Gesellschaft zur Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland vereinigte, welche sich 1889 aber wieder auflöste, da die deutsche Reichsregierung sich entschlossen hatte, die vom Reichstag bewilligten Mittel für wissenschaftliche Erschließung der Schutzgebiete zu verwenden und diese Aufgabe selbst in die Hände zu nehmen. Andere Nationalkomitees bestehen für Belgien, Niederlande, Schweiz, Österreich, Ungarn, Spanien, Frankreich, Portugal, Rußland und Nordamerika. Unabhängig von der internationalen Gesellschaft sind: das ital. Nationalkomitee, die Afrikanische Gesellschaft zu Malta und das African Exploration Fund Committee der Londoner Geographischen Gesellschaft. 1890 wurde in Paris das Comité de l'Afrique gegründet zur Aussendung von Expeditionen, welche Französisch-Kongo mit den Besitzungen am Mittelmeer verbinden sollen, 1891 in Berlin das Antisklavereikomitee.

Afrikanische Jäger, s. Chasseurs à cheval.

Afrikanische Konferenz, s. Kongostaat.

Afrikanischer Krieg, der Krieg des Julius Cäsar (s. d.) gegen die Optimaten und Anhänger des Pompejus, die nach der Schlacht bei Pharsalus sich in der Provinz Afrika gesammelt hatten, wo sie an Juba, König von Numidien einen Bundesgenossen fanden. Nach kaum sechs Monaten endete der Krieg 40 v. Chr. durch den Sieg Cäsars bei Thapsus. - Vgl. Tissot, Recherches sur la campagne de César en Afrique in den "Mémoires de l'Académie des inscriptions et belles-lettres", Bd. XXXI, 2 (Par. 1884). Die Urheberschaft einer antiken, auf uns gekommenen Beschreibung dieses Feldzugs (des Bellum Africum") war bereits im Altertum unbekannt. Man riet auf Hirtius (s. d.), Oppius u. a. Neuerdings hat G. Landgraf ("Untersuchungen zu Cäsar und seinen Fortsetzern", Erlangen 1888) in hohem Grade wahrscheinlich gemacht, daß Asinius Pollio (s. d.) der wahre Verfasser gewesen.

Afrikanisches Pferdehaar, unpassend gewählter Name für das Crin végétal (Crin d'Afrique) des Handels, ein aus den Blättern der Zwergpalme (Chamaerops humilis L.) gewonnener Faserstoff, der anstatt Roßhaar zu Polsterungen u. s. w. verwendet wird. Man erhält die Ware aus Algier und verkauft sie sowohl roh (18-24 M. für 50 kg) wie gefärbt (25-30 M.).

Afrikanische Sprachen. Gleich der Bevölkerung Afrikas bieten auch die Sprachen dieses Kontinents ein ungemein buntes Bild. Doch lassen sie sich ziemlich sicher unter die drei großen Sprachstämme der Urafrikanischen, Hamitischen und Semitischen Sprachen verteilen.

I. Zu den Urafrikanischen Sprachen sind zu rechnen: 1) die Bantuneger-Sprachen, durch ganz Südafrika verbreitet (s. Bantuvölker); 2) die Mischnegersprachen, nehmen alles Land zwischen dem Äquator, der Sahara und dem Nilgebiete ein. Von den etwa 30 hierher gehörigen Sprachen, deren Charakter ein ziemlich verschiedener im einzelnen ist, nähern sich viele den Bantuneger-Sprachen in manchen Punkten; doch zeigen sie vielfach auch ganz entgegengesetzte Tendenz. Ein großer Teil stimmt mit den Bantus überein in der Präsigierung und in dem Besitze von Präpositionen, wahrend bei andern Suffigierung und Postpositionen vorherrschen oder durchgedrungen sind. Auch in der Stellung des Verbums im Satze und des Genitivs ist bei den einen Sprachen ein Anschließen an die Bantus vorhanden, bei den andern nicht. Nur des musikalischen Accents entbehren sie, außer zweien oder dreien, alle.

II. Den Hamitischen Sprachen sind zuzurechnen:

1) das ägyptische, jetzt verstummt, im Nilthale; 2) die Libyschen Sprachen, welche sich über den ganzen Kontinent, von Ägypten bis zu den Canarischen Inseln ausbreiten. Besonders bekannt sind die Sprachen der Kabylen, Tuareg, Berber. Auch das mitten in Negersprachen eingeschlossene Haussa gehört vielleicht hierher; 3) die Äthiopischen Sprachen, auch Kuschitische genannt, die früher das ganze Gebiet südlich vom eigentlichen Ägypten zwischen Nil und Rotem Meere einnahmen. (S. Hamitische Völker und Sprachen.) Nach einer neuern Ansicht wäre auch die Hottentotten-Sprache hierher zu stellen, da sie nicht nur in schärfstem Gegensatze zu den Negersprachen, besonders den Bantuneger-Sprachen steht, sondern sich auch deutlich dem Hamitischen anschließt. Sie ist entschieden suffigierend und unterscheidet die Geschlechter (durch dieselben Laute wie die Hamitischen Sprachen). Eine Eigentümlichkeit des Hottentottischen sind die sog. Schnalzlaute. Die Sprache der Buschmänner scheint mit der der Hottentotten verwandt zu sein, doch ist sie noch wenig erforscht.

Endlich finden sich auf dem afrik. Kontinente noch

III. Semitische Sprachen (s. d.).

Litteratur. Koelle, Polyglotta Africana (Lond. 1854); Bleek, The Library of Sir George Grey (3 Bde., Kapstadt u. Lond. 1858-03); ders., Comparative Grammar of South-African Languages, Bd. 1 (Lond. 1809); Fr. Müller, Grundriß der Sprachwissenschaft, Bd. 1-4 (Wien 1870-88); ferner: Zeitschrift für afrik. Sprachen und Völker (hg. von Büttner, 1.-3. Jahrg., Berl. 1887-90); Cust, A sketch of modern languages of Africa (2 Bde., Lond. 1884); A. W. Schleicher, Afrikanische Petrefakten (Berl. 1891).

Afrikanische Truppen, im weitern Sinne alle zum 19. franz. Armeekorps gehörigen Truppen, also die Zuaven, die Turkos, die leichte afrik. Infanterie, die Disciplinarcompagnien, die Chasseurs d'Afrique, die Spahis und die Fremdenregimenter; im engern Sinne nur die eingeborenen Truppen, also die Turkos und die Spahis.

Afrikanische Weine, s. Kapweine und Algerische Weine.

After, ein altdeutsches Verhältniswort (niederdeutsch achter), bedeutet nach, hinter und ist seit dem 15. und 16. Jahrh. nur noch in Zusammensetzungen mit Hauptwörtern, seltener mit Zeitwörtern (z. B. afterreden), gebräuchlich, oft mit dem Nebenbegriffe falsch, schlecht, unecht: Afterkind, ein Kind, das nach dem Tode des Vaters geboren ist (Posthumus), meist