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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Ak; Ak…; Akabáh; Akademie; Akademien

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Ak… – Akademien

«Abriß der Geschichte Rußlands» (in armenischer Sprache, Vened. 1836), «Geschichte des Ottomanischen Reichs» (armenisch, 2 Bde., ebd. 1841). Auch war er Mitarbeiter an Auchers großem armenischen Wörterbuch. – Sein jüngerer Bruder, Iwan Konstantinowitsch A., geb. 7. Juli 1817 zu Feodosia, trat 1833 in die Petersburger Akademie, wurde Schüler Tanneurs und des Schlachtenmalers Sauerweid, lebte längere Zeit in Italien, Spanien und Frankreich und seit 1847 als Hofmaler und Professor in Feodosia. Bilder von ihm sind: der Sonnenaufgang auf dem Schwarzen Meere, das Chaos, die Sündflut (die beiden letztern in der Eremitage zu Petersburg), die Häfen des Baltischen und des Schwarzen Meers, Bombardement von Feodosia durch die Türken, Sturm auf dem Asowschen Meere. In seinen Bildern sucht er große Momente, namentlich Seestürme in effektvoller, breiter Behandlung, doch etwas glasigem Tone festzuhalten.

Ak…, Artikel, die man hier vermißt, sind unter Ac… aufzusuchen.

Ak, in zusammengesetzten türk. Ortsnamen soviel wie weiß.

Akabáh («Hinabsteig», «Steig») oder Akabet el-Masrieh, türk.-arab. Hafenort und Kastell (Kalaat el-Akabah) östlich an der äußersten Spitze des Bahr el-Akabah oder Meerbusens von A., des nordöstl. Arms des Roten Meers, und am Südende des Wadi el-Arabah (Araberthals), das gegen Norden zum Toten Meere führt. Der kleine ummauerte Ort ist Vereinigungspunkt der Pilger und Karawanen aus Ägypten und Syrien und hat etwas Handel. In der Nähe sind Reste der uralten Hafenstadt der Edomiter oder Idumäer im Peträischen Arabien, Aila oder Älana (s. Elana), wonach der Meeresarm der Älanitische Meerbusen hieß.

Akademie hieß (angeblich nach einem athen. Lokalheros Akademos oder Hekademos) ein 2 km nordwestlich von Athen gelegener Platz, der von Hipparch, dem Sohne des Tyrannen Pisistratus, mit einer Mauer umgeben und zu einem Gymnasium bestimmt, von Cimon durch Herbeiführung von Wasser und Anpflanzung zahlreicher Bäume verschönert wurde. Außer Spaziergängen und Anlagen für gymnastische Zwecke enthielt die der Athene geweihte A. zahlreiche Altäre und Heiligtümer verschiedener Gottheiten. Sie wurde der Lieblingsaufenthalt des Plato, der sich hier mit seinen Schülern zu unterreden oder ihnen Vorträge zu halten pflegte. Dann kaufte er einen Garten in der Nähe jenes Gymnasiums an, auf den der Name der A. überging und der ganz den Zwecken der Platonischen Hochschule (s. Plato) gewidmet war. Er verblieb ihr fast ein Jahrtausend lang, bis in die Zeit Justinians. Von ihm heißt die Schule selbst die akademische oder schlechtweg die A. Das Jahr 387 v. Chr. gilt als ihr Gründungsjahr. Die Einrichtung selbst hat man sich nicht im engsten Sinne als Schule zu denken, es war mehr eine Art Genossenschaft zu gemeinschaftlicher Forschung, mit Ämtern, Kulten und Festen. Der Besitz des Gartens wurde vom jedesmaligen Schuloberhaupt testamentarisch mit Zubehör (Bibliothek u. dgl.) nicht der gesamten Genossenschaft oder einem bestimmten Nachfolger, sondern einem engern Kreise von Genossen überwiesen, mit der Pflicht, das Ganze zu erhalten und weiter zu vermachen; dieser engere Kreis wählte dann den neuen Scholarchen (Schulführer). Die A. hatte wechselnde Schicksale. Die ersten Nachfolger Platos, die man unter dem Namen der Alten A. zusammenfaßt (Speusippus, Xenokrates, Polemo, Krantor), blieben so ziemlich in seinen Bahnen, dann aber kam in der Mittlern A. (mit Arcesilaus) eine skeptische Richtung auf, die auch von der Neuen A. (seit Karneades) festgehalten wurde. Manche zählten noch eine vierte A. (von Philo) und eine fünfte (von Antiochus gegründet); sie kehrte zu einem entschiedenen Platonismus nicht ohne stoische Zuthaten zurück.

Akademie, Medizinisch-chirurgische, für das Militär, s. Bildungsanstalten, militärärztliche.

Akademien, in der Bedeutung von Gelehrtenvereinen zur Förderung der Wissenschaft, sind entweder Privatanstalten, sog. freie A., oder vom Staate gegründete und unterhaltene öffentliche Anstalten. Beide stimmen darin überein, daß sie die Wissenschaft nicht in Rücksicht auf praktische Zwecke, sondern um ihrer selbst willen Pflegen wollen.

A. Allgemeine und ältere Entwicklung. Die erste Akademie in diesem Sinne war das von Ptolemäus Ⅱ. geschaffene Museum zu Alexandria (s. Museum). Als Zeichen des geistigen Aufschwungs, den die mohammed. Gesellschaft im 2. Jahrh. der Hidschra nahm, finden sich, namentlich in Basra, freie Vereinigungen von Gelehrten, Denkern und Schöngeistern, von denen dauernde Anregung in die weitesten Kreise drang. Die auf Alkuins Rat von Karl d. Gr. gegründete Akademie ging nach des erstern Tode wieder ein. Während der folgenden Jahrhunderte findet sich keine Spur einer Akademie im Abendlande; Wissenschaft und Gelehrsamkeit hatten sich in die Klöster geflüchtet. Die von Brunetto Latini gestiftete Akademie der schönen Künste zu Florenz (1270), die von König Friedrich Ⅱ. von Sicilien 1300 zu Palermo begründete Gesellschaft zur Pflege der ital. Poesie, die 1323 zu Toulouse gebildete Académie des jeux floraux waren nur der Pflege der Dichtkunst gewidmet. Erst mit dem Wiederaufleben der klassischen Studien entstanden seit Mitte des 15. Jahrh. in Italien Vereine gelehrter Männer mit humanistischer Tendenz, zuerst die 1433 von Ant. Beccadelli aus Palermo in Neapel begründete Akademie, die von Laurentius Valla und besonders von G. Pontano gehoben und deshalb gewöhnlich Academia Pontaniana genannt ward. Wichtiger war jedoch die Academia Platonica in Florenz, die, um 1474 von Lorenzo de’ Medici gestiftet, Marsilius Ficini, Pico della Mirandola, Machiavelli, Angelo Poliziano zu ihren Mitgliedern zählte, sich aber 1521 auflöste. Sie beschäftigte sich mit Platonischer Philosophie, mit Veredelung der ital. Sprache, dem Studium Dantes und diente vielen andern Vereinen dieser Art, die sich im Lauf des 16. Jahrh. in allen größern Städten Italiens bildeten, zum Muster. Vorzugsweise der Reinigung und Veredelung der ital. Sprache widmete sich die 1582 gegründete Academia della Crusca (s. Crusca). Das Studium der Naturwissenschaften verfolgte die 1560 zu Neapel gestiftete Academia secretorum naturae, die jedoch bald durch die Kirche unterdrückt wurde. Unter die Nachahmungen derselben gehört die Academia de’ Lincei zu Rom, 1603 gestiftet, mehrfach eingegangen, seit 1870 königl. Institut. Außerdem ist zu nennen die Academia antiquaria zu Rom, die 1498 von Pomponius Lätus ins Leben gerufen, von Papst Paul Ⅱ. aber wegen Ketzerei und heidn. Gesinnung verfolgt wurde und sich 1550 auflöste, sowie die philol. Akademie, die, von Aldus Manutius