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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: À la mode; Alamēda; Alāmos; Älana; Aland; Åland

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Alameda - Åland

wieder in Frankreich; Franz I. und Heinrich II. bedienten sich seiner mehrfach zu Gesandtschaften. Er starb 18. April 1556 zu Amboise. In seinem Hauptgedicht "Girone il Cortese" (1548), in 24 Büchern, bearbeitete er auf Wunsch Franz' I. den Prosaroman des Guiron le Courtoise aus dem Kreise Artus' (s. d.) in antikisierender Weise. In der "Avarchide", die 1570 von seinem Sohne Battista herausgegeben wurde, übertrug er ohne Glück die Belagerung Trojas auf "Avarco") in Gallien (d. i. Bourges, s. d.). "La Coltivatione" ist ein Lehrgedicht über Feld- und Gartenbau in 6 Büchern reimloser Elfsilbler. Er verfaßte auch Liebeslieder, treffliche "Epigrammi" (1570), Satiren, das Lustspiel "Flora" (1555 aufgeführt) und übersetzte Sophokles' "Antigone" (Flor. 1556). P. Raffaelli gab A.s "Versi e prose" mit Biographie heraus (2 Bde., Flor. 1859).

Alamēda, Stadt im County A. des nordamerik. Staates Kalifornien, auf einer Halbinsel der San Franciscobai, San Francisco und Oakland gegenüber, hat (1890) 11165 E.

À la mode (frz., spr. mohd), nach der Mode, modisch. - Monsieur Alamode nannte man eine typische Gestalt, die an der Spitze der zahlreichen deutschen Spottblätter gegen die Stutzermoden in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges steht. (S. Figur.) ^[Abb: Monsieur Alamode] In ihr vereinigten sich die Auswüchse der damaligen franz. und span. Mode mit soldatischem Äußern, soldatischer Aufschneiderei (s. Bramarbas), mit Fremdworten gemischter Sprache, müßiggängerischer Lebensweise und geschraubter Galanterie. Die Frauen, die die neue Mode annahmen, wurden Alamode-Dames genannt. Diese Richtung in Tracht und Sitte wurde seit etwa 1630 lebhaft litterarisch bekämpft, eben durch jene Flugblätter, dann durch besondere Schriften, zuerst durch des Kaplans Ellinger "Allmodischer Kleyder-Teuffel" (Frankf. a. M. 1629). Von bedeutenden Schriftstellern traten Moscherosch (Der Alamode-Kehraus in "Wunderl. u. wahrhaft. Gesichte Philanders von Sittewalt", Straßb. 1643), Lauremberg (besonders das zweite "Scherzgedicht", gegen die Tracht, und das vierte, gegen die Poesie), Logau, Schupp und Abraham a Sta. Clara gegen diese Richtung auf. - Vgl. E. Schmidt, Der Kampf gegen die Mode in der deutschen Litteratur des 17. Jahrh. ("Im Neuen Reich", 1880, Nr. 39).

Alāmos oder Real-de-los-Alamos, Stadt im südlichsten Teile des mexik. Staates Sonora, 80 km vom Meerbusen von Kalifornien, zwischen den Flüssen Rio Mayo und Rio del Fuerte, ist gut gebaut, hat 8000 E., eine stattliche, 1826 vollendete Hauptkirche und liegt in wasserarmer Gegend, Weizen und Mais werden aus dem Sonorathale bezogen.

Älana, s. Elana.

Aland, an verschiedenen Orten Name für verschiedene Arten Weißfische Mitteleuropas. Zu der Untergattung Idus, deren Schlundzähne in zwei Reihen zu drei und fünf, stehen, gehört der gemeine A. (Idus melanotus Heck.), auch Nerfling, Schwarznerfling, Kühling, Gängling und Rottel genannt, der besonders im Norden über 35 cm lang und mehrere Pfund schwer wird, kleinen Kopf, langen, gestreckten Körper und nicht sehr große Schuppen hat, und dessen Rücken tief schwarzblau oder schwarzgrün ist, mit lebhaftem Messingglanze, während der Kopf goldig, später gelbweiß, der Bauch weiß, die untern Flossen rötlich mit einem Stich ins Violette und die obern Flossen braunrot sind. Der Fisch laicht im April, ist scheu, schnell und gewandt, wird nur schwer mit Angeln, aber leicht mit Netzen gefangen. Das Fleisch ist gelblich, grätig und von schlechtem Geschmack. In Süddeutschland, namentlich um Dinkelsbühl, kommt eine häufig als besondere Art beschriebene Varietät, die Orfe, Rotorfe, Goldrottel, Goldnerfling, Goldorfe (Cyprinus s. Idus Orfus L.), vor, deren Rücken und Flossen schön orangegelb sind. Dieselbe wird zuweilen statt des chines. Goldfisches in Gläsern gehalten. Außerdem wird auch der Donau- oder Frauen-Nerfling, Frauenfisch (Leuciscus virgo Heck.), der nur im Donaugebiete vorkommt, grünen Rücken, herrlich blau oder apfelgrün schillernde, metallisch glänzende Schuppen an den Seiten und dem Bauche zeigt, A. genannt, da er schwarze Rückenflosse, schwarz gesäumte Schwanzflosse und orangegelbe Bauch- und Afterflossen besitzt. Zur Laichzeit (April und Mai) bilden sich harte Dornen und Warzen auf den Schuppen des Männchens dieser Art.

Aland (der oder die), Fluß im preuß. Reg.-Bez. Magdeburg, entsteht nahe der Elbe bei Werben, fließt erst als Tauber-Aland westlich, bei Seehausen nördlich, wendet sich hierauf nordwestlich und mündet an der Grenze der Provinz Hannover bei Schnackenburg links in die Elbe. Obgleich nur 50 km lang, ist die A. doch 38 km weit, von Seehausen an schiffbar, hat eine mittlere Tiefe von 2 m und an der Mündung eine Breite von 14 m. Der bedeutendste Zufluß ist die 66 km lange Biese. Die A. mit ihren Nebenflüssen bewässert ein an Brüchen reiches, teils sandiges, teils aber auch sehr fruchtbares Tiefland.

Åland (spr. ohl-). 1) Die hauptsächlichste der Ålandsinseln (s. d.) in deren westl. Teil, von Meeresbuchten tief eingeschnitten, hat 475 qkm mit 1200 E. in 6 Kirchspielen. Hauptstadt ist Mariehamn. Das verfallene Schloß Kastelholm im Kirchspiel Sund, am Bomarsund, war bis 1634 Sitz des schwed. Statthalters. - 2) Kreis des finn. Län Åbo-Björneborg, umfaßt die gesamten Ålandsinseln und hat 1425,9 qkm mit (1875) 18413 E. in 15 Kirchspielen.