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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Alarmierung, Alarmplatz, Alarmquartiere; Alaschehr; Alaska

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Alarmierung, Alarmplatz, Alarmquartiere - Alaska

Bremse und Signalglocke durch einen einzigen Handgriff gleichzeitig in Thätigkeit versetzt weiden können.

Alarmierung, Alarmplatz, Alarmquartiere, s. Alarm.

Alaschehr (d. h. bunte Stadt), Stadt im astat.-türk. Wilajet Aidin, 120 km östlich von Smyrna, in 290 m Höhe, am nördl. Abhänge des Bos-Dagh oder Tmolus, nahe dem Kusu-tschaï, einem linken Nebenflusse des Gedis-tschaï oder Hermus, an der Karawanenstraße von Smyrna nach dem Innern, ist Sitz eines griech. Erzbischofs, hat etwa 8000 E., darunter 1300 Griechen, 8 Moscheen und 5 griech. Kirchen; bedeutenden Korn-, Baumwoll- und Tabakbau. Eine uralte, aber teilweise durch Erdbeben zerstörte Wallmauer umschließt den zum Teil verödeten und mit Skulpturen und andern Überresten des Altertums angefüllten Ort. Die Stadt, deren ursprünglicher Name unbekannt ist, wurde im 2. Jahrh. v. Chr. vom König Attalus II. Philadelphus durch macedon. Ansiedler erweitert und nach ihm Philadelphia benannt, litt durch Erdbeben und wurde unter Kaiser Tiberius durch ein solches gänzlich zerstört. Am 21. April 1190 zogen hier die deutschen Kreuzfahrer unter Kaiser Friedrich I. ein. A. war die letzte Stadt Kleinasiens, die den osman. Türken unterlag (1390).

Alaska, Aliaska, Alaschka oder Aljaschka, bei den Eingeborenen Alayeska, das die nordwestl. Halbinsel Nordamerikas bis zum 141.° westl. L. von Greenwich und die Küstengebiete bis 54° 40' nördl. Br. samt den benachbarten Inseln umfassende Territorium der Vereinigten Staaten von Amerika. Im engern Sinne ist es der Name einer sich von der Südwestecke A.s südwestlich zwischen Bristolbai und Cook- oder Kenaisund erstreckenden Halbinsel, deren insulare Fortsetzung die Aleuten (s. d.) sind. Die 22 000 qkm große Halbinsel wird von einer vulkanischen Fortsetzung der Rocky-Mountains durchzogen, die in dem Vulkan Iljaminsk (3678 m) ihren höchsten Punkt erreicht; diese sich mehr als 500 km weit ins Meer hinaus erstreckende, ununterbrochene Gebirgsmauer bildet eine scharfe Klimagrenze zwischen dem Beringmeer mit seinen eisigen Nordwinden, häufigen dicken Nebeln und baumlosen Küsten und Inseln und der Südsee mit ihrem wärmern Wasser, milderer Atmosphäre und den dichtbewaldeten Küsten und Inseln. (S. die Karte: Britisch-Nordamerika und Alaska.) Seine ungefähr 1200 Bewohner sind im östl. Teile Eskimo, im westlichen Aleuten mit Ausnahme von ungefähr 100 Mischlingen, die in Belkovsky, dem auf der südlichsten Spitze der Halbinsel gelegenen, von 300 Seelen bewohnten Handelsmittelpunkte dieser Gegenden, wohnen.

Das Territorium A. hat 1 376 292 qkm Fläche, wovon 72 232 qkm auf die zu ihm gehörenden Inseln St. Lorenz, Nuniwok, Pribylowgruppe (s. d.), Alëuten (s. d.), Kadiakgruppe (s. d.) und Alexander-Archipel (s. d.) kommen, und (1890) 30 329 E., darunter 22 135 Eingeborene, 4419 Weiße (497 weibliche), 2125 Chinesen, 1568 Mestizen, 82 Neger. Von den 33 426 E. im J. 1880 waren 430 Weiße, 1756 Mischlinge, 2145 Aleuten und 11 478 Indianer. 1867 ging das Gebiet für 7 200 000 Doll. aus dem Besitz der Russisch-Amerikanischen Handelscompagnie in den der Vereinigten Staaten über, zu denen es seit jener Zeit dem Namen nach als Territorium, in Wirklichkeit aber nur als ein Steuerbezirk gehört. Ein in Sitka liegendes amerik. Kriegsschiff bildet die einzige Militär- und Polizeigewalt und einige Zollbeamte in Sitka die einzige Civilbehörde des Bezirks, während der Verkehr zwischen den einzelnen Niederlassungen durch die hier handeltreibenden Firmen aus San Francisco vermittelt wird. Das Innere des Landes ist mit Ausnahme der den beiden größten Flüssen Jukon und Kuskokwim zunächst gelegenen Gebiete wenig bekannt und wegen jeglichen Mangels an Nahrungsmitteln unbewohnt. Der südl. Teil wird von den Alaskabergen, der nordwestl. Fortsetzung der Rocky-Mountains, durchzogen, und unmittelbar an der Südküste entlang ziehen sich die Küstengebirge bis zur äußersten Südspitze der Kenaihalbinsel hin; in ihr befinden sich ungefähr zehn thätige Vulkane, deren höchster der St. Eliasberg (5520 m) ist. Im Jukon- und Kuskokwimgebiet sind die Berge bis 300 m Höhe bewaldet. Nach den Aussagen der Indianer ist das Innere des Landes dicht mit Seen besetzt. Besser bekannt sind die Küstengebiete, auf die sich mit Ausnahme der Flußniederlassungen die menschlichen Wohnungen beschränken. Die Fjordküste von der Dixon- bis zur Schelikoffstraße ist bewaldet; die Waldgrenze reicht über den Beringsund hinaus; an den Küsten des Beringmeers und des Arktischen Oceans herrscht Tundrencharakter vor. Getreidebau ist selbst an den geschütztesten Stellen der Küste unmöglich. Kartoffeln hat man seit 1870 am Alexander-Archipel, Cooks-Inlet auf Kadiak und an der Bristolbai angebaut, Beerensträucher giebt es im Überfluß. Die sehr gemischte Tierwelt ist zumeist nordamerikanisch mit nördlich cirkumpolaren und nordasiat. Elementen. Reptilien giebt es nicht mehr, aber noch einen Kolibri (Selasphorus rufus Gmel.). Viehzucht ist wegen der langen futterlosen Winter unmöglich und beschränkt sich daher darauf, daß Händler aus San Francisco im Sommer Weidevieh nach den saftigen Weiden bringen, es zu Anfang des Winters an Ort und Stelle schlachten und an die Eingeborenen verkaufen. Der Mineralreichtum A.s ist nicht bedeutend, aber wertvolle Erze sind vorhanden; die an mehrern Stellen der Süd- und Westküste und auf einigen Inseln gefundenen Kohlen sind für den Gebrauch zu schwefelhaltig; Silber und Graphit kommen am Nortonsund vor, Zinnobererze am Kuskokwim; ausgebeutet werden seit 1880 nur die Goldminen auf der Douglasinsel.

Haupterwerbsquelle und Hauptbeschäftigung ist Jagd, Fischfang und Pelzhandel. Der Reichtum A.s und der Küstengewässer an Fischen (Lachs, Stockfisch) und Pelztieren (Seeotter, Seehund, Biber, Fischotter, Bär, Fuchs in allen Farben, Marder) ist groß; der Fisch bildet die fast ausschließliche Nahrung der Eingeborenen und in dem Jahrzehnt 1870-80 verkauften die Eingeborenen an die Händler für 3 033 764 Doll. Pelze und Felle. Das Ergebnis des an den Küsten A.s betriebenen Walfanges betrug 1880: 35 000 Pfd. Fischbein, 15 000 Pfd. Elfenbein und 21 000 t Öl. Seit 1868 hat die Regierung das Monopol des Robbenfellhandels an eine Handelsgesellschaft verpachtet. Da es sich aber als schwierig erwies, das Monopol aufrecht zu erhalten, so beanspruchten die Vereinigten Staaten 1886 große Teile der anliegenden Meere als mare clausum (geschlossenes Meer). Diese Forderung wurde indes von den Engländern, denen mehrere Schiffe beschlagnahmt wurden, bestritten. Ein Kongreß in Paris 1893 entschied, daß den Vereinigten Staaten das ausschließliche Recht des Robbenfanges im Beringmeer nicht zustehe. - Vgl. Dall, A. and