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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Albrecht

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Albrecht v. Brandenburg (Erzbisch. v. Magdeburg) - Albrecht (Markgr. zu Meißen)

Würzburg, sowie die Stadt Nürnberg zu großen Gebietsabtretungen. Das brachte ihn zum Bruch mit den Verbündeten selbst, die ihm so wenig wie die Gegner jene Verträge bestätigen wollten. So warf er sich von neuem dem Kaiser in die Arme. Mit diesem belagerte er Ende 1552 vergeblich Metz; er erhielt jedoch die kaiserl. Bestätigung seiner Verträge, die er nun mit Waffengewalt geltend machen wollte, wurde aber bei Sievershausen 9. Juli 1553 von Moritz und nach dessen Tod 12. Sept. bei Braunschweig nochmals geschlagen, bald auch vom Kaiser geächtet und floh 1554 nach Frankreich. Anfang 1556 kehrte er nach Deutschland zurück zu seinem Schwager Markgraf Karl von Baden nach Pforzheim, wo er 8. Jan. 1557 starb. - Vgl. Voigt, Markgraf A. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach (2 Bde., Berl. 1852).

Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Magdeburg, s. Albrecht, Kurfürst von Mainz.

Albrecht, Herzog von Braunschweig, wegen seiner Körperlänge auch der Große genannt, geb. 1236, war der Sohn Ottos des Kindes, des ersten Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, nach dessen Tode er 1252 die Regierung übernahm. Er herrschte erst mit seinem Bruder Johann zusammen, bis 1267 die Erblande für immer geteilt wurden, so daß A. Braunschweig und Johann Lüneburg-Celle (Hannover) erhielt. A.s Leben verlief in unaufhörlichen Fehden, 1252 kämpfte er für Ottokar von Böhmen gegen Ungarn; dann im eigenen Lande gegen das aufrührerische Geschlecht der Asseburger; 1261 gegen den Herzog Erich von Schleswig für die Befreiung der gefangenen Königin Margarete von Dänemark und deren Sohn Erich Glipping; endlich bei Gelegenheit des thüring. Erbfolgestreites (s. Thüringen) für seine Schwiegermutter Sophie von Brabant. Doch wurde er 27. Okt. 1263 bei Besenstedt, zwischen Wettin und Halle, von dem Schenk Rudolf von Vargula und den Söhnen des Markgrafen Heinrich von Meißen überfallen und in Merseburg über ein Jahr eingekerkert, bis er sich durch 8000 Mark Silber und Abtretung der welfischen Städte und Schlösser an der Werra wieder loskaufte. Für sein Land sorgte A. väterlich; er starb 15. Aug. 1279. Seine Heldenthaten besingt ausführlich die "Braunschweiger Reimchronik" (hg. von L. Weiland in den "Monumenta Germaniae historica, Deutsche Chroniken", Bd. 2, Hannov. 1876).

Albrecht, Erzbischof von Magdeburg und Kurfürst von Mainz, geb. 28. Juni 1490 als jüngster Sohn des Kurfürsten Johann Cicero von Brandenburg, wurde schon 1513 Erzbischof von Magdeburg und Administrator des Bistums Halberstadt, 1514 Erzbischof von Mainz. Liebhaber der Künste und Wissenschaften, schmückte er seine Residenzen mit den Werken deutscher Meister und berief Vertreter des deutschen Humanismus in seine Umgebung. Eitelwolf von Stein und Hütten waren seine Räte, Capito und Hedio seine Hofprediger, Erasmus nannte er mit Stolz seinen Freund. In dem Streite Reuchlins (s. d.) gegen die Dunkelmänner stand er auf seiten der Aufklärung, während er zugleich in Halle eine Reliquiensammlung anlegte. Aber sein Aufwand erforderte große Summen, auch hatte er die geistliche Würde, die Erwerbung des Palliums mit schwerem Golde bezahlen müssen. Er sandte daher Tezel als Ablaßhändler in die Diöcesen, dessen schamloses Auftreten Luther zu dem Anschlagen seiner Thesen bewog. A. erhielt 1518 in Augsburg den Kardinalshut. Mit dem Wachsen der reformatorischen Bewegung nahm er zunächst eine vermittelnde Stellung zwischen den Parteien ein, neigte sich jedoch allmählich mehr und mehr der Reaktionspartei zu. Schon 1533 trat er in Halle einer kath. Liga gegen den Schmalkaldischen Bund bei, seit 1538 war er in dem Nürnberger Bunde und 1541 hinderte er in Regensburg den religiösen Ausgleich, während die eigenen Stifter Magdeburg und Halberstadt zur neuen Lehre übertraten, so daß A. aus seiner Residenz Halle ins Stift Mainz weichen mußte. Dort warf er sich schließlich den Jesuiten in die Arme. Peter Favre (s. d.) zog er nach Mainz, und Canisius (s. d.) ward hier für den Orden gewonnen. A. starb 24. Sept. 1545 zu Aschaffenburg. - Vgl. Hennes, A. von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und von Magdeburg (Mainz 1858); May, Der Kurfürst, Kardinal und Erzbischof A. II. von Mainz (2 Bde., Münch. 1868-75): Gredy, Kardinal-Erzbischof A. II. von Brandenburg in seinem Verhältnisse zu den Glaubensneuerungen (Mainz 1891).

Albrecht I., Herzog von Mecklenburg, Stammvater des gegenwärtig herrschenden Hauses, Sohn des Fürsten Heinrich II. des Löwen, geb. um 1317, regierte seit 1329 als Fürst (A. II.) und wurde von Kaiser Karl IV. 8. Juli 1348 zum reichsunmittelbaren Herzog ernannt. Er that im Innern seines Landes in engem Anschluß an die Städte den häufigen Fehden Einhalt und suchte durch thätigen Anteil an den Reichsangelegenheiten Vorteile zu gewinnen. Nach dem Aussterben der Grafen von Schwerin vergrößerte er sein Land 1358 durch diese Grafschaft; er bewirkte auch, daß 1364 sein zweiter Sohn Albrecht, aus erster Ehe mit Euphemia von Schweden, auf den schwed. Thron gelangte. Er starb 18. Febr. 1379. - Vgl. Lisch, Albrecht II. und die norddeutschen Landfrieden (Schwer. 1835).

Albrecht II., Herzog von Mecklenburg, s. Albrecht, König von Schweden.

Albrecht der Stolze, Markgraf von Meißen (1190-95), geb. 1158 als ältester Sohn des Markgrafen Otto des Reichen, aus dem Hause Wettin. Da sein Vater nach dem Willen seiner Gemahlin Hedwig, gegen die deutsche Lehnsverfassung, den zweiten Sohn Dietrich zum Haupterben der Markgrafschaft Meißen bestimmte, lehnte sich A. im offenen Kampfe gegen den Vater auf. Der Streit wurde erst durch den Tod desselben (18. Febr. 1190) beendet. Nach seinem Regierungsantritte bedrängte A. seinen Bruder Dietrich, der Weißenfels besaß, wurde aber von diesem mit Hilfe Hermanns I. von Thüringen bei Reveningen unweit Altstadt geschlagen. Die Erneuerung der Fehde gegen Dietrich veranlaßte Kaiser Heinrich VI., die Böhmen gegen Meißen zu senden. A. eilte nach Italien, um den erzürnten Herrscher zu beschwichtigen, starb aber bald nach seiner Rückkehr plötzlich auf dem Wege von Freiberg nach Meißen 25. Juni 1195. Der Kaiser zog nun Meißen als erledigtes Reichslehn ein.

Albrecht der Entartete (Unartige), aus dem Hause Wettin, geb. um 1240, Landgraf von Thüringen seit 1265,Markgraf zu Meißen (1288-93), Sohn Heinrichs des Erlauchten, lebte in stetem Kampfe mit Vater, Bruder und seinen Söhnen erster Ehe. Die Veranlassung dazu gab die Länderteilung, welche Heinrich der Erlauchte 1265 vornahm, zufolge deren A. Thüringen und die sächs. Pfalz, sein Bruder Dietrich das Osterland bekam, während der