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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Albrecht

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Albrecht II. (Herzog von Österreich) - Albrecht (Erzherzog von Österreich)

Vater selbst die Markgrafschaft Meißen und Niederlausitz behielt. Durch Kunigunde von Eisenberg, die er nach dem Tode seiner Gemahlin Margarete, der Tochter Kaiser Friedrichs II., 1272 heiratete, ließ er sich überreden, ihrem gemeinschaftlichen, vor der Verheiratung geborenen, später aber legitimierten Sohn Apitz die Nachfolge in Thüringen zuzuwenden, seine Söhne erster Ehe dagegen mit dem Pleißnerlande abzufinden. Die Folge davon war ein mit abwechselndem Glück geführter Kampf der Söhne gegen den Vater. Friedrich der Gebissene nahm seinen Vater A. gefangen und gab ihn nur unter harten Bedingungen durch den Vertrag zu Rochlitz 1. Jan. 1289 frei. Gegen sein ausdrückliches Versprechen verkaufte jedoch A. aus Haß gegen seine Söhne 1291 die Mark Landsberg an Brandenburg und die Landgrafschaft Thüringen nebst dem Osterlande an den deutschen König Adolf von Nassau, der sich aber ebensowenig wie dessen Nachfolger Albrecht I. in den dauernden Besitz dieser Erwerbungen zu setzen vermochte. Vielmehr gelangte Friedrich der Gebissene, nachdem sein Bruder Diezmann 1307 plötzlich in Leipzig verstorben und König Albrecht 1308 ermordet worden war, zum alleinigen Besitze von Thüringen, Meißen und dem Osterlande. A. starb 13. Nov. 1314 zu Erfurt, noch vor ihm (1306 oder 1307) sein Sohn Apitz.

Albrecht II., der Lahme oder der Weise, Herzog von Österreich, ein Sohn König Albrechts I., geb. 1298, führte seit 1330 die Regierung über die habsburg. Länder mit seinem Bruder Otto gemeinsam, bis dieser 1339 starb. Gift, das man A. 1330 beigebracht hatte, zog ihm eine Lähmung zu, die ihn jedoch an der Erfüllung seiner Regentenpflichten nicht hinderte. Er erwarb 1335 Kärnten und Krain und behauptete es im Kampfe gegen den König Johann von Böhmen. Auch mit den Eidgenossen hatte er mehrjährige Kriege zu führen. Wegen seiner unermüdlichen Thätigkeit, seiner klugen und maßhaltenden Politik war er allgemein geachtet. In seinen Ländern hielt er die gesetzliche Ordnung kraftvoll aufrecht. Häufig wirkte er vermittelnd, namentlich zwischen den ihm verschwägerten Wittelsbachern und Luxemburgern. A. hatte aus der Ehe mit Johanna, der Erbtochter des Grafen Ulrich von Pfirt, vier Söhne. Als er 20. Juli 1358 starb, folgte ihm der älteste, Rudolf IV., als Regent und Vormund seiner Brüder, die nach dem Hausgesetze A.s ihre Länder gemeinschaftlich besitzen sollten. - Vgl. Kurz, Österreich unter Herzog A. dem Lahmen (Linz 1819).

Albrecht III., mit dem Zopfe, Herzog von Österreich, Sohn des vorigen, geb. Ende 1349 oder Anfang 1350, stand nach seines Vaters Tode (1358) unter der Vormundschaft seines Bruders Rudolf IV. und folgte diesem, da sein älterer Bruder Friedrich schon 1362 gestorben war, 1365 mit seinem jüngern Bruder Leopold III. in der Regierung. Gegen das Hausgesetz Albrechts II. (s. d.) schloß er 25. Sept. 1379 einen Vertrag mit Leopold, wonach dieser Steiermark, Kärnten, Kram, Tirol und die schwäb. Besitzungen, A. das eigentliche Erbland Österreich erhielt. Für die von Rudolf IV. 1365 gestiftete Wiener Universität, der A. große Privilegien verlieh, erwirkte er 1384 auch die theol. Fakultät von Urban VI. Als sein Bruder Leopold 1386 bei Sempach gefallen war, mußte er als Vormund der Söhne desselben den Krieg gegen die Eidgenossen fortführen. A. starb 29. Aug. 1395 auf seinem Schlosse Laxenburg mit Hinterlassung eines Sohnes, Albrecht IV., der bis 1404 regierte. - Vgl. Kurz, Österreich unter Herzog A. III. (2 Bde., Linz 1827).

Albrecht V., Herzog von Österreich, s. Albrecht II., deutscher König.

Albrecht VII., auch Albert genannt, Erzherzog von Österreich, geb. 13. Nov. 1559, der sechste Sohn Kaiser Maximilians II., wurde seit 1570 am Hofe Philipp II. von Spanien erzogen. Für den geistlichen Stand bestimmt, wurde er 1577 Kardinal und Erzbischof von Toledo und war von 1583 bis 1596 Vicekönig von Portugal. 1596 ernannte ihn Philipp II. zum Statthalter der Niederlande, wo A. bis an seinen Tod der Repräsentant des span. Monarchen blieb und dieser Aufgabe nicht ohne Takt und Würde entsprach. Den langjährigen Krieg mit Frankreich, in den er noch mit Erfolg eingriff, beendigte bald der Friede von Vervins (2. Mai 1598). Um den Niederlanden eine größere Selbständigkeit zu geben, übertrug Philipp seine Rechte daran seiner Tochter Isabella und bestimmte ihre Hand dem Erzherzoge A. Dieser trat aus dem geistlichen Stande und vermählte sich 18. April 1599 mit der Infantin. Der Krieg gegen die abgefallenen Provinzen nahm seinen Fortgang. Berühmt sind A.s Kämpfe gegen Moritz von Oranien um Nieuwport (1600) und die dreijährige Belagerung Ostendes, das A. erst 1604 bezwang. Der 12jährige Waffenstillstand, den er 1609 abschloß, gab ihm Gelegenheit, für die Blüte des Landes mit regstem Eifer zu sorgen. Er starb im Juli 1621. Sein von Rubens gemaltes Bildnis befindet sich in der Gemäldegalerie zu Brüssel.

Albrecht, Friedr. Rud., Erzherzog von Österreich, ältester Sohn des Erzherzogs Karl, des Siegers von Aspern, geb. 3. Aug. 1817 zu Wien, begann 1836 den Heeresdienst In Graz im 13. Infanterieregiment als Befehlshaber eines Bataillons, wurde 1839 Oberstlieutenant des 4. Kürassierregiments (Baron Mengen) in Ungarn, 1840 Generalmajor, 1843 Feldmarschalllieutenant und ad latus Kommandant von Mähren und leitete daselbst, wie seit 1845 in Österreich, die großen Manöver. Durch die Märzereignisse 1848 in Wien veranlaßt, vom Militärgouvernement zurückzutreten, begab sich A. nach Italien und machte als Volontär den ersten Feldzug Radetzkys gegen Karl Albert von Sardinien mit. Im Dez. 1848 erhielt er das Kommando einer Division der Avantgarde, mit der er im März 1849 bei Mortara und bei Novara kämpfte. Ende 1850 übernahm er zur Zeit des österr.-preuß. Konflikts den Oberbefehl über ein an der Grenze von Nordböhmen vereinigtes Korps. Im Sept. 1851 wurde er Commandeur der Dritten Armee und Generalgouverneur von Ungarn. Während des Italienischen Krieges von 1859 sollte A. für den Fall einer Beteiligung des Deutschen Bundes an dem Kriege gegen Frankreich die Operationen der deutschen Truppen am Rheine mit einem österr. Korps unterstützen. Als 1860 das absolutistische Staatsregiment in Ungarn gestürzt wurde, verließ A. Ungarn und seine Gouverneurstelle und wurde nach Vicenza als Korpsbefehlshaber unter Benedek entsendet. Seit 1863 Feldmarschall, erfocht A. während des Krieges von 1866 als Oberkommandant der Südarmee 24. Juni den Sieg bei Custozza und wurde 10. Juli zum Kommandanten aller operierenden Truppen Österreichs und 22. Sept. zum Generalinspektor sämtlicher Truppen ernannt. Als solcher erwarb er sich Verdienste um die Reform des Wehrsystems und die Reorganisation des österr. Heers. A. trat auch als militär. Schriftsteller, jedoch