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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Albrecht

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Albrecht (Hochmeister) - Albrecht (Prinz von Preußen)

anonym, auf mit: "Wie soll Österreichs Heer organisiert sein? Allen Patrioten Gesamt-Österreichs gewidmet" (Wien 1868) und "Über die Verantwortlichkeit im Kriege" (ebd. 1869; 2. Aufl. 1870). 1893 wurde A. von Kaiser Wilhelm zum preuß. Generalfeldmarschall ernannt. Er starb 18. Febr. 1895 auf seinem Schloß Arco. Da A., vermählt mit Hildegard (gest. 2. April 1864), einer Tochter des Königs Ludwig I. von Bayern, keinen Sohn hinterließ, wurde sein Neffe, Erzherzog Friedrich, geb. 4. Juni 1856, k. k. Feldzeugmeister und Kommandant des 5. Armeekorps, Erbe seiner umfangreichen Besitzungen.- Vgl. Tender, Feldmarschall Erzherzog A. (Wien 1895).

Albrecht, letzter Hochmeister des Deutschen Ordens und erster Herzog in Preußen, Begründer der Reformation in diesem Lande, geb. 16. Mai 1490, dritter Sobn des Markgrafen Friedrich von Ansbach, des zweiten Sohnes Albrechts Achilles und einer poln. Prinzessin, kam zur Erziehung an den Hof des Kölner Erzbischofs Hermann IV. (1480-1508), der ihm ein Kanonikat verlieh. Nach dem Tode dieses Kurfürsten, 1508, zog A. mit Kaiser Maximilian in den ital. Krieg. Nach dem Tode des Hochmeisters Herzogs Friedrich von Sachsen (14. Dez. 1510) wählte ihn der Deutsche Orden zu dessen Nachfolger. Die Hoffnung der Ritter, die Verwandtschaft A.s mit dem poln. König Sigismund würde zur Lösung des Lehnsbandes mit Polen führen, zeigte sich freilich als Täuschung; vielmehr kam es durch Verweigerung der von Polen verlangten Huldigung Dez. 1519 zum Kriege, der einen großen Teil Preußens verheerte; 1521 sah sich A. zu dem vierjährigen Waffenstillstände von Thorn gezwungen. Vergeblich waren die Hilfsgesuche, mit denen er auf einer dreijährigen Reise im Reiche Kaiser und Stände bestürmte. Aber A. ward auf dieser Reise in Nürnberg von Osiander, dann in Wittenberg von Luther selbst für die Reformation gewonnen. Luther riet ihm, den geistlich-aristokratischen Staat in ein weltliches Herzogtum zu verwandeln; doch erst nach Ende des Waffenstillstandes ward in Krakau 8. April 1525 der Friede unterzeichnet, der Preußen zu einem in A.s Familie erblichen Herzogtum unter poln. Lehnsoberhoheit machte. Nun wurde die Reformation ohne große Schwierigkeit in Preußen eingeführt; aber ein verwüstender Bauernaufstand, die drückende Abhängigkeit von Polen und die drückendere von den eigenen Ständen, dem anmaßenden Adel, den aufsässigen Bürgerschaften, besonders aber von starrsinnigen und engherzigen Theologen, trübten A.s Tage von Jahr zu Jahr mehr. Die von ihm 1544 gegründete Universität zu Königsberg (Collegium Albertinum) wurde der Herd der von den kleinlichsten Leidenschaften durchdrungenen Unruhen; gerade Osiander, den A. 1549 nach Preußen rief, machte durch seine Leidenschaftlichkeit den Zwiespalt unheilbar. Auch nach Osianders Tod (1552) blieb sein System, an denen Spitze der Pfarrer Johann Funcke trat. Die Opposition der Stände gegen die centralisierende Hofpartei, deren Mittelpunkt eine Zeit lang der ungar. Abenteurer Paul Skalich war, stützte sich auf die altluth. Auffassung, und es gelang ihnen schließlich, die vornehmsten Räte A.s, darunter Funcke, auf das Blutgerüst zu bringen. Geistig und körperlich gebrochen starb A. 20. März 1568. Ein Erzstandbild (von Reusch) wurde ihm 19. Mai 1891 in Königsberg errichtet. Seine erste Gemahlin war Dorothea von Dänemark (1526-47); seine zweite, Anna Maria von Braunschweig (1550), gebar ihm den Erben Albrecht Friedrich. - Vgl. Voigt, Briefwechsel der berühmtesten Gelehrten des Zeitalters der Reformation mit Herzog A. von Preußen (Königsb. 1841); Lohmeyer, Herzog A. von Preußen (Danz. 1890); Joachim, Die Politik des letzten Hochmeisters in Preußen (Bd. 1 u. 2, Lpz. 1892-94); Tschackert, Herzog A. von Preußen als reformatorische Persönlichkeit (Halle 1894).

Albrecht, Friedr. Heinr., Prinz von Preußen, vierter Sohn des Königs Friedrich Wilhelm III., geb. 4. Okt. 1809 zu Königsberg in Preußen, trat 1819 beim 1. Garderegiment zu Fuß in die Armee. Seit dem 20. Lebensjahre gehörte er der Kavallerie an und war seit 16. Juni 1871 als Generaloberst deren höchster Befehlshaber. Im Deutschen Kriege von 1866 befehligte er das Kavalleriekorps der Ersten preuß. Armee und wohnte den Kämpfen von Münchengrätz, Gitschin und Königgrätz bei, wenn auch das Kavalleriekorps den auf dasselbe gesetzten Erwartungen nicht entsprach. Im Kriege von 1870 und 1871 stand er an der Spitze der anfangs der Dritten deutschen Armee zugeteilten 4. Kavalleriedivision. Später nahm er an den Kämpfen des Generals von der Tann, des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin und des Prinzen Friedrich Karl gegen die Loirearmee, namentlich an dem schweren Winterfeldzug (s. Deutsch-Französischer Krieg von 1870 und 1871) Anteil. Er starb 14. Okt. 1872. Das preuß.-litauische Dragonerregiment Nr. 1 führt seinen Namen. Prinz A. verheiratete sich 1830 mit Prinzessin Marianne der Niederlande, von der er 1849 geschieden ward, in zweiter Ehe 1853 morganatisch mit der zur Gräfin Hohenau erhobenen Tochter des Generals von Rauch, die 1879 starb. Kinder erster Ehe sind Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, und Alexandrine, geb. 1. Febr. 1842, vermählt 1865 mit Herzog Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin, Witwe seit 1879.

Albrecht, Friedr. Wilh. Nikol., Prinz von Preußen, Sohn des vorigen, geb. 8. Mai 1837, trat 1847 als Sekondelieutenant bei dem 1. Garderegiment zu Fuß in die preuß. Armee, wurde 1859 als Rittmeister à la suite zum Garde-Dragonerregiment versetzt. 1361 zum Oberst, 1865 zum Generalmajor befördert, erhielt er bei Beginn des Deutschen Krieges Juni 1866 das Kommando der 1. schweren Kavalleriebrigade der Zweiten Armee. 1870 wurde A. zum Generallieutenant befördert, behielt aber das ihm nach dem Frieden übertragene Kommando der 2. Garde-Kavalleriebrigade bei, nahm mit derselben 18. Aug. an der Schlacht von Gravelotte-St. Privat, 1. Sept. an der Schlacht bei Sedan und an der Einschließung von Paris teil. Ende September übernahm der Prinz den Befehl über eine mobile Kolonne, die zur Deckung des vor Paris stehenden Heers gegen die von Norden her andringenden Scharen entsendet wurde. Ende Dezember stieß er mit derselben zur Ersten Armee (unter General von Manteuffel), folgte dann mit dem 8. Armeekorps dem franz. General Faidherbe, nahm mit seiner durch Infanterie und Artillerie verstärkten Kolonne 2. und 3. Jan. 1871 an den Kämpfen bei Bapaume teil, führte danach die 3. Reservedivision in den Kämpfen bei Amiens. Nach dem Frieden erhielt er das Kommando über die 20. Division (Hannover), wurde 1874 zum kommandierenden General des 10. Armeekorps in Hannover ernannt und 1875 General der Kavallerie. Am 21. Okt. 1885 wurde A. von der braunschw. Landesversammlung einstimmig