Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Alcedinidae; Alcester; Alcestis; Alchemilla; Alchimie

345

Alcedinidae - Alchimie

Linien Madrid-Alicante und A.-Ciudad-Real der Bahn Madrid-Saragossa-Alicante, gut gebaut und betriebsam, hat (1887) 9557 F., eine große königl. Salpeterfabrik, Pulver- und Schokoladenmühlen, Seifenfabriken, Wollwebereien und in der Nähe reiche Galmei- und Eisengruben. Die einförmigen Hochebenen ringsum schildert Cervantes im "Don Quirote". - Alcazar - Quivir nennen die Spanier die marokk. Stadt Kassr el-Kebir (s. d.).

Alcedinidae, s. Eisvögel.

Alcester (spr. ahlster oder abster), Frederick Beauchamp Seymour, Lord, brit. Admiral, geb. 12. April 1821 zu London, trat 1834 in die Marine ein, wurde 1842 Schiffslieutenant, 1854 Kapitän, 1870 Konteradmiral und 1876 Vizeadmiral. Er nahm 1852-53 am Kriege gegen Birma teil, befehligte 1855-56 eine schwimmende Batterie im Schwarzen Meere und war 1868-70 Privatsekretär des ersten Lords der Admiralität, 1872-74 Lord der Admiralität im Marineministerium. 1880 führte er den Oberbefehl über die Flotte vor Dulcigno, 1882 über die engl. Flotte vor Alexandria, bombardierte 11. Juli die Forts und besetzte 14. Juli die Stadt, worauf er im August die Überführung der brit. Truppen nach Ismailia am Sueskanal leitete. Dafür erhielt er eine Dotation von 25000 Pfd. St. und wurde als Baron A. von A. zur Peerswürde erhoben. Er starb 30. März 1895 in London.

Alcestis (Alceste), s. Alkestis. - A. ist auch der Name des 124. Planetoiden.

Alchemilla L., Frauenmantel, Pflanzengattung aus der Familie der Rosaceen (s. d.), Abteilung der Poterieen, mit gegen 30 Arten, meist in den Gebirgsgegenden Südamerikas; einige sind in der nördlich gemäßigten Zone der Alten Welt weit verbreitet. Es sind ausdauernde, selten einjährige Kräuter mit meist handförmig gelappten oder geteilten und zugleich handnervigen, selten vielspaltigen Blättern und kleinen unansehnlichen, gelblich-grünen, meist in doldenrispig angeordneten Trugdolden stehenden Blüten. In Deutschland ist A. vulgaris L. (gemeiner Frauenmantel, Marienmantel, Sinau) eine auf feuchten Wiesen, an Gräben und in schattigen Wäldern häufige Art, deren langgestielte, nierenförmige, 7 - 9 lappige Blätter früher offizinell waren. An Felsen und steinigen Orten der Alpen ist häufig die schöne, auch als Gartenzierpflanze benutzte A. alpina L.

Alchimie, Alchymie (arab. al-kimia, entweder aus kemi, dem einheimischen kopt. Namen Ägyptens, oder aus dem grch. chýmos, Flüssigkeit, Saft, entstanden) war der Name, mit dem im Mittelalter bis herab in das 17. Jahrh. die Chemie bezeichnet wurde. Seitdem jedoch letztere wissenschaftliche Begründung und Gestalt gewonnen hat, wird mit A. nur noch die vermeintliche Kunst, unedle Metalle in Gold und Silber zu verwandeln, benannt. Die A. verhält sich demnach zur gegenwärtigen Chemie ebenso wie die Astrologie zur Astronomie. Das Bestreben der Alchimisten des Mittelalters ging vorzüglich auf die Darstellung zweier Geheimmittel, durch die jene erwünschte Veredelung (Perfektionierung) der Metalle ermöglicht werden sollte. Das wichtigste dieser beiden Präparate, das die Kraft besitzen sollte, nicht bloß Silber, sondern auch unedle (imperfekte) Metalle, wie Blei, Quecksilber u. s. w. in Gold zu verwandeln, führte den Namen Stein der Weisen, roter Löwe, großes Elixir oder Magisterium (Meisterstück), auch rote Tinktur und Panacee des Lebens. Man legte diesem Mittel allerhöchste Kraft bei, insofern es nicht nur im stande sein sollte, unedle Metalle in edle zu verwandeln, sondern auch als Universalmedizin zu dienen, die, aufgelöst und in angemessener Verdünnung als Trinkgold (aurum potabile) in kleinen Dosen genommen, alle Krankheiten heile, das Alter verjünge und das Leben verlängere. Die Mystiker unter den Alchimisten legten ihm sogar erlösende Kraft bei. Das zweite Geheimmittel, auf halber Stufe der Vollkommenheit, das den Namen weißer Löwe, weiße Tinktur oder kleines Magisterium (Elixir) führte, beschränkte sich auf die Kraft, alle unedeln Metalle in Silber zu verwandeln. Die, welche den Stein der Weisen gefunden hatten, hießen Adepten (s. d.). Die Ursprünge der A. weisen auf das alte Ägypten hin; der röm. Kaiser Diocletian befahl 296 n. Chr., daß alle ägypt. Bücher über die Goldmacherkunst verbrannt werden sollten. Spätere Alchimisten leiteten ihre Kunst von Hermes Trismegistus (s. d.) oder Thoth ab, weshalb die Kunst des Goldmachens auch die hermetische Kunst genannt ward. Im 4. Jahrh. n. Chr. wurde das Problem der Goldverwandlung auf der gelehrten Schule zu Alexandria mir Eifer verfolgt. Ein unter dem Namen Demokritos auftretender Schriftsteller, der offenbar dem alexandrinischen Gelehrtenkreise angehörte, eröffnete mit seinem Werke "Physica et mystica" die lange Reihe eigentlich alchimist. Werke. Dieselben erschienen großenteils unter dem Namen berühmter Philosophen (wie Plato, Pythagoras u. s. w.), um der Sache Achtung und Eingang zu verschaffen, sind aber wegen ihrer bilderreichen Darstellung und seltsamen Nomenklatur wenig verständlich. Die Griechen wurden die Lehrer der Araber, welche die alchimist. Kunst mit Vorliebe pflegten und ihr zugleich mit dem Namen auch die Gestalt gaben, die sie im wesentlichen behalten hat. Epochemachend in letzterer Beziehung wurde der Araber Abu Musa Dschafar al-Sofi, genannt Geber (s. d.). Sein Hauptwerk ist die ins Lateinische übersetzte "Summa perfectionis magisterii in sua natura" (Rom, zwischen 1490 u. 1520; Danzig 1682; französisch in Salmons "Bibliothèque des philosophes chimiques", 2 Bde., Par. 1672-78; vermehrte Ausg., 3 Bde., 1741, mit einem 4. Bd. u. d. T. "Bibliothèque des philosophes alchimiques ou hermétiques", 1754), aus dem hervorgeht, daß zu Gebers Zeit als die Grundidee der Chemie die Hypothese galt, die Metalle seien zusammengesetzte oder vielmehr in ihrer Substanz verwandelbare Stoffe. Alle Metalle sollten aus Merkur (Quecksilber) und Schwefel gebildet sein. Man könne daher denselben das hinzufügen, was ihnen fehle, oder das von ihnen fortnehmen, was im Überfluß vorhanden sei. Das Abendland erhielt die A. von den Arabern und Mauren in Spanien seit dem 10. und 11. Jahrh.; von denselben entnahm man sowohl die Formen als die Stoffe des Studiums. Die berühmten Scholastiker Albert d. Gr. und Roger Bacon waren auch die berühmtesten Alchimisten ihrer Zeit. Arnoldus Villanovanus, gest. 1314, ein ausgezeichneter Arzt, verfaßte über 20 alchimist. Schriften. Der berühmteste Alchimist des 13. und 14. Jahrh. war der excentrisch phantastische Raimundus Lullus (s. d.), der 500 Schriften meist alchimist. Natur verfaßt haben soll. Das Orakel der Alchimisten des 15. Jahrh. und der Folgezeit wurde der Benediktiner Basilius Valentinus (um 1415), der in jenem Zeitalter für