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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Aldol; Aldoxime; Aldr; Aldrich; Aldridge; Aldringen; Aldringer; Aldrovanda

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Aldol - Aldrovanda

liedes beschäftigt. Winckelmann hat diese Darstellung auf die Hochzeit des Peleus und der Thetis, Biondi auf die des Manlius und der Julia gedeutet, andere denken an die Vermählung des Paris mit der Helena oder an eine einfache Hochzeitsfeier ohne mythische Unterlage. O. Müller hält die der Braut zuredende Figur für Aphrodite und die Dienerin für Charis. Das Gemälde ist im Stile der plastischen Reliefs gehalten und 1,20 m hoch, 2,60 m breit. - Vgl. Böttiger, Die A. H. (Dresd. 1810); Förster in der "Archäologischen Zeitung", 1874.

Aldol, C4H8O2 ^[C<sub>4</sub>H<sub>8</sub>O<sub>2</sub>], eine organische Verbindung, die zugleich Alkohol und Aldehyd ist und aus gewöhnlichem Aldehyd bei Anwesenheit von verdünnter Salzsäure nach einem eigentümlichen Polymerisationsvorgang entsteht, den man Aldol-Kondensation genannt hat:

CH3.CHO + CH3.CHO = CH3.CH(OH).CH2.CHO ^[CH<sub>3</sub>.CHO + CH<sub>3</sub>.CHO = CH<sub>3</sub>CH(OH).CH<sub>2</sub>CHO]

Das A. ist eine farb- und geruchlose, in Wasser leicht lösliche Flüssigkeit, welche beim Destillieren unter Wasserverlust in Krotonaldehyd übergeht.

Aldoxime nennt man die Verbindungen des Hydroxylamins (s. d.) mit den Aldehyden. Das gewöhnliche, vom Acetaldehyd abstammende A. hat die Konstitution CH3.CH:N.OH ^[CH<sub>3</sub>.CH:N.OH]. Die A. sind meist unzersetzt destillierende Flüssigkeiten, die sich ebenso verhalten wie Acetoxim (s. d.); nur werden sie von Säurechloriden in Nitrile (s. d.) verwandelt.

Aldr., naturwissenschaftliche Abkürzung für Ulisse Aldrovandi (s. d.).

Aldrich (spr. áhldritsch), Thomas Bailey, nordamerik. Dichter, geb. 11. Nov. 1836 zu Portsmouth (Neuhampshire), unterbrach nach dem frühen Tode seines Vaters die Studien und trat in ein Bankgeschäft, widmete sich aber, durch litterar. Erfolge ermutigt, bald ganz der Schriftstellerei. Er gab nacheinander heraus: "New York Evening Mirror", "Home Journal", "The Saturday Press" und 1870-74 "Every Saturday", seit 1881 "The Atlantic Monthly". 1854 veröffentlichte er "The Bells", 1856 "The Ballad of Babie Bell", die großen Beifall fand, 1861 "Pampinea". Er sammelte seine Gedichte 1865, 1874 ("Cloth of Gold, and other poems"), 1876 ("Flower and thorn"), 1882 ("Poems"), 1884 ("Mercedes, a historical drama, and later lyrics"), 1884 ("Later lyrics"); dazu kommen "36 lyrics and 12 sonnets" (1881), "Wyndham Towers" (1889), "The Sister's tragedy, with other poems lyrical and dramatic" (1891) und "Unguarded gates and other poems" (1894). Als Dichter zeichnet ihn große Formgewandtheit und Feinheit der Empfindung aus. Sein Humor kommt in seinen Erzählungen zur Geltung, besonders in der Schulgeschichte "The story of a bad boy" (1870), die wie "Prudence Palfrey" (1874) und "The Queen of Sheba" (1877) verdeutscht wurde. Auch "The course of true love" (1858), "Out of his head" (1862), Marjorie Daw" (1873), "Prudence Palfrey" (1874) und "The Stillwater tragedy" (1880; nachgeahmt von de l'Isle, "Le crime de Stillwater", Par. 1883) gehören zu den viel gelesenen der A.schen Novellen, von denen Bentzon (s. d.) mehrere (z. B. La reine de Saba", Par. 1879, mit Biographie A.s) ins Französische übersetzte. Beliebt ist A.s launige Reiseschilderung "From Ponkapog to Pesth" (Bost. 1883). Seine Schriften sammelte er in "Novels and poems" (6 Bde.; neue Ausg., Bost. 1885).

Aldridge, Ira (spr. eira áhldridsch), ein als Schauspieler bekannter Mulatte, geb. 13. April 1804 (oder 1810) zu Bellair bei Baltimore. Zum Missionar bestimmt wie sein Vater, kam er 1826 nach Glasgow. Seit 1826 Diener von Edm. Kean, faßte er Neigung fürs Theater und trat, doch ohne Erfolg, in Baltimore auf. Dann debütierte er erfolgreich als Othello im Royalty Theatre zu London und fand viel Anklang in der Provinz. In Belfast erschien A. als Othello neben Kean, der Jago gab; außerdem wurden seine Hauptrollen Shylock, Zanga in Joungs "Revenge", Rolla im Kotzebue-Sheridanschen "Pizarro", Muley Hassan in Schillers "Fiesco" u. a., die seiner Farbe entsprachen. 1852 ward er mit seiner engl. Gesellschaft auf dem Festlande mit großem Beifall aufgenommen, nicht so in London, wo er 1857 beim Covent-Garden-Theater eintrat. Er ging 1858 nach Petersburg und Moskau, bereiste nochmals Deutschland, Polen und Ungarn, 1866 Frankreich. Auf einer Reise nach Rußland starb er 7. Aug. 1867 zu Lodz. A. besaß, besonders im Tragischen, große Gewandtheit, doch übertrieb er oft die Leidenschaft.

Aldringen, s. Aldringer.

Aldringer oder Altringer, auch Aldringen, Johann, Graf, kaiserl. General im Dreißigjährigen Kriege, geb. 10. Dez. 1588 zu Diedenhofen, besuchte die Universität Paris, trat 1606 als "Doppelsöldner" in span. Dienste, ließ sich 1618 für das kaiserl. Heer werben und zeichnete sich durch Tapferkeit, aber auch durch Gewandtheit mit der Feder aus. 1622 wurde er Oberst und 1624 als Hofkriegsrat und Generalkriegskommissar zu diplomat. Sendungen verwendet. Im April 1626 hielt er mit Erfolg den Dessauer Elbbrückenkopf gegen den Angriff Mansfelds und wurde 1627 zum Freiherrn, 1628 zum Grafen erhoben. Er erfreute sich der besondern Gunst Wallensteins und wurde nach dem Abschlusse des Friedens mit Dänemark (1629) als Generalmajor unter Collalto nach der Lombardei gesendet, wo er an der Eroberung von Mantua (18. Juli 1630) teilnahm. Die Plünderung der Schätze des Herzogs von Mantua legte den Grund zu seinem Vermögen. 1631 nach Deutschland zurückgekehrt, vereinigte er sich nach der Schlacht bei Breitenfeld mit Tilly in Hessen, wurde zum Generalfeldzeugmeister ernannt und 1632 in den Reichsgrafenstand erhoben. Im April 1632 in der Schlacht am Lech schwer verwundet, befehligte er nach Tillys Tode (30. April), unter Wallenstein, im kaiserl. Heer vor Nürnberg gegen Gustav Adolf, besonders gegen dessen Angriffe des Lagers 2. und 3. Sept. 1632. Er wurde zum Feldmarschall befördert und führte das dem Kurfürsten von Bayern gestellte Wallensteinsche Hilfskorps, mit dem er in Franken, Bayern und Schwaben gegen die Schweden operierte, wobei er sich in den schwierigen Verhältnissen zwischen Wallenstein und dem Kurfürsten mit großer Gewandtheit bewegte. Er ließ sich schließlich von der Hofpartei gegen Wallenstein gewinnen, wußte jedoch dem Befehl, diesen in Pilsen gefangen zu nehmen, durch Zögern auszuweichen. Nach dem Tode Wallensteins kämpfte er gegen die Schweden an der Donau, und fiel bei der Verteidigung von Landshut 22. Juli 1634. Seine großen Reichtümer erbte seine Schwester, die sich mit einem Grafen Clary vermählte und deren Nachkommen den Namen Clary und Aldringen (s. d.) führen. - Vgl. Brohm, Johann von Aldringen (Halle 1882); Hallwich, Johann Aldringen (Lpz. 1885).

Aldrovanda Monti, Pflanzengattung aus der Familie der Droseraceen (s. d.) mit nur einer in