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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Alexander

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Alexander Karl (Herzog von Anhalt-Bernburg) - Alexander (König von Polen)

Alexander Karl, letzter Herzog von Anhalt-Bernburg, geb. 2. März 1805 als Sohn des Herzogs Alexius Friedrich Christian. Wegen seiner zunehmenden geistigen Schwäche verfügte sein Vater, daß alle künftigen Regierungshandlungen A. K.s an die Mitwirkung eines geheimen Konferenzrats gebunden sein sollten. A. folgte 24. März 1834 seinem Vater in der Regierung und war seit 30. Okt. 1834 vermählt mit Prinzessin Friederike von Holstein-Glücksburg, der er durch Patent vom 8. Okt. 1855 die Regierung übertrug. Er starb 19. Aug. 1863 in dem Schlosse zu Hoym. Sein Tod hatte die Wiedervereinigung der seit 1603 geteilten anhalt. Lande in der Hand der Dessauer Linie zur Folge. (S. Anhalt.)

Alexander I., Fürst von Bulgarien, vorher Prinz von Battenberg, der zweite Sohn des Prinzen Alexander (s. d.) von Hessen aus dessen morganatischer Ehe mit Gräfin Julie von Hanke, spätern Prinzessin von Battenberg (s. d.). A. wurde 5. April 1857 geboren, besuchte die Erziehungsanstalt zu Schnepfenthal, erhielt seine militär. Ausbildung im Kadettenhause zu Dresden, ward Sekondelieutenant im 2. großherzogl. Hess. Leibdragonerregiment Nr. 24 sowie à la suite des russ. 8. Ulanenregiments, nahm im Stab General Gurkos und in der Suite des Kaisers am Russisch-Türkischen Kriege von 1877 und 1878 teil und trat dann in das Regiment Garde du Corps zu Berlin ein. Auf den Vorschlag Rußlands wurde er 29. April 1879 von der bulgar. Notabelnversammlung einstimmig zum Fürsten von Bulgarien erwählt, als welchen die Berliner Kongreßmächte ihn 17. Aug. 1879 bestätigten. Am 6. Juli betrat er in Varna den Boden Bulgariens, leistete 9. Juli vor der Nationalversammlung zu Tirnova den Eid auf die Verfassung und hielt 13. Juli seinen feierlichen Einzug in Sofia. Er setzte ein Ministerium der konservativen Partei ein und eröffnete 2. Nov. das Sobranje (Gesetzgebende Versammlung). A. suchte, in engster Verbindung mit Rußland, dem Lande eine regelrechte Entwicklung zu geben. Aber bei seiner Gegnerschaft gegen die Verfassung von Tirnova konnte er mit dem liberalen Sobranje nicht regieren und entschloß sich daher zu einer Gewaltmaßregel: er berief im Juni 1881 die Große Nationalversammlung ein und stellte ihr die Wahl zwischen seiner Abdankung und der Übertragung diktatorischer Vollmachten auf ihn unter Suspension der Verfassung auf 7 Jahre. Die Nationalversammlung entschied sich einstimmig für die Diktatur, und damit war die Differenz zwischen Fürst und Volk vorläufig beseitigt. Aber die russ. Eingriffe in die Angelegenheiten Bulgariens führten 1883 zur Wiederherstellung der Tirnovaer Verfassung und 1885 zur Vereinigung des Landes mit Ostrumelien, worauf A. den Titel "Fürst von Nord- und Südbulgarien" annahm. Durch dieses selbständige Vorgehen erregte er dermaßen den Haß des Zaren, daß dieser ihn aus den Listen des russ. Heers, dem er als Generallieutenant und Chef zweier Regimenter zugeteilt war, strich. In dem darauf ausbrechenden Kriege zwischen Bulgarien und Serbien (Nov. 1885) that sich A. durch militär. Tüchtigkeit und persönlichen Mut hervor, konnte aber den Lohn seiner Tapferkeit wegen des Widerstandes Rußlands nicht ernten. In dieser Lage überraschte ihn die Verschwörung vom 21. Aug. 1886. A. wurde in der Nacht gefangen genommen, samt seinem Bruder Franz Joseph in die russ. Donaustadt Reni gebracht und eine provisorische Regierung eingesetzt; diese wurde jedoch sogleich wieder gestürzt und A. im Triumph zurückgeführt. Da aber A. auf ein an den Zaren gerichtetes Telegramm eine schroffe Zurückweisung erfuhr, glaubte er im Interesse des Landes abdanken zu müssen (7 Sept.) und begab sich nach Einsetzung einer Regentschaft in seine hess. Heimat. Nachdem A. Anfang 1889 aus der preuß. Armee, in der er den Rang eines Generalmajors bekleidete, ausgeschieden war, heiratete er 6. Febr. 1889 die Sängerin am Darmstädter Hoftheater, Johanna Loisinger (geb. 18. April 1865 zu Preßburg), und ließ sich mit ihr unter dem Namen eines Grafen von Hartenau in Graz nieder. 1890 trat A. als zweiter Oberst im österr. Infanterieregiment Nr. 27 in den aktiven Dienst, 1892 wurde er zum Generalmajor und Commandeur der Grazer Infanteriebrigade befördert. Die bulgar. Sobranje bewilligte ihm 1891 eine jährliche Dotation von 50 000 Frs. Er starb 17. Nov. 1893 in Graz. Seine Leiche wurde auf Kosten der bulgar. Regierung nach Sofia übergeführt und dort in der Sveti-Kral-Kirche beigesetzt. - Vgl. Sobolew, Der erste Fürst von Bulgarien (Lpz. 1886); von Huhn, Aus bulgar. Sturmzeit (ebd. 1887); Koch, Fürst A. von Bulgarien (Darmst. 1887).

Alexander, Ludwig Georg Friedr. Emil, Prinz von Hessen und bei Rhein, österr. General der Kavallerie, geb. 15. Juli 1823 als der dritte Sohn des Großherzogs Ludwig II. von Hessen-Darmstadt, trat 1833 in hess. Militärdienst, 1840 in die russ. Armee und wurde 1843 Generalmajor; 1845 befehligte er unter Fürst Woronzow die Kavallerie gegen die Bergvölker des Kaukasus. Doch verließ er 1851 den russ. Militärdienst und trat 1853 in österr. Dienste. Im Italienischen Krieg von 1859 deckte er nach dem ersten blutigen Gefecht bei Montebello (20. Mai) mit großer Ausdauer den Rückzug und wurde zum Feldmarschalllieutenant befördert. Er übernahm die Division Reischach in Mantua und beteiligte sich nur noch an der Schlacht bei Solferino (24. Juni). Sodann leitete er die Verhandlungen mit Napoleon III. ein und erhielt nach Beendigung des Feldzugs das Kommando des 7. österr. Armeekorps, kehrte aber im Dez. 1862 nach Darmstadt zurück. 1866 erhielt A. das Kommando über das aus den Kontingenten von Württemberg, Baden und Großherzogtum Hessen bestehende 8. deutsche Bundesarmeekorps, das gemeinschaftlich mit dem 7. (bayr.) Bundeskorps unter Prinz Karl von Bayern operieren sollte. Das energische Vorgehen der preuß. Mainarmee hinderte später die Vereinigung der beiden Bundeskorps, deren Truppen in einer Reihe von Einzelgefechten geschlagen wurden. A. veröffentlichte u. d. T.: "Feldzugsjournal des Oberbefehlshabers des 8. deutschen Bundesarmeekorps" (Darmst. 1867) eine Rechtfertigungsschrift. 1868 wurde A. zum österr. und 1873 zum hess. General der Kavallerie befördert. Er starb 15. Dez. 1888 zu Darmstadt. Seine Überreste wurden 1894 in einem Mausoleum auf dem Heiligenberg bei Jugenheim beigesetzt. A. hat in Heiligenberg eine bedeutende Münzsammlung angelegt, die er selbst beschrieb u. d. T. "Das Heiligenberger Münzkabinett" (3 Bde., Graz und Darmst. 1854-56). A. war seit 28. Okt. 1851 in morganatischer Ehe vermählt mit der Gräfin Julie von Hauke, spätern Prinzessin von Battenberg (s. d.).

Alexander, König von Polen (1501-6, geb. 1459, Sohn Kasimirs IV. und Bruder seines Vorgängers Johann Albert, Großherzog von Litauen seit 1492, vermählt mit Helene, der Tochter des russ.