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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Almucantharat; Almucium; Almude; Almunecar; Aln; Alnmouth; Alnus; Alnwick; Aloaden; Aloe (Pflanzengattung)

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Almucantharat – Aloe (Pflanzengattung)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Almqvist'

nur seiner litterar. Thätigkeit, war auch Mitredacteur des «Aftonblad». Er entwickelte lebendige Ursprünglichkeit und Erfindungsgabe, obschon er des Ebenmaßes entbehrte, sich auch zur Ausführung selten Zeit nahm. Er schrieb mathem. Lehrbücher, Grammatiken und andere philol. Werke, histor. und pädagogische Abhandlungen, religiöse, philos., polit. und nationalökonomische Aufsätze. In Deutschland wurde er nur als Belletrist bekannt; am bedeutendsten ist hier «Törnrosens Bok», zwei Sammlungen romantischer Rahmendichtungen (seit 1832). Von A.s Romanen sind zu erwähnen: «Palatset», «Gabriele Mimanso», «Amorina», «Amalie Hillner», «Die Herren auf Ekolsund»; von dramat. Arbeiten: «Signora Luna», «Ramido Marinesco», «Die Schwanengrotte auf Ipsara», «Marjam», «Isidorus von Tadmor»; von epischen: «Schems el-Nihar», «Arthurs Jagd» (aus dem Artuskreise); von kleinern Erzählungen: «Colombine»; «Die Kapelle», eine Idylle; die Novelle «Es geht an», die gegen die Konventionsehe gerichtet ist und viele Gegenschriften, von Palmblad, Snellmann u. a., hervorrief; «Aramintha May». Als Humorist glänzt er in «Ormuzd und Ahriman», zeigt sich aber am liebenswürdigsten in seinen Volksschriften «Grimstahamas Nybygge», «Arbetets ära» u. a. A. geriet 1851 in den Verdacht eines Vergiftungsversuchs an einem Wucherer, entzog sich aber der Untersuchung durch Flucht nach Nordamerika. 1865 ging er als Prof. C. Westermann nach Bremen und starb dort 26. Sept. 1866. Eine Auswahl seiner Schriften («Valda skrifter», 2. Serie, 4 Bde., Stockh. 1874–75; 1. Serie 1878) gab Lysander mit einer Biographie A.s heraus. – Vgl. auch die litterar-histor. Studie über A. von Ahnfelt (Stockh. 1876).

Almucanthărat (arab.), in der Astronomie jeder dem Horizont parallele Kreis der Himmelskugel. Sterne, die auf demselben A. stehen, haben gleiche Höhe. Auch nennt man A. ein Instrument, mit dem man die Zeiten der Durchgänge von Sternen durch das nämliche A. beobachten kann.

Almucĭum, ein Kleidungsstück, das früher, namentlich im Mittelalter, neben dem Barett im Winter von den Kanonikern getragen wurde, bestand aus einem weiten Pelzkragen, welcher die Schultern bis etwa zu den Ellbogen bedeckte, und dem cucullus oder der cappa (Kapuze) von gleichem Stoff, welche über das Haupt geschoben werden konnte. Im Sommer trugen die Kanoniker das sie auszeichnende A. mehr zum Schmuck über dem linken Arm.

Almude (in Portugal und Brasilien auch Amalde, in Mexiko auch Almuere oder Almuerza), ein ursprünglich maur. älteres Hohlmaß von sehr verschiedener Größe. Noch gegenwärtig ist der Muhd (arab. al-muhd) in Marokko ein allgemein gebräuchliches Getreidemaß von ungefähr 14 l Inhalt; 4 Muhd bilden ein Sah. An Gewicht enthält der Sah Weizen etwa 33–35 kg. In Spanien diente der A., der häufiger Celemin genannt wurde, ebenfalls als Getreidemaß. Er war dort (wie auch in Mexiko) 1/12 der Fanega (s. d.) und sein Inhalt schwankte in den einzelnen Provinzen zwischen etwa 2 und 6 l. Der mexikanische A. enthielt etwa 7 ½ l. In Portugal und Brasilien war der A. ein Flüssigkeitsmaß, dessen Inhalt in den einzelnen portug. Orten zwischen etwa 17 und 25 l schwankte, bei Öl aber in Lissabon etwa 34 Arratéis oder portug. Pfd. (= 15,6 kg), in Oporto etwa 50 solche Pfund (= etwa 23 kg) betrug. Der brasilianische A. war in der Hauptstadt etwa = 16 l. ↔ Auf den Canarischen Inseln führte auch ein kleines Flächenmaß den Namen A. (oder Celemin), ebenso in Mexiko, wo es auch Estajo genannt wurde und = 35,11 qm war. (S. auch Alma.)

Almuñecar (spr. -munjeh-), Ciudad und Seehafen im Distrikt Motril der span. Provinz Granada, südlich von der Sierra de Almijara, in einer Zuckerrohr und Bataten erzeugenden Vega, ist sehr altertümlich gebaut und hat (1887) 8842 E. und eine Burg aus der Zeit der Maurenherrschaft. Hier landete 755 der Omajjade Abd ar-Rahman Ibn Moavijah, der Stifter des Emirats Cordoba.

Aln, schwed. Name für Elle (s. d.).

Alnmouth (spr. ännmöth), s. Alnwick.

Alnus, s. Erle.

Alnwick (spr. ännick) oder Alnewick, Stadt in der engl. Grafschaft Northumberland, am schiffbaren Aln oder Alne, der 7 km östlich von A. bei dem Hafenort Alnmouth (452 E., Seebad) in die Nordsee mündet, hat (1891) einschließlich Canongate 6746, als Zählbezirk 7436 E., geräumigen Marktplatz, großes Stadthaus mit Säulenhallen und Turm, 10 Kirchen, sowie Handel mit Ackerbau- und Industrieerzeugnissen. Außer den Ruinen einer 1147 gegründeten Abtei (Alnwick-Abbey) nördlich des Aln besitzt die Stadt das Stammschloß der Grafen und Herzöge Percy von Northumberland, Alnwick-Castle. Dasselbe, seit 1310 der Sitz der Percy, wird schon 1093 erwähnt und wurde seit 1854 durch Umbau nach ital. Stil in eins der stattlichsten Schlösser Englands mit großem Park umgeschaffen. In der gegenwärtigen Gestalt schließen die Mauern desselben 2 ha ein.

Aloaden, s. Aloiden.

Aloë L., Aloe, Pflanzengattung aus der Familie der Liliaceen (s. d.) mit gegen 180 Arten, die meisten in Südafrika und einige in den Mediterrangegenden sowie auf den Canarischen Inseln. Einzelne Arten sind als Kulturpflanzen auch in andern Gegenden schon seit langer Zeit verbreitet. Es sind ausdauernde, niedrige, fast stengellose Kräuter mit grundständiger Blattrosette und kurzem, oft kaum 15 cm hohem Blütenschafte, oder von strauchartigen Wuchse, oder in seltenen Fällen selbst Bäume mit bis 20 m hohem und 1,60 m im Durchmesser haltendem, säulenförmigem, einfachen: oder ein- oder mehrmals gabelig verzweigtem Stamme mit endständigen Rosetten zahlreicher dichtgestellter Blätter. Die zweizeilig oder spiralig gestellten Blätter sind bei allen Arten dickfleischig und meist sehr saftig, aus mehr oder weniger stengelumfassendem Grunde in der Regel lineal-lanzettlich und allmählich verschmälert, auf der Oberfläche oft rinnig, glatt oder gerunzelt oder warzig, an den Rändern oft hornartig oder auch dornig-gezähnt, bei einzelnen Arten gefleckt oder gebändert. Zwischen ihnen erhebt sich der end- oder achselständige, nackte oder mit Schuppenblättern besetzte, oft meterlange Blütenschaft, der eine einfache Ähre oder Traube oder aus solchen zusammengesetzte Rispe meist ansehnlicher, gewöhnlich rotgelber oder purpurner, aufrechter, abstehender oder hängender Blüten mit gegliedertem, von einem Deckblatte gestütztem Blütenstiele trägt. Die Gattung ist berühmt wegen der von einer Anzahl ihrer Arten gelieferten offizinellen Drogue Aloe (s. d.). Diese liefern die Arten: A. socotrina Lam. (= A. vera Mill., doch nicht L., s. Tafel: Liliifloren, Fig. 1, a. Blütenstand, b. Blüte, c. Blüte durchschnitten), A. vulgaris Lam., A. ferox L., A. spicata L. fil. und A