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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Alter vom Berge - Althaea

(Monatsblatt" seit 1884) und München (seit 1870), deren Vereinigungspunkt jetzt die "Deutsche Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte" ("Archiv für Anthropologie" und "Correspondenzblatt") bildet, thatkräftig zur Seite.

In der Schweiz nimmt die von Ferd. Keller, dem Entdecker der Pfahlbauten, gegründete "Antiquarische Gesellschaft" zu Zürich ("Mitteilungen") die erste Stelle ein. Besonders reich an Altertums-und Museumsvereinen ist Österreich. Erwähnt seien das Johanneum in Graz (seit 1810), das vaterländische Museum zu Prag (1816), das Ferdinandeum zu Innsbruck (1823), das Francisceum zu Brünn, der steirische Provinzialverein zu Graz, der kärntnerische zu Klagenfurt ("Carinthia" und "Neue Carinthia"), vor allem aber die durch ihre zahlreichen wertvollen Veröffentlichungen hervorragende "K. k. Centralkommission zur Erhaltung und Erforschung der Baudenkmäler" in Wien, deren Thätigkeit sich neuerdings auf die gesamten Kunst- und Altertumsdenkmäler ausgedehnt hat. In dem an Rittertümern überreichen Skandinavien ist zu nennen die "Königl. Gesellschaft für Nordische Altertumskunde" in Kopenhagen (seit 1825). Die ältesten A. hat England aufzuweisen, wo bereits 1572 die "Society of antiquaries" gestiftet, 1707 von neuem begründet und 1751 von Georg II. anerkannt wurde. Seit 1771 giebt sie die namentlich für die angelsächs. Zeit bedeutungsvollen, reich illustrierten Quartbände der "Archaeologia" heraus. Ähnliche Ziele verfolgt für Schottland die "Scottish Society of Antiquaries" in Edinburgh (seit 1789), für Irland die "Royal Irish Academy" in Dublin (seit 1786). Unter den antiquarischen Gesellschaften Frankreichs, die zahlreicher als in irgend einem andern Lande sind, leistet Bedeutenderes die Pariser "Société des antiquaires de France", 1814 gestiftet ("Mémoires") und die "Commission des monuments historiques". (S. Historische Vereine.)

Alter vom Berge, auf Mißverständnis des Wortes "Scheich" beruhende falsche Übersetzung des Titels "Scheich al-Dschebel", d. h. "Gebieter des Gebirges", welchen man dem Oberhaupt der syr. Assassinen (s. d.), Raschid al-din Sinân, beilegte.

Alterweibersommer, s. Altweibersommer.

Altes Land, fruchtbare Marschebene (120 qkm) im Kreis Jork des preuß. Reg.-Bez. Stade an der Elbe, zwischen Buxtehude und Stade, durchströmt von der schiffbaren Este und der Lühe, wurde im 12. Jahrh. von Niederländern urbar gemacht, und bildet gegenwärtig das Amt Jork. Seine Bewohner unterscheiden sich noch jetzt durch ihre der niederländischen ähnliche Tracht sowie durch Sitten und Gebräuche, selbst durch die Bauart ihrer Häuser von der fries. und niedersächs. Bevölkerung anderer Marschen. Das Dorf Jork (s. d.) ist der Hauptort der Marsch, deren übrige Bewohner in langen Reihen freundlicher, einstöckiger Häuser wohnen. Die Erzeugnisse des Landes, Getreide und Obst, gehen nach Hamburg, Holstein und Hannover; Pferde und besonders fettes Schlachtvieh in großen Massen nach Hamburg und England.

Altesse (frz., spr. altéß), s. Hoheit.

Älteste, s. Presbyter; Ä. der Kaufmannschaft, s. Kaufmannschaft.

Altes Testament, s. Bibel.

Alte Welt, in räumlicher Hinsicht die seit dem Beginn der histor. Zeiten bekannten drei Weltteile der östl. Halbkugel: Afrika, Europa und Asien (Eurasien), im Gegensatze zu den beiden erst später entdeckten Amerika und Australien, die man als Neue Welt bezeichnet. In Beziehung auf Zeit versteht man unter den Völkern der A. W. die Nationen, die in Asien, Afrika und Europa vor dem Erscheinen des Christentums auftraten. Man spricht so von einer Geschichte, einer Geographie, einem Atlas u. s. w. der A. W. Zuweilen begreift man auch unter dem Ausdrucke A. W. das gesamte Kulturleben jener alten Völker, im Gegensatze zu der neuen Kultur oder Neuen Welt, die sich mit dem Auftreten des Christentums und der german. Völker entwickelte.

Altfränkisch bezeichnet das Altväterische, besonders aber alles, was an Sitten, Einrichtungen, Gebäuden, Kleidung, Möbeln u. s. w. veraltet, aus der Mode ist. Das Wort ist seit dem 13. Jahrh. in Gebrauch. Die Franzosen bezeichnen das, was wir A. nennen, mit gaulois oder gothique.

Altfürstliche Häuser, zur Zeit des frühern Deutschen Reichs diejenigen Fürstenhäuser, welche schon auf dem Reichstage von Augsburg 1582 unter den Fürsten gesessen hatten, und die man im Range höher hielt als die später gefürsteten, weil sie eine Virilstimme auf dem Reichstage führten (die später gefürsteten nicht ohne Genehmigung der Stände). Zu den A. H. gehörten u. a.: die Erzherzöge von Österreich, die Pfalzgrafen bei Rhein, die Herzöge von Sachsen, die Markgrafen zu Brandenburg (nicht aber die Fürsten von Hohenzollern), die Herzöge zu Braunschweig, die zu Württemberg, die Landgrafen zu Hessen, die Markgrafen zu Baden, die Herzöge zu Mecklenburg, die zu Holstein, die Fürsten zu Anhalt, die Fürsten zu Aremberg. Auch die Fürsten von Ligne wurden dazu gezählt, obgleich sie erst 1592 gefürstet wurden. Die übrigen Häuser hießen neufürstliche und man unterschied unter ihnen wieder solche, die Sitz und Stimme auf den Reichstagen hatten, wie die Hohenzollern, Lobkowitz, Salm, Dietrichstein, Nassau, Auersperg, Fürstenberg, Schwarzenberg, Liechtenstein, Thurn und Taxis, Schwarzburg, und solche, die auf dem Reichstage nicht im Fürstenkollegium saßen, worunter sich die Waldeck und die Reuß befanden.

Altgeige, s. Bratsche.

Alt-Gersdorf, s. Gersdorf.

Alt Gradiska, s. Gradiska.

Altgräfliche Häuser, solche zu Zeiten des alten Deutschen Reichs reichsständische Häuser, welche vor Kaiser Leopold I. (1658) den Grafentitel erlangt hatten.

Althäa, s. Althaia. Auch Name des 119. Planetoiden.

Althaea L., Althee, Pflanzengattung aus der Familie der Malvaceen (s. d.) mit 12 in der nördl. gemäßigten Zone der Alten Welt vorkommenden Arten. Es sind einjährige, zweijährige oder ausdauernde, meist hohe Kräuter mit bandförmig-gelappten oder -geteilten Blättern und einzeln oder in Büscheln achselständigen, meist ansehnlichen Blüten, die bisweilen zu einer endständigen Traube zusammengedrängt sind. In Deutschland kommen nur zwei Arten wild vor: die einjährige A. hirsuta L. mit blaßvioletten Blüten und die ausdauernde A. officinalis L., Eibisch (s. Tafel: Columniferen, Fig. 3), 1-1,25 m hoch; ihr Stengel ist filzigzottig, die beiderseits sammetartig-filzigen Blätter sind eiförmig, spitz, schwach 3-5lappig und am Grunde oft etwas herzförmig, die mittelgroßen, rötlichweißen Blüten stehen büschelartig gehäuft, und die Büschel