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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Amalde; Amalek; Amalekiter; Amaler; Amalfi; Amalgam; Amalgamation

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Amalde - Amalgamation

starb schon 522, und da beim Tode Theodorichs 526 Athalarich erst acht Jahre zählte, so erhielt A. die Regentschaft. Beim Tode Athalarichs 534 versuchte sie sich durch Erhebung ihres Vetters Theodat zum Mitregenten und durch Anschluß an Kaiser Justinian zu halten, wurde aber alsbald durch Theodat gefangen gesetzt und 534 getötet. Unter A. begann die Auflösung des Ostgotenreichs.

Amalde, Hohlmaß, s. Almude.

Amalek, s. Amalekiter.

Amalekiter, ein nomadischer Volksstamm im Südwesten des alten Palästinas. Da die A. vorübergehend im Bündnis mit den Edomitern (s. d.) gestanden haben, so wird ihr Stammvater Amalek als Enkel Esaus bezeichnet. Saul und David haben mit ihnen gekämpft. Später verschwinden sie in der Geschichte. Von den arab. Historikern ist ihr Name zu genealogischen Spekulationen benutzt worden. - Vgl. Nöldeke, Über die A. und einige andere Nachbarvölker der Israeliten (Gött. 1864).

Amaler, das Herrschergeschlecht der Ostgoten, das noch mehr von der Gelehrten- als von der Volkssage verherrlicht und in die graue Vorzeit verfolgt worden ist. Die ältesten Könige des Geschlechts sind wohl Ostrogotha um 240 n. Chr. und Ermanrich, etwa 350-376, doch ist über dieselben wenig Sicheres festzustellen. Der bedeutendste dieses Hauses ist Theodorich d. Gr. 475-526, in der deutschen Heldensage als Dietrich von Bern (s. d.) gefeiert. Er und seine Helden heißen in den altdeutschen Dichtungen Amelungen, d. i. Abkömmlinge des Amala.

Amalfi, Seestadt im Kreis Salerno der ital. Provinz Salerno, am Golf von Salerno, steigt hinter dem engen Hafenquai am Felsen empor, so daß die Häuser durch eingehauene Treppen miteinander verbunden sind, während die Dächer als Gärten dienen. Zwischen dem Gewirr von Häusern, Treppen, Durchgängen, Brücken, Felsen zeigt sich überall die üppigste Vegetation von Wein, Orangen-, Citronen-, Öl- und Johannisbrotbäumen. A. hat als Gemeinde (1881) 7409 (5., eine Kathedrale San Andrea im normann.-byzant. Stile, Seefahrt und Fischerei, besonders Fabrikation von Papier und von vortrefflichen Maccaroni und ist durch eine großartige, in die Klippen der Küste gesprengte, an manchen Stellen auf großen Viadukten 30-150 m hoch über das Meer führende, 15 km lange Kunststraße (1852 vollendet) mit Vietri und Salerno verbunden, ferner durch neue Straßen mit Sorrento und Castellammare. - A., nach der Sage im 4. Jahrh. n. Chr. von Konstantin d. Gr. gegründet, war zur Langobardenzeit ein durch Seehandel reiches und mächtiges Gemeinwesen mit republikanischer Verfassung, obschon auf Lebenszeit von der Gemeinde gewählte Fürsten, die zuerst Konsuln, dann Grafen, zuletzt Herzöge hießen, an der Spitze standen. Seit dem 9. Jahrh. regierte unter fortwährenden Kämpfen der Herzöge im Innern und nach Außen mit Salerno, von dem A. eigentlich abhängig war, das Geschlecht der ältern Herzöge von A., das mit Mansus Fusulus (892-908) beginnt. Nach ihrem Aussterben kam A. erst unter Herzog Gisulf von Salerno, bis es Robert Guiscard 1077 seinen Besitzungen (Apulien und Calabrien) einverleibte. Seitdem verfiel die Stadt, die zur Zeit ihrer Blüte 50 000 E. gezählt, allmählich, bis sie infolge von Plünderungen durch die Pisaner 1135 und 1137 ihre Bedeutung gänzlich verlor. Das Herzogtum wurde später zwar wiederhergestellt und damit der Fürst Orsini von Salerno, dann Antonio Piecolomini, Neffe Papst Pius' II., und Mitte des 17. Jahrh. Ottavio Piccolomini belehnt; doch vermochte die Stadt sich nicht wieder zu erheben. Das Seerecht von A. (die Tabula Amalphitana) galt früher in ganz Italien. In A. war auch die älteste Handschrift der Pandekten.

Amalgam (aus dem grch. málagma, d. i. Erweichung, gebildetes arab. Wort) bezeichnet die Verbindung des Quecksilbers mit andern Metallen. Das bekannteste A. ist die Folie der Spiegel, Zinnamalgam. Das A. aus 2 Teilen Quecksilber, 1 Teil Zink und 1 Teil Zinn wird zu den Reibekissen der Elektrisiermaschinen (Kienmayers A.), Kupfer-, Kadmium- und Zinnamalgame werden als Zahnkitt verwendet; Silberamalgam findet sich in der Natur (s. Amalgamsilber). Das Amalgamieren geschieht in kleinerm Maßstabe bei Goldarbeitern und Gürtlern, die mit Goldamalgam Silber, Bronze, Messing u. s. w. vergolden, indem sie es damit belegen und dann das Quecksilber im Ofen verflüchtigen, worauf das Gold auf der metallischen Unterlage haftet und durch Politur geglättet wird (Feuervergoldung). Über den Hüttenprozeß s. Amalgamation.

Amalgamation, ein Hüttenprozeß, bei dem die Gewinnung des Silbers und Goldes aus Erzen und Hüttenprodukten mit Hilfe von Quecksilber erfolgt. Man unterscheidet die amerik. oder Haufenamalgamation und die europ. oder Fässeramalgamation. Die Haufenamalgamation (Patioprozeß), 1557 von Bartolome de Medina in Mexiko eingeführt, besteht darin, daß die zu amalgamierenden Erze, nachdem sie auf Naßmühlen (Amalgammühlen) fein gemahlen und noch feucht im Amalgamierhofe (Patio) in Haufen (Montones) von 15 bis 30 Ctr. aufgestürzt worden sind, je nach ihrer Reichhaltigkeit mit 2-20 Proz. Kochsalz (Chlornatrium), sodann mit 1-6 Proz. Magistral, einem Gemenge von geröstetem Kupfer- und Schwefelkies, und schließlich mit Quecksilber von Tieren oder Menschen durchtreten (tituriert) werden. Die schwefelsauren Salze von Kupfer und Eisen im Magistrat werden durch das Kochsalz in die entsprechenden Chloride umgesetzt, während Natriumsulfat entsteht; Kupfer- und Eisenchlorid verwandeln das metallische und teilweise auch vererzte Silber in den Erzen zu Chlorsilber, das wieder durch Quecksilber reduziert wird und mit diesem Amalgam bildet. Diese Art der A. eignet sich für Gegenden, wo hohe und gleichmäßige atmosphärische Wärme den Zersetzungsprozeß begünstigt und die Beschaffung von Maschinen, Brennmaterial u. s. w. zu kostbar ist. Getrennt von den Erzrückständen und weiter verarbeitet wird das Amalgam auf ähnliche Weise bei der Fässeramalgamation, die im 18. Jahrh. von Born in Europa eingeführt wurde. Bei derselben erfolgt die für beide Methoden notwendige Chlorsilberbildung durch das Rösten der Erze unter Zusatz von Kochsalz. Hauptbedingung für eine gute Röstung und spätere A. ist das Fernsein von Wismut, Blei und Kupfer sowie das Vorhandensein kiesiger (schwefelhaltiger) Bestandteile. Erstere Metalle verunreinigen das Silberamalgam und veranlassen ein zu geringes Silberausbringen, die kiesigen Bestandteile aber befördern die Chlorsilberbildung und müssen, wenn es dem Erze daran mangelt, durch Zuschläge von Schwefelkies oder Rohstein ersetzt werden. Nach dem Rösten werden die Erze auf Naßmühlen sehr fein gemahlen und sodann angequickt, d. h. in rotierenden Fässern mit Wasser,