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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Anderson; Andersonia; Anderssen; Andersson; Andes; Andesin; Andesit

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Anderson (Arthur) - Andesit

von Indianapolis am West-Fork des White-River und mehrern Bahnen, (1890) 10 741 E.; Fabriken.

Anderson (spr. ännders'n), Arthur, Begründer großartiger Unternehmungen in England, geb. 1792 auf den Shetlandinseln, diente zuerst in der Marine, nahm jedoch 1815 seinen Abschied und widmete sich nun dem Handel. Er trat mit bedeutenden Schiffsreedern in Verbindung und beteiligte sich an der Ausrüstung der Expedition, welche die Herrschaft Dom Miguels in Portugal stürzen half. Er war einer der thätigsten Förderer der Anti-Korngesetzbewegung und veröffentlichte Flugschriften, in welchen er den Freihandel verfocht. Sein Hauptunternehmen war die Gründung der Peninsular- und Oriental-Dampfschiffahrtsgesellschaft, die sich nach und nach fast des ganzen Post- und Passagierverkehrs zwischen England und seinen Kolonien bemächtigte. Der außerordentliche Aufschwung der brit. Dampfschiffahrt ist zum nicht geringen Teil A. zu verdanken, der auch Vorsitzender des Vereins der brit. Schiffsreeder wurde. A. saß 1847-52 als Vertreter der Orkney- und Shetlandinseln im Parlament. An der Errichtung des Krystallpalastes in Sydenham hatte A. wesentlichen Anteil. Er starb 28. Febr. 1868 in Norwood, in der Nähe von London.

Anderson (spr. ännders'n), Rasmus Björn, amerik. Schriftsteller, geb. 12. Jan. 1846 in Albion Dane County (Wisconsin), als Sohn eines Quäkers, der 1836 die ersten norweg. Kolonisten nach den Vereinigten Staaten geführt hatte, wurde 1869 Sprachlehrer und war 1875-84 Professor der skandinav. Sprachen und Litteraturen an der Wisconsin-Universität zu Madison, 1885-89 Ministerresident und Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Kopenhagen. Jetzt lebt er in Madison. A. schrieb: "The Scandinavian languages" (1873), "America not discovered by Columbus" (1874; 3. Aufl. 1883; deutsch von Mann, Hamb. 1888), "Den norske maalsag" (1874; eine Geschichte des Norwegischen), "Norse mythology" (1875), "Viking tales of the North" (1877), übersetzte "The Younger Edda" (1880), "The Elder Edda", Norse Folk-Lore Tales" (1886; nach Asbjörnsons "Norske Folke Eventry"), Björnsons Werke, auch G. Brandes' "Eminent authors of the 19th century". Überall ist sein Zweck, in Nordamerika für Norwegens Vergangenheit und Litteratur Teilnahme zu gewinnen.

Andersonia R. Br., Pflanzengattung aus der Familie der Epakridaceen (s. d.), deren Arten sämtlich in Australien wachsen; kleine, zierliche Sträucher mit meist dichtbeblätterten Zweigen, immergrünen, lederartigen, scheidigen, am Grunde kappenförmig aufgetriebenen, sonst zugespitzten Blättern. Die einzeln stehenden oder zu Ähren gruppierten Blüten haben einen gefärbten, fünfteiligen Kelch, eine purpurrote, röhrige, im Schlunde bärtige Blumenkrone und fünf Staubgefäße; sie werden in Gewächshäusern kultiviert und behandelt wie Eriken.

Anderssen, Adolf, Schachspieler, geb. 6. Juli 1818 zu Breslau, studierte dort Philosophie und Mathematik, wurde Hilfslehrer am Friedrichsgymnasium zu Breslau und kam 1851 nach Berlin. Auf dem großen Schachturnier in London 1851 besiegte er den damals im Rufe des ersten Schachmeisters stehenden Staunton. 1852 wurde er an dem Friedrichsgymnasium in Breslau Oberlehrer und Professor. Im Dez. 1858 gegen Morphy in Paris unterlegen, trug er auf den Weltturnieren in London 1862 und in Baden-Baden 1870 den ersten, in Wien 1873 den dritten Preis davon. Später beteiligte er sich noch an verschiedenen deutschen Schachturnieren (namentlich zu Leipzig und Frankfurt a. M.) sowie zuletzt an dem internationalen Turnier zu Paris 1878 mit wechselndem Erfolge. Er starb 13. März 1879 zu Breslau. Von A. stammen 60 bemerkenswerte Schachaufgaben; auch lieferte er für Schachzeitungen theoretische Artikel.

Andersson, Karl Johan, schwed. Reisender, geb. 1827 in der schwed. Provinz Wermland, reiste mit F. Galton 1850 von der Walfischbai in Südwestafrika in die Länder der Damaras und Ovambos, drang 1853 und 1854 allein bis an den Ngamisee vor und kehrte 1855 nach Europa zurück, wo er seine Reise in dem Buche "Lake Ngami or explorations and discoveries during four years' wanderings in the wilds of South Western Africa" (2 Bde., Lond. 1855; 2. Aufl. 1856) beschrieb, welches von Thomée nach einem von A. verbesserten und erweiterten Texte ins Schwedische (2 Bde., Stockh. 1856) und hiernach von Lotze (2 Bde., Lpz. 1857-58) ins Deutsche übersetzt wurde. Schon im Herbst 1856 ging A. wieder nach Südafrika. Hier war er zuerst Bergwerksaufseher am Swakop und drang dann 1858-59 unter großen Schwierigkeiten nordwärts durch das Damaraland bis an den Fluß Okavango vor, wo er 22. März 1859 anlangte und von wo er dann nach Otjituo zurückkehrte. Diese Reise beschrieb er in: "The Okavango river: a narrative of travel, exploration and adventure" (Lond. 1861; deutsch von Hartmann, Lpz. 1863). A. wandte sich hierauf nach der Kapstadt und wieder zurück nach Otjimbingue, wo er Elfenbeinhandel trieb. Im Mai 1866 trat er einen neuen Entdeckungszug an, um den Kunene zu erreichen. Dorthin gelangt, wurde er von einer Dysenterie ergriffen, kehrte in das Gebiet der Ovakuambi zurück und starb dort 5. Juli 1867.

Andersson, Nils Johan, schwed. Botaniker, geb. 20. Febr. 1821 im Kirchspiele Gärdserum in Småland, wurde 1846 Docent der Botanik zu Upsala und 1847 Lehrer an der neuen Elementarschule in Stockholm. Als Botaniker begleitete er die schwed. Erdumsegelungsexpedition der Fregatte Eugenie in den J. 1851-53 und beschrieb die Reise in "En Verldsomsegling" (3 Bde., Stockh. 1853-54; deutsch von Kannegießer, Lpz. 1865). A. wurde 1855 zum Adjunkt und botan. Demonstrator in Lund, 1856 zum Professor und Intendanten der botan. Sammlungen der Akademie der Wissenschaften sowie zum Lehrer an der Bergianischen Gartenschule in Stockholm ernannt. Er starb 27. März 1880 zu Stockholm. A. schrieb: "Salices Lapponiae" (Ups. 1845), "Conspectus vegetationis Lapponiae" (ebd. 1846), "Lärobok i Botanik" (3 Bde., Stockh. 1851-53), "Atlas öfver den skandinaviska Florans naturliga familjer" (ebd. 1849), "Om Galapagos-Öarnas Vegetation" (ebd. 1854), "Monographia Salicum hucusque cognitarum" (ebd. 1867).

Andes (Anden), s. Cordilleren.

Andesin, ein der Gruppe der triklinen Feldspate (Plagioklase) angehöriges Mineral, das neben Kieselsäure und Thonerde Natron und Kalk zugleich enthält und als eine Mischung von Albit- und Anorthitsubstanz zu ungefähr gleichen Teilen aufgefaßt wird. Der A. bildet einen Gemengteil einiger Gesteine, z. B. südamerik. Andesite, gewisser Diorite, auch wohl mancher Basalte.

Andesit, nach Leopold von Buch gewisse jungvulkanische, oft lavaartige Gesteine, die in Sieben-^[folgende Seite]