Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Antonius

711

Antonius (der Heilige)

nien bekämpfte, übertrug er dem A. den Oberbefehl in Italien; später setzte A. eine beträchtliche Macht nach Illyrien über, wo ihn Cäsar erwartete. In der Schlacht von Pharsalos (s. d.) befehligte er den linken Flügel. Mit einem Teile des Heers kehrte er sodann nach Rom zurück, und Cäsar machte ihn als Diktator zum Magister equitum, ließ ihn aber am afrik. und span. Feldzuge 46 und 45 nicht teilnehmen; A. verheiratete sich unterdessen mit Fulvia, der Witwe des Clodius. Als Cäsar aus Spanien zurückkam, gewann A. seine Gunst wieder, ward 44 neben Cäsar Konsul und suchte, jedoch vergebens, das Volk dazu zu bewegen, Cäsar als König anzuerkennen. Nach der Ermordung Cäsars (15. März 44) bemächtigte sich A. des Staatsschatzes, des Vermögens und der Papiere Cäsars, verband sich mit Lepidus, der Truppen in die Stadt hatte einrücken lassen, und entflammte durch eine fein berechnete Leichenrede und Vorzeigung des blutigen Gewandes des Ermordeten das Volk zur Rache. Die Mörder mußten flüchten, und A. herrschte einige Zeit mit unumschränkter Gewalt.

Alsbald erstand dem A. in dem anfangs unterschätzten Octavian (s. Augustus), dem Erben und Adoptivsohn Cäsars, ein gefährlicher Nebenbuhler. A. suchte ihn zuerst hinzuhalten; dann als er sich noch durch das Volk Gallien diesseit der Alpen hatte übertragen lassen, brach er mit Octavian unter dem Vorwand, dieser habe Mörder gegen ihn gedungen. Aber während A. zu den auf seinen Befehl aus Macedonien herübergekommenen Legionen ging, sammelte Octavian ein Heer aus Veteranen Cäsars und erreichte es, daß selbst ein Teil von A.' Legionen sich ihm anschloß. A. begab sich nun in das cisalpinische Gallien, um es dem Decimus Brutus (s. d.) zu entreißen, und belagerte ihn in Mutina (Modena), während Octavian, der sich jetzt an die von Cicero geführte Senatspartei lehnte, von dieser dann auch ein Kommando gegen A. erhielt. Unterdes hielt Cicero (s. d.) seine berühmten Reden gegen A.; der Senat faßte Beschlüsse gegen ihn wie gegen einen Feind des Staates, und die Konsuln Hirtius und Pansa sowie Octavian rückten gegen ihn ins Feld. A. schlug April 43 unfern Mutina Pansa, wurde aber von Hirtius und Octavian in einer entscheidenden Schlacht besiegt. (S. Mutinensischer Krieg.) A.,der nach Etrurien floh, erhielt schon dort von Ventidius drei Legionen zugeführt, und vereinigte sich dann im südl. Gallien mit Lepidus. Auch Pollio und Plancus verstärkten seine Armee mit ihren Heeren, und A. kehrte an der Spitze von 17 Legionen und 10 000 Reitern nach Italien zurück. Jetzt ließ Octavian, der sich nur zum Schein als Anhänger des Senats und als Verfechter der republikanischen Freiheit gezeigt hatte, die Maske fallen; er zog A. und Lepidus entgegen und hatte mit ihnen unweit Bologna die berühmte Zusammenkunft, in der sie die röm. Welt in der Form eines vom Volk zu bestätigenden fünfjährigen Triumvirats unter sich teilten. Darauf zogen die Triumvirn nach Rom, wo nun Proskriptionen über alle verhängt wurden, die ihnen verdächtig oder gefährlich schienen. Hunderte von angesehenen und reichen Männern, über 300 Senatoren und 2000 Ritter, unter ihnen Cicero, wurden ermordet. Nachdem durch die Einziehung der Güter der Getöteten die zum Kriege nötigen Summen herbeigeschafft waren, gingen A. und Octavian 42 nach Macedonien, wo die Führer der Senatspartei Brutus und Cassius ein mächtiges Heer gesammelt hatten. In zwei Schlachten bei Philippi völlig geschlagen, suchten Brutus und Cassius freiwillig den Tod. A. und Octavian schlossen jetzt unter sich zu Ungunsten des Lepidus, den sie zu beseitigen trachteten, einen Separatvertrag. Hierauf ging A. nach Asien und befahl in Cilicien der Königin von Ägypten, Kleopatra (s. d.), sich wegen ihres den Triumvirn mißfälligen Betragens zu rechtfertigen. Von ihren Reizen bezaubert, folgte ihr A. nach Alexandrien, wo er, unbekümmert um die Angelegenheiten des Staates, in ununterbrochenen Zerstreuungen die Zeit verbrachte. Der Krieg in Italien zwischen Octavian und Lucius Antonius, dem Bruder des Triumvirn, wurde noch vor A.' Aufbruch zu Octavians Gunsten entschieden. Nach dem Tod seiner Gemahlin Fulvia ward die Aussöhnung durch die Vermählung des A. mit Octavia, Octavians Schwester, besiegelt. Beide nahmen nun (40) eine neue Teilung des Reichs zu Brundusium vor. A. erhielt den Orient, Octavian den Occident; die Grenze bildete die Stadt Scodra in Illyrien. Dem schwachen Lepidus wurde Afrika gelassen. Doch sollten an der Verwaltung Italiens alle drei gleichen Anteil haben. Sodann ging A. nach dem Osten zurück, wo sein Legat Ventidius siegreich gegen die Parther kämpfte. Neue Mißhelligkeiten zwischen Octavian und A. wurden durch die Vermittelung der Octavia (37) in Tarent beigelegt und das Triumvirat auf weitere fünf Jahre verlängert. Nach seiner Rückkehr nach Asien ergab A. sich jedoch dem zügellosesten Leben und verschwendete, das Interesse des Staates verletzend, Provinzen und ganze Reiche an Kleopatra und ihre Kinder. Nachdem er 36 einen Zug gegen die Parther ohne Erfolg unternommen hatte, nahm er 34 bei einem neuen Feldzuge den König von Armenien, Artavasdes, durch Hinterlist gefangen und feierte darauf einen Triumph zu Alexandrien. Während A. unter beständigen Festen die wichtigsten Angelegenheiten versäumte, wurde zu Rom auf Betreiben des Octavian, der indessen den Sextus Pompejus besiegt und Lepidus beiseite geschoben hatte, der Kleopatra der Krieg erklärt; dem A., der für das nächste Jahr zum Konsul designiert war, wurde dieses Amt und seine sonstige Gewalt aberkannt. Als es dann 31 bei Actium (s. d.) zwischen den beiden Gegnern zur entscheidenden Schlacht kam, verschuldete A. durch seine übereilte Flucht die Niederlage seiner Truppen. Octavian folgte ihm (30 v. Chr.) nach Ägypten und wies alle Vorschläge des A. zur Unterwerfung ab. Bei seinem Eintreffen vor Alexandrien machte A. einen glücklichen Ausfall, ward aber dann von der ägypt. Flotte und seiner Reiterei verlassen, das Fußvolk wurde geschlagen. In dem Argwohn, von Kleopatra verraten zu sein und auf das von ihr selbst ausgesprengte falsche Gerücht ihres Todes stürzte er sich in sein Schwert. Noch lebend wurde er zu Kleopatra getragen, in deren Armen er starb, und als bald darauf auch die Königin durch Gift ihr Leben endete, wurden beide in einem Grabe beigesetzt.

Antonius, der Heilige, auch der Große genannt, der Vater des Mönchtums, geb. um 251 zu Koma bei Heraklea in Oberägypten aus vornehmer Familie, zog sich, nachdem er sein Vermögen an die Armen gegeben hatte, um 270 in die Einöde zurück. Bald folgten ihm zahlreiche bewundernde Jünger, denen er Gebet und Handarbeit vorschrieb. Nur zweimal, in der Christenverfolgung Maximinians