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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Apelt; Apennin

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Apelt – Apennin

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Apelles'

gebe, den Unüberwindlichen und den Unnachahmlichen. – Vgl. Houssaye, Histoire d’Apelles (Par. 1867); Wustmann, A.’ Leben und Werke (Lpz. 1870).

Apelt, Ernst Friedr., Philosoph, geb. 3. März 1812 in Reichenau bei Zittau, studierte in Jena und Leipzig, habilitierte sich 1839 in Jena als Docent für Philosophie und Mathematik, wurde 1840 außerord., 1854 ord. Honorarprofessor und 1850 ord. Professor. Er starb 27. Okt. 1859. Seit dem Tode von J. F. Fries (s. d.) bildete er den Mittelpunkt von dessen Schule. Er schrieb besonders die «Theorie der Induktion» (Lpz. 1854); außerdem: «Metaphysik» (ebd. 1857), «Religionsphilosophie» (ebd. 1860), «Die Epochen der Geschichte der Menschheit» (2 Bde., Jena 1845–46; 2. Ausg. 1852), «Wie muß das Glaubensbekenntnis beschaffen sein, das zur Vereinigung aller Konfessionen führen soll?» (ebd. 1855), «Johann Keplers astron. Weltansicht» (Lpz. 1849), «Die Reformation der Sternkunde» (Jena 1852) und «Parmenidis et Empedoclis doctrina de mundi structura» (ebd. 1857).

Apennin oder Apenninen (lat. Apenninus oder Montes Apennini, vom kelt. Worte Pen, Felsspitze, von den Italienern neuerdings auch Apennini geschrieben), das Gebirge, das fast die ganze Halbinsel Italien erfüllt, so daß zur Seite desselben nur einige wenige ausgedehntere Ebenen und einzelne neuere vulkanische Gebirgssysteme Platz finden. Man unterscheidet den Ligurischen, Etruskischen, Römischen, Abruzzen- und Neapolitanischen A. Unrichtig wird auch das Calabrische Gebirge als Calabrischer A. bezeichnet. Die Grenze zwischen den Alpen und dem A. bildet die Bocchetta di Altare, die, nur 495 m hoch, den Übergang von Savona in das Thal der Bormida darstellt. (S. die Karten: Ober- und Mittelitalien und Unteritalien, beim Artikel Italien.)

Ligurischer A., von der Bocchetta di Altare bis zum Paß La Cisa (1041 m) reichend, der vom Thal der Magra in das des Taro hinüberführt, umschließt im Bogen den Golf von Genua, besonders im westl. Teile steil zur Küste abfallend. Im östl. Teile verbreitert sich das Gebirge bedeutend, und sein Fuß ist nur 20 km von Piacenza (am Po) entfernt. In der Mitte dieser östl. Hälfte liegt der Monte-Bue (1803 m), der höchste Gipfel des Ligurischen A. Den Zugang zu Genua von der Landseite her vermittelt der Paß La Bocchetta (780 m), der jetzt durch den etwas östlicher liegenden Tunnel (Colle dei Giovi 472 m) der Bahn Alessandria-Novi-Genua an Bedeutung verloren hat. Im östl. Teile wird dieser A. von einer durch das Längsthal der Vara abgeschiedenen Parallelkette (bis 868 m hoch) begleitet, die bis zum Golf von Spezia reicht und durch ihren Lavagnaschiefer und Marmo Portor (schwarzer Marmor mit roten Adern) berühmt ist.

Etruskischer A., vom Paß La Cisa (1041 m) bis zum Colle di Scheggia, der vom Thale des Chiaggio (linker Nebenfluß des Tiber) zum Thal des Burano (rechter Nebenfluß des Metauro) führt. Infolge der staffelförmigen Anordnung der einzelnen Teile tritt das Gebirge in die Nähe des Adriatischen Meers; seine nordöstl. Ausläufer erreichen bei Pesaro das Meer selbst. Die erste Staffel, eine sehr geschlossene, mehrmals 2000 m übersteigende Kette, reicht vom Paß La Cisa bis zum Paß von Fiumalbo (Passo del Abetone, 1388 m, führt von Modena nach Lucca); höchster Gipfel ist der Monte-Cusna (2121 m). Nahe seinem östl. Ende wird dieser Zug ↔ von der Eisenbahn Bologna-Florenz überschritten (617 m), die den wichtigsten Übergang über den ganzen Etruskischen A. darstellt und über 50 Tunnel aufweist. Durch das Längsthal des Serchio vom A. geschieden, erhebt sich der Parallelzug der Apuanischen Alpen am Ligurischen Meere bis zu 1946 m, an seinem Fuße liegen die durch die großen Marmorbrüche berühmten Orte Carrara und Massa. Die zweite Staffel, durch das Querthal des Reno in zwei Hälften geteilt, trägt an ihrem Nordende den Höhepunkt des ganzen nördlichen A. nördlich vom 43. Breitengrade: den Monte-Cimone (2165 m). Die dritte Staffel, von der vorigen durch das Längsthal des Sieve und den Paß La Futa (903 m) getrennt, der von Bologna nach Florenz führt, erreicht im Monte-Falterona 1649 m; ihr im SW. vorgelagert und durch das Längsthal des Arno von ihr getrennt, erhebt sich der Prato Magno zu 1580 m. An der Quelle des Tiber (Teverone), bis zu dem die dritte Staffel reicht, steigt der Monte-Comero, der höchste Gipfel der vierten Staffel, zu 1207 m. Zwischen dieser und dem Parallelzuge der Alpe di Catenaja (1450 m) verläuft das sich nach SO. beträchtlich verbreiternde Längsthal des Tiber.

Römischer A., vom Colle di Scheggia bis zu den tiefen Querthälern des Tronto und Velino sich erstreckend, erhebt sich an seinem Nordende im Monte-Catria zu 1702 m; sein Südende bilden die mächtigen Monti-Sibillini, die amTrontodurchbruch im Monte di Pretara oder Monte-Vittore 2477 m erreichen. Dieser A. verbreitert sich nach S. sehr beträchtlich, indem im S. die Monti-Sibillini an der Nordseite, andererseits verschiedene Züge an der Südseite ansetzen, welch letztere bei Rieti am Velino mit dem Monte-Terminillo (2213 m) endigen. Die mittlere Kette des Römischen A. ist von Querthälern mehrfach durchbrochen und bietet der Eisenbahn von Ancona nach Florenz und Rom keine großen Schwierigkeiten.

Abruzzen-Apennin, s. Abruzzen.

Neapolitanischer A., von der Volturno-Trigno-Senke bis zum Golf von Tarent und der Senke des Eratiflusses, entbehrt der Geschlossenheit und erreicht nur in einzelnen Punkten beträchtlichere Höhen: im N. in der Gruppe del Matese 2050 m (im Monte-Miletto), im ONO. von Salerno im Monte-Cervialto 1809 m (hier beginnt ein mehrfach unterbrochener Gebirgszug, der rechtwinklig zur Hauptrichtung des A. steht und im Monte-Sant’Angelo auf der Halbinsel von Sorrento noch 1443 m hoch ist; in seiner östl. Fortsetzung findet sich, gleich weit vom Adriatischen und Tyrrhenischen Meere entfernt, der erloschene Vulkan Monte-Vulture 1329 m), im Monte-Volturino (an der Quelle des Agri) 1836 m, weiter südlich im Monte del Papa 2006 und endlich in der Serra di Dolcedorme 2271 m (dicht beim letztgenannten Gipfel der Monte-Pollino 2248 m). Unmittelbar darauf fällt das Gebirge zum Tiefland des Crati und zum Golf von Tarent ab. Dem Neapolitanischen A. ist im W. das von ihm durch den Tanagro (Val di Diano) geschiedene, massige Bergland vorgelagert, das die zwischen dem Golf von Salerno und dem von Policastro gelegene Halbinsel erfüllt, und im N. im Monte-Alburno 1742, im S. im Monte-Cervati 1899 m erreicht. Im O., und mit dem A. nur lose zusammenhängend, breitet sich im nördl. Apulien das Hügelland Le Murgi (Monte-Caccia 680 m) aus. Völlig getrennt vom A. ist der am Adriatischen Meere ge-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 730.