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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Apfel

äpfel: rheinischer Krummstiel (November bis April), Woltmanns Schlotterapfel (November bis Februar), Berliner Schafsnase (November bis März).

3) Gülderlinge, mittelgroße, um den Kelch meist gerippte Äpfel von plattrund-zugespitzter Form (Bastard-Kalvillen) oder länglich-kegelförmiger Gestalt (echte Gülderlinge), mit offenem Kernhause, festem, feinkörnigem, weinsäuerlichem oder süßem Fleische und grünlichgelber, glatter Schale. Meist Winteräpfel. Für die Tafel: gelber Richard (November bis Dezember), gelber Bellefleur (Dezember bis März), Gold-Gülderling (Dezember bis März), London-Pepping (Dezember bis März). Für die Wirtschaft: süßer Holaart (Dezember bis März), Champagner-Reinette (Januar bis April), Boikenapfel (Januar bis Mai).

4) Rosenäpfel, meist rundliche, wenig gerippte Früchte mit sehr lockerm, schwammigem Fleische, welches unter der Schale oft gerötet ist; die Schale ist beduftet, abgerieben glänzend; der Geschmack süßlich gewürzt. Sommerapfel: weißer und roter Astrachan, pfirsichroter Sommerapfel, virginischer Rosenäpfel, Charlamowsky. Herbstäpfel: Cludius' Herbstapfel, Danziger Kantapfel. Winteräpfel: Morgenduftapfel, purpurroter Cousinot (hält bis April).

5) Taubenäpfel (Pigeons), meist kleine, regelmäßig gebaute, walzen- oder länglich-kugelförmige, leichtbeduftete Früchte; das Fleisch ist dichter als bei den Rosenäpfeln, feinkörnig, weiß und sehr saftreich. Meist Winteräpfel: weißer und roter Winter-Taubenapfel (November bis Dezember; s. Tafel: Kernobst, Fig. 3), Schieblers Taubenapfel, (November bis Januar), Alantapfel (Dezember bis März), roter Jungfernapfel (Dezember bis April). Auch die Rosmarinäpfel und der Edelrote gehören hierher, erreichen aber in Deutschland selten die Güte und schöne Färbung wie in Oberitalien und Südtirol.

6) Pfundäpfel oder Rambure, meist sehr große Früchte von plattrunder oder hochgebaut-kugelförmiger, oft kalvillenartiger Gestalt, mit flachen Rippen und oft ungleichen Hälften; die Schale ist derb, das Fleisch grobkörnig, hülsig, locker, süß-säuerlich ohne Gewürz. Geschätzte Sorten sind: Kaiser Alexander (September bis Oktober), vorzügliche Schaufrucht und auch guter Tafelapfel; die übrigen gehören meist zu den Wirtschaftsfrüchten, zählen aber zu den gesuchtesten Marktäpfeln; geflammter Kardinal Meißner Rambur, November bis Februar), Hausmütterchen (November bis Februar), Gloria mundi (Dezember bis Februar), Lütticher Rambur (Dezember bis März).

Die nun folgenden sechs Klassen umfassen die Reinetten, für welche das Fleisch charakteristisch ist; dasselbe muß specifisch schwer, feinkörnig, dicht und von süßweinig-gewürzhaftem Geschmack sein.

7) Rambur-Reinetten, einfarbige Früchte von namhafter Größe und unregelmäßiger, oft kalvillartiger Gestalt; die Schale ist derb und zeigt mehr oder weniger Rostspuren; fast nur Winteräpfel: Canada- oder Pariser Rambur-Reinette (November bis März), einer der edelsten und dankbarsten Apfel; Edelreinette (November bis März), Gays-Reinette (Dezember bis März), Goldzeugapfel (November bis Februar), Diels große engl. Reinette (Dezember bis April).

8) Einfarbige oder Wachsreinetten, kleine oder mittelgroße, regelmäßig gebaute plattrunde oder längliche Früchte ohne Röte und ohne Erhabenheiten und Rippen, mit glatter, oft etwas rostspuriger Schale und gelblichem Fleische. Sommeräpfel: gelber Lavendelpepping, goldgelbe Sommer-Reinette (hält sich bis in den Herbst). Winteräpfel: Gaesdonker-Reinette (Januar bis April), deutscher Goldpepping (November bis März; s. Tafel: Kernobst, Fig. 1), Landsberger Reinette (November bis Februar), Ananas-Reinette (November bis März).

9) Borsdorfer Reinetten, kleine, regelmäßig gebaute, plattrunde oder abgestumpft-kegelförmige Früchte mit einfarbiger oder deckfarbiger, glatter Schale, selten mit Rostanflug, häufiger mit Warzen bekleidet; meist Winteräpfel: Edelborsdorfer (November bis Februar), bekannte vorzügliche Frucht für alle Zwecke, in Österreich Marschansker genannt, Zwiebel-Borsdorfer (November bis März), Glanzreinette (Dezember bis März).

10) Rote Reinetten, mittelgroße Früchte von regelmäßiger Reinettengestalt, seltener etwas gerippt, mit grünlich- oder blaßgelber Grundfarbe, auf der Sonnenseite oder auch ganz mit prächtiger Röte gedeckt; die Schale ist glänzend und glatt, meist ohne Rostflecken. Sommeräpfel: Sommerparmäne, scharlachrote Parmäne (halten sich beide bis in den Herbst hinein). Winteräpfel: Baumanns Reinette (Januar bis April), rötliche Reinette (November bis März), Culons Reinette (Dezember bis April), Karmeliter-Reinette (Dezember bis April), rote Winterparmäne (Dezember bis März), Muskat-Reinette (Dezember bis März), Staatenparmäne (Januar bis Juni).

11) Graue Reinetten, regelmäßig gebaute Früchte von kugeliger oder plattrunder Gestalt, deren Schale größtenteils oder ganz mit einem rostigen Überzug bekleidet ist; das Fleisch ist gelblich und zeigt den echten, charakteristischen Reinettengeschmack, ist bisweilen auch fenchelartig gewürzt (Fencheläpfel). Diese Reinetten haben Neigung zum Welken und müssen deshalb möglichst lange am Baum hängen bleiben. Herbstäpfel: graue Herbstreinetten (Oktober bis Dezember), Balloks Pepping (Oktober bis Dezember). Winteräpfel: engl. Spitalreinette (Dezember bis März), graue franz. Reinette (November bis März), Parkers Pepping (Dezember bis Mai), Osnabrücker Reinette (Dezember bis März), Carpentin (Januar bis April), Mostapfel.

12) Goldreinetten, mittelgroße und sogar ziemlich große Früchte von regelmäßigem Bau; die Schale zeigt eine goldgelbe Grundfarbe, welche auf der Sonnenseite teils verwachsen, teils in Streifen und Flammen gerötet ist, die Röte erscheint aber durch Rostfiguren und Rostpunkte gewöhnlich unrein; meist Winteräpfel: Winter-Goldparmäne (Oktober bis März), einer der gesuchtesten und edelsten Äpfel; Goldreinette von Blenheim (November bis März), Orleans-Reinette (November bis März), Ribston-Pepping (Dezember bis März), königl. Kurzstiel (Dezember bis Mai), große Casseler Reinette (Februar bis Juni).

13) Streiflinge, Früchte verschiedener Gestalt, mit weißem, oft fade, selten weinsäuerlich schmeckendem Fleische. Das durchgehende Merkmal besteht in der Streifung der Schale. Es sind dem größten Teile nach Wirtschafts-, besonders Mostäpfel. Als ganz besonders reichtragende Äpfel sind zu empfehlen: Luikenapfel (Oktober bis Dezember), brauner und weißer Matapfel (Januar bis Mai), großer Bohnapfel (Dezember bis Juni), königl. Streifling (Dezember bis Mai), roter Eiserapfel (Januar bis Juli).