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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Ararat; Araris; Ärarium; Araroba; Araruta; Aras

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Ararat (Stadt) - Aras (Papageien)

nien getrennten Reichs, das unter dem Namen A. bereits im Alten Testament erwähnt wird. In demselben Sinne ist der Name zu fassen in der Flutsage, 1 Mos. 8, 4, wo der hebr. Text ausdrücklich "die Berge von A." als Landungsort der Arche Noah nennt. Jedoch ist durch Mißverständnis dieser Stelle schon von den ältesten Bibelerklärern der Name A. auf den höchsten der armenischen Berge übertragen worden und dieser Gebrauch des Namens bei den Europäern festgewurzelt, während die armenischen Anwohner selbst in ältester wie in neuer Zeit für denselben Berg nur den Namen Massis kennen, die benachbarten Türken ihn aber Aghri-Dagh (steiler Berg), die Perser Kuhi-Nuh (Noahs Berg) benennen. Bei den Kurden ist die Sage von dem Ende der großen Flut auf die südlicher liegende, über dem Nordrande der assyr. Ebene sich zu fast gleicher Höhe mit dem Massis erhebende Gebirgskette Dschudi übertragen worden, bei den syr. Christen (und wahrscheinlich schon bei der uralten aramäischen Bevölkerung Mesopotamiens) auf die westl. Gipfel des Masius der Alten, von den Syrern Tura-Masche (d. i. Berg der Rettung) genannt, in welchem Namen mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Wurzel des armenischen Massis erkannt wird.

Der Berg A., welcher seit 1827 die Grenzmarke zwischen Russisch-, Türkisch- und Persisch-Armenien bildet, jedoch so, daß die ganze Nordseite mit den Gipfeln zum russ. Gebiete gehört, steigt als ein fast völlig isolierter vulkanischer Kegel auf dem Südrande der großen, dort 877 m hohen Ebene des Aras (s. d.) bis zu 5150 m Höhe über dem Meere empor, und zwar von W. etwas sanfter als von O. Die obersten 1400 m des Kegels sind mit ewigem Schnee bedeckt, doch sind die früher angenommenen Gletscher nicht vorhanden. Dieser Teil des Berges gilt bei den Armeniern für unersteiglich und durch Geister geschützt. Die Grenze des ewigen Schnees liegt zwischen 3942 m am südl. Gehänge und 4179 in am nördlichen. Ein flach gerundeter, kammartiger Höhenzug setzt diesen Großen A. auf der Ostseite in Verbindung mit dem 1242 m niedrigern Kleinen A. (Kutschuk-Aghridagh), der 3914 m hoch (3100 m relativer Höhe), im Sommer ohne Schneedecke ist, aber weit steiler, kegelartig aufsteigt. Die Gipfel beider sind etwa 13 km voneinander entfernt, während der Fuß des einen mit dem des andern verschmilzt. Zwischen beiden führt ein Paß in 2438 m Höhe hinüber, und im N. und NO. dehnt sich die 56-60 km breite Arasebene hin. Beide stehen auf einem elliptischen, vulkanischen Plateau, dessen große Achse von SO. gegen NW. gerichtet ist. Der Große A. hat eine Domform, wie der Chimborazo, mit zwei kleinern Erhebungen am Rande des Gipfels, aber keinen Gipfelkrater. Die größten und wahrscheinlich neuesten vorhistor. Lavaausbrüche sind alle unterhalb der Schneegrenze ausgebrochen, und die Ausbruchsstellen der Lavaströme werden oftmals durch Auswurfskegel und von Schlacken umringte kleine Krater bezeichnet. Die auf der Nordseite bis an den Kegel ansteigende tiefe Schlucht des St. Jakobsthals macht die innerste Struktur des emporsteigenden Doms sichtbar, zeigt aber nur massenhaftes Trachytgestein (nicht Lavaströme), Schlackenschichten und Lapilli. Erstiegen und gemessen wurde der A. zum erstenmal 1829 von dem Dorpater Naturforscher F. Parrot und dessen Begleitern Behagel und Schliemann. Seit 1840 hat sich die Gestalt des Berges teilweise verändert durch den von einem furchtbaren Erdbeben verursachten Bergsturz, der 2. Juli (20. Juni) einen beträchtlichen Teil der Bergmasse gegen N. in Bewegung setzte und unter anderm das Kloster St. Jakob und das blühende Dorf Arguri (s. d.) mit seinen Bewohnern verschüttete. Nach Parrot ist der A. mehrfach erstiegen, geologisch untersucht und beschrieben worden. So 1834 und 1843 von Awtonomow, 1845 von M. Wagner und von Abich, 1850 vom russ. Oberst Chodzko nebst Chanykow, Moritz und 60 Kosaken, 1856 vom engl. Major Rob. Stuart. - Vgl. Parrot, Reise zum A. (2 Bde., Berl. 1834); M. Wagner, Reise nach dem A. (Stuttg. 1848); Parmelee, Life among the mounts of A. (Boston 1868); Weidenbaum, Der Große A. und die Versuche zu seiner Besteigung (übersetzt von Hofmann in den "Mitteilungen des Vereins für Erdkunde", Lpz. 1884); Leclerq, Voyage au mont A. (Par. 1892).

Ararat, Stadt im äußersten Norden des County Ripon der brit.-austral. Kolonie Victoria am Hopkins, zwischen Mount-Cole und Mount-Williams, den beiden höchsten Bergen der austral. Pyrenäen, mit Ballarat durch einen Schienenstrang verbunden, hat (1891) 3151 E., eine Irrenanstalt, ein Hospital und einen Gewerbeverein mit Bibliothek (2000 Bände). Außer ihren reichen Goldfeldern sind die Stadt und der gleichnamige Distrikt (15 000 E.) als fruchtbares Acker- und treffliches Weideland bekannt. A. ist der Stapelplatz für den Getreide-, Woll- und Holzhandel der Umgegend.

Araris, s. Saône.

Ärarium (lat.), bei den Römern der öffentliche Schatz, auch die Schatzkammer. Das A. befand sich zu Rom im Tempel des Saturn und war geteilt in den gemeinen Schatz, in den die regelmäßigen Abgaben flossen und aus dem die ordentlichen Ausgaben bestritten wurden, und in den geheimen Schatz (aerarium sanctum), der für Notfälle aufbewahrt wurde. Die Verwaltung hatten die Quästoren. Eine neue Abteilung des A. schuf Augustus durch das für militär. Zwecke bestimmte aerarium militare. Unter den Kaisern bildete sich neben dem alten A., dem aerarium populi Romani, eine andere Kasse, der Fiskus (s. d.) aus, mit dem das A. allmählich verschmolzen wurde. - In neuerer Zeit bezeichnete man, solange man den öffentlichen Haushalt in landesherrliches Kammer- und ständisches Steuervermögen teilte, mit A. vorzugsweise das letztere. Gegenwärtig wird in Österreich Ärar gleichbedeutend mit Fiskus als Bezeichnung der als vermögensrechtliches Subjekt betrachteten Staatskasse gebraucht (ärariale Bergwerke, Lasten u. s. w.), während in der preuß. Amtssprache das Wort nicht üblich ist. Auch heißt A. das öffentliche Vermögen überhaupt, oder auch die Kasse einer Korporation, Gemeinde, Kirche.

Araroba (Arraroba), Bahia- oder Goapulver, rohes Chrysarobin, lockere braungelbe, stark abfärbende Masse aus den Höhlungen des Stammes der brasil. Andira Araroba Aguiar, welche gepulvert in Ostindien als Poudre de Goa oder Goa Powder längst Heilmittel ist, neuerdings auch nach Europa eingeführt und gegen Hautkrankheiten, namentlich Psoriasis und Herpes tonsurans (s. Herpes), empfohlen wird. Sie enthält gegen 80 Proz. Chrysarobin (s. d.), welches jetzt offizinell ist. Die A. wirkt sehr stark auf die Schleimhäute der Nase, des Rachens und der Augen ein und ist daher nur mit größter Vorsicht zu gebrauchen.

Araruta, s. Arrow-Root.

Aras, Papageien, s. Araras.