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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Argentina; Argentinien; Argentinische Republik

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Argentina - Argentin. Republik (Lage u. Grenzen. Oberflächengestaltung. Klima)

2) In der Metallbearbeitung eine zum Versilbern von Messing und Kupfer dienende Flüssigkeit, bestehend aus 5,5 Teilen Höllenstein, 6 Teilen Salmiak, 10 Teilen unterschwefligsaurem Natrium (s. Unterschweflige Säure) in 100 Teilen Wasser mit einem Zusatz von 10 Teilen Schlemmkreide. 3) In der Porzellanfabrikation ein von Hansen in Stockholm auf chem. Wege mit Metallsalzlösung behandeltes Porzellan, das dadurch eine Vergoldung, Versilberung oder Verkupferung annimmt und sich äußerlich von echtem Metall nicht unterscheidet. 4) In der Färberei ein silbergrauer Farbstoff, der bei der frühern Herstellungsweise von Aldehydgrün als Nebenprodukt gewonnen wurde. 5) Eine im Zeugdruck verwandte Farbe; diese ist höchst fein zerteiltes Zinn, das entweder aus einer mit Salzsäure angesäuerten Zinnchlorürlösung mittels Zink niedergeschlagen und dann durch Reiben weiter zerteilt wird, oder auch aus den bei der Herstellung von unechtem Blattsilber (Silberschaum) abfallenden Schawinen (s. Blattgold) vermittelst Durchreibens durch ein feines Sieb erhalten wird.

Argentina, soviel wie Argentinische Republik (s. d.); auch soviel wie Argentoratum (Straßburg).

Argentinien, s. Argentinische Republik.

Argentinische Republik (Republica Argentina) oder Argentinische Konföderation (confederacion Argentina), auch bloß Argentina oder Argentinien genannt, Staat im SO. von Südamerika. (S. Karte: La Plata-Staaten, Chile und Patagonien.)

Lage und Grenzen. Die A.R. liegt zwischen 22° und 54° 30' südl. Br. und 56° 20' und 70° 20' westl. L. von Greenwich, umfaßt etwa 2 894 000, nach andern 2 789 400 qkm und grenzt im O. an den Atlantischen Ocean und die Staaten Uruguay und Brasilien, im N. an Paraguay und Bolivia, im W. an Chile, im S. an Chile und das Eismeer. Die Grenze gegen Paraguay in dem zwischen beiden Republiken streitig gewesenen Gran-Chaco bildet nach dem Schiedsspruch des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika vom 12. Nov. 1878 der Pilcomayo. Außerdem aber beanspruchte die A. R. seit 1843 auch Patagonien gegen Chile, bis ein zwischen beiden Regierungen 23. Juli 1881 getroffenes Übereinkommen die West- und Südgrenze folgendermaßen festsetzte: Bis zum 52. Breitengrade bildet die Wasserscheide der Cordilleren die Grenze; die Südgrenze läuft vom Kap Dungeneß (Virgenes) im O. der Magalhãesstraße bis zum Durchschnitt des 70.° westl. L. von Greenwich und des 52. Breitengrades und folgt dann letzterm bis zur Wasserscheide der Anden. Außerdem gehören zur A. R. die Osthälfte Feuerlands und alle im Atlantischen Ocean an der Ostküste Feuerlands und Patagoniens gelegenen Inseln, während Chile alle Inseln im E. des Beaglekanals bis zum Kap Hoorn und im W. des Feuerlands zuerkannt wurden. Die Magalhãesstraße ward auf immer für neutrales Gebiet erklärt und die Schiffahrt durch sie allen Nationen freigegeben.

Oberflächengestaltung. Die ganze Ländermasse zerfällt in folgende 6 natürliche Regionen: 1) Das westl. Grenzgebiet gegen Chile in seiner ganzen Erstreckung erfüllen die Cordilleren (s. d.) oder Anden. Sie ziehen von S. bis 41° südl. Br. als Grenze in einer Kette (bis 2400 m Höhe), senden nördlich des Lago Nahuel Queräste nach O. (Palau Mahuida 3340 m) und erreichen dann größere, meist vulkanische Höhen (Tupungato 6178 m, Aconcagua 6970 m, Cerro del Cobre 5580 m, Copiapo 6000 m). Von Übergängen ist der wichtigste der Cumbrepaß (33°) westlich von Mendoza in 3900 m Höhe. Von hier ab nordwärts verzweigt sich das Gebirgssystem und läßt auf argentin. Gebiete ausgedehnten Plateaus von etwa 4000 m Höhe und zahlreichen Vorketten Raum, die den nordwestl. Teil des Landes erfüllen. Von den einzelnen Ketten sind die Züge der Sierren Ancaste, Ambato und (unter 23° südl. Br.) Aconquija (bis 4650 m Höhe), die der Sierra Famatina (6020 m) und Gulumpaja wichtig. Beide Züge vereinigen sich zu einer fruchtbaren und dicht bevölkerten Hochfläche, der fast quadratischen 180 km breiten Puna de Jujuy mit Gipfeln bis 6000 m. 2) Östlich von diesem Hochland der Andenregion dehnt sich, im N. über den Pilcomayo nach Bolivia übergreifend, im S. von dem Rio Juramento oder Salado scharf begrenzt, der Gran Chaco (s. d.) aus, das Jagdgebiet der Indianer. Nördlich vom Rio Vermejo, der das Plateau von Jujuy entwässert, der Chaco Central, ein 300 m hohes feuchtes Wald- und Weideland, südlich von ihm der Chaco Austral, ein wasserarmer sumpfreicher Landstrich. 3) Im O. grenzt an dieses Gebiet das Zwischenstromland, einem leicht gewellten Alluvionsboden zwischen dem Parana (Paraguay im N.) und dem Uruguay (s. d. und La Plata), das reichlich bewässert, fruchtbar und an den Flußufern sowie in der Sierra Central de las Misiones im NO. (250 m) dicht bewaldet ist. 4) Die Region in der Mitte des Landes wird charakterisiert durch ein in drei geschlossenen Zügen von N. nach S. ziehendes, alleinstehendes Gebirge aus Granit, Gneis und Quarz, die Sierra de Cordoba (bis 2350 m hoch), der sich im W. die Sierra S. Luis vorlagert. Dieser Gebirgszug ist rings von unwirtlichen Salzwüsten und Lagunen umgeben: im O. liegt z. B. das Mar Chiquita, die Laguna de los Porongos und Laguna Barrosa, im NW., W. und S. dehnen sich, von Travesias (Sandwüsten) oder Medanos (wandernden Dünen) unterbrochen, die Salinas Grandes (196 m), die Pampa de las Salinas (350 m) zwischen Sierra S. Luis und Sierra de la Huerta und die Laguna Bebedero über gewaltige Flächen aus. Von den zahlreichen Flußläufen, z. B. Rio Atuel und Salado in Mendoza, Rio Vermejo in San Juan, Saladillo in Santiago erreichen nur zwei, der Rio Tercero und Rio Cuarto oder Carcarañal, an der Ostseite der Sierra de Cordoba, den Parana. Gänzlich wasserlos sind im S. von S. Luis die Travesia Grande und Travesia Puntana. 5) Allmählich geht diese Region nach S. zu, und zwar im O. rascher als im W., in die grasreichen Landschaften der Pampas (s. d.) über. Diese ist mit unzähligen kleinen Lagunen bedeckt, die nur in der Nähe der Küste kleinen Flußläufen Raum gewähren. 6) Von den Andenströmen Rio Colorado oder Rio Negro südlich (etwa 39° südl. Br.) beginnt das große Gebiet von Patagonien (s. d.). Seine von dem Gebirgskamme nach O. sanft geneigten tertiären Kiesterrassen werden von wenigen Flüssen (darunter der Chubut) zum Atlantischen Ocean entwässert.

Klimatische Verhältnisse. Der Norden des Landes wird von der Isotherme vom 22.° geschnitten, während Feuerland nur 6° mittlere Jahrestemperatur hat. Außerdem nimmt die Wärme nicht regelmäßig von Norden gegen Süden, sondern mehr gegen Südosten ab, und ebenso wird das Klima von Osten nach Westen extremer, so daß namentlich die