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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Aristolochiaceen; Aristomenes; Ariston; Aristopapier; Aristophanes

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Aristolochiaceen - Aristophanes (Komödiendichter)

Warmhauspflanzen, Fig. 5) aus Brasilien, ein dankbar blühender Schlingstrauch fürs Gewächshaus, mit großen braungefleckten Blumen. Andere großblumige tropische Arten, wie A. ornithocephala Hook., A. Duchartrei André, A, gigantea Mart. und A. grandifolia Sw., die Blumen von 30 cm Durchmesser haben, blühen erst, nachdem sie ein gewisses Alter erreicht haben, und verbreiten während des Blühens meist einen widerlichen Aasgeruch, weshalb sie selten und nur in sehr großen Gewächshäusern kultiviert werden. Ihre Vermehrung geschieht durch Ableger oder Stecklinge.

Aristolochiaceen, Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Hysterophyten, etwa 200 der wärmern gemäßigten Zone, vorzugsweise der nördlichen, und dem tropischen Amerika, weniger dem tropischen Asien angehörende Arten umfassend; meist krautartige Pflanzen, seltener Sträucher, vielfach aber Schlingpflanzen. Alle besitzen wechselständige gestielte, ganzrandige oder drei- bis fünflappige Blätter, zwitterige Blüten und ein einfaches dem Fruchtknoten aufsitzendes, dreilappiges oder unregelmäßig gezähntes Perigon. Die Zahl der Staubblätter und der Narben in den verschiedenen Gattungen wechselt.

Aristomenes, der Held des zweiten messenischen Krieges (s. Messenien) und die Lieblingsgestalt der messenischen Überlieferung von den Kämpfen gegen die Spartaner. In der Schlacht bei Derä 645 v. Chr. zeichnete er sich so aus, daß seine Stammesgenossen ihn zum König erwählen wollten; doch nahm er nur den Namen eines "Heerführers", freilich mit unbeschränkter Gewalt versehen, an. Als nach mehrern anfänglichen Erfolgen die Messenier sich nach der Bergfestung Eira zurückziehen mußten, hielt A. noch elf Jahre deren Fall hin. Als sie den Kampf einstellen und nach Arkadien übertreten mußten, ging A. nach Rhodus und starb hier bei seinem Schwiegersohne, dem Fürsten Damagetus von Jalysus.

Ariston, Aristonette, ein mechan. Musikwerk, konstruiert nach dem Princip der Spieldosen, auf dem man durch Auflegen runder Papp(Noten-)scheiben jedes beliebige Musikstück spielen kann, wodurch also die Walze mit Stiften überflüssig wird. Instrumente ähnlicher Konstruktion sind das Herophon, der Phönix, das Melyphon, Symphonion, Polyphon und Orphenion; die drei letzten haben Notenblätter aus Zinn; sie vertragen daher jeden Temperatur- und Witterungswechsel, was bei den Pappnoten nicht der Fall ist. (S. auch Musikinstrumente, mechanische.)

Ariston men hydor (grch. Άριστον μέν όδωρ, d. i. das Beste ist das Wasser), Anfang der ersten olympischen Ode Pindars.

Aristopapier, ein mit chlorsilberhaltiger Gelatine nach Eder (s. d.) präpariertes photogr. Papier, das namentlich von Liebhabern der Photographie zum Kopieren vielfach benutzt wird.

Aristophanes, der größte Komödiendichter des Altertums, daher von den Alten oft einfach "der Komiker" genannt, geb. um 450 v. Chr., gest. zwischen 387 und 380 zu Athen; von seinem Leben ist wenig bekannt. 427 brachte er seine erste Komödie, jedoch noch unter fremdem Namen, zur Aufführung. Als er 426 in den "Babyloniern" den mächtigen Demagogen Kleon verspottet hatte, wurde er von diesem angeklagt, daß er in Gegenwart der Abgeordneten der Bundesgenossen die Politik Athens verhöhnt habe; dann auch wegen unberechtigter Anmaßung des athenischen Bürgerrechts: sein Vater sollte nicht attischer Herkunft sein. Von etwa 44 Stücken des A. sind noch 11 erhalten: "Die Acharner", "Die Ritter" (ein scharfer Angriff auf Kleon), "Die Wolken" (diese aber in einer zweiten, vom Dichter nie vollendeten Umarbeitung), "Die Wespen", "Der Friede", "Die Vögel", "Lysistrata", "Die Weiber am Feste der Thesmophorien" ("Thesmophoriazusen"), "Die Frösche", "Die Weibervolksversammlung" ("Ekklesiazusen") und "Der Reichtum" ("Plutos"; ebenfalls in der zweiten, aber vollendeten Bearbeitung). Diese sind die Blüte der alten Komödie. Um sie aber zu würdigen, bedarf es großer Vertrautheit mit der Geschichte Athens zu jener Zeit, da die Komödien voll sind von Beziehungen auf Zeitgenossen, auf die Politik des athenischen Staaten, auf Leben, Sitten und litterar. Zustände in der Stadt. Neben dem glänzenden und kühnen Witze des A. bewunderten die Griechen besonders seine echt attische Anmut. Ein Plato zugeschriebenes Epigramm sagt, die Grazien hätten sich seinen Geist zur Wohnung ausersehen. Nach seinen polit. und ethischen Anschauungen ist A. konservativ, ein Anhänger alter Sitte, Lehre und Kunst, daher seine Ausfälle gegen Sokrates, in dessen Person er die sophistischen Grübeleien jener Zeit in den "Wolken" verspottet, und gegen Euripides in den "Fröschen" und andern Komödien. Die Freiheit der alten Komödie gewährte der persönlichen Satire weiten Spielraum, und A. machte davon einen so schrankenlosen Gebrauch, daß nichts Göttliches und Menschliches, wo es irgend eine Blöße bot, von ihm verschont blieb. Selbst das athenische Volk scheute er nicht. Unaufhörlich wirft er ihm Wankelmütigkeit, Leichtsinn, Liebe für Schmeicheleien, thörichte Leichtgläubigkeit und Neigung zu überspannten Hoffnungen vor. In seiner ersten Zeit wählte A. mehr das öffentliche Leben und dessen Vertreter zum Gegenstande seiner Dramen, später, nachdem auch die Bühnenfreiheit um 414 gesetzlich beschränkt war, nähert er sich in den Stoffen der sog. neuern Komödie (s. Griechische Litteratur, III). Geradezu als deren Vorläufer galt der "Kokalos". A. brachte das Stück, in dem ein junger Mensch ein Mädchen verführt und, nachdem er ihre Abkunft entdeckt, heiratet, in seinen letzten Lebensjahren unter dem Namen seines Sohnes Araros zur Aufführung.

Herausgegeben ist A. namentlich von Brunck (3 Bde., Straßb. 1781-83), von Invernizzi, vom 7. Bande an von W. Dindorf fortgeführt und mit dem 13. Bande (1826) vollendet, von Bekker (5 Bde., Lond. 1829); wiederholt von Dindorf (zuletzt Lpz. 1869) und von Blaydes (Halle 1880 fg.). Handausgaben von Bergk (2. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1872) und von Meineke (2 Bde., ebd. 1860); Auswahl mit deutschen Anmerkungen von Kock (Berlin, seit 1852 in mehrern Auflagen). Unter den Ausgaben einzelner Stücke sind hervorzuheben: "Plutos" von Hemsterhuis (Harlingen 1744 und Lpz. 1811), von Velsen (Lpz. 1881); "Wolken" von Hermann (ebd. 1799 u. 1830), Reisig (ebd. 1820) und Teuffel-Kähler (2. Aufl., ebd. 1887); "Wespen" von Hirschig (Leid. 1847), Richter (Berl. 1858) und van Leeuwen (Leid. 1893); "Thesmophoriazusen" von Fritzsche (Lpz. 1838), Thiersch (Halberst. 1832) und von Velsen (1883); "Acharner" von Alb. Müller (Hannov. 1863), W. Ribbeck (mit deutscher Übersetzung, Lpz. 1864), Wissmann (Stettin 1881); "Friede" von Richter (Berl. 1860); "Frösche" von Fritzsche (Zür. 1845) und von Velsen (Lpz. 1381); die "Ritter" von