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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Arithmogriph; Arithmologie; Arius; Ariyana; Arizona; Ark; Arkade; Arkadien

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Arithmogriph - Arkadien

unentschieden, welche von zwei ungleichen Größen die größere ist. Das Unendlichgroße bezeichnet man mit ∞, das Unendlichkleine mit 1/∞; die Kongruenz zweier Zahlen mit ≡, die zweier Figuren mit ^[img]; Das Zeichen der Ähnlichkeit ist ~; den Logarithmus kürzt man ab in log oder lg; 3! (gespr. 3 Fakultät) ist in der Kombinationslehre die Abkürzung für 1·2·3 und bedeutet die Anzahl der Permutationen von 3 Dingen. Die mathem. Zeichenschrift entstand durch die Buchstabenrechnung.

Arithmogriph (grch.), ein durch Zahlen ausgedrücktes Rätsel (s. d.).

Arithmologie (grch.), Lehre von den Zahlen, insbesondere als Bestandteil des Zauberglaubens; Arithmomantie, Wahrsagung aus Zahlen.

Arius, der Presbyter, s. Arianer.

Ariyana, s. Iran.

Arizona, Territorium der Vereinigten Staaten von Amerika zwischen 31 und 37° nördl. Br. und 109 bis 114° 40' westl. L. von Greenwich, grenzt im O. an Neumexiko, im N. an Utah, im W. an Nevada und Kalifornien, im S. an Mexiko und umfaßt 292 709 qkm. Es ist meist Hochebene mit tiefen Cañons, die nach SW. in die vom untern Gila durchzogene Wüste abfällt. Die Hauptgebirgszüge, die bis zu 2500 m aufsteigen, laufen meist von NW. nach SO.; der San Francisco, ein großer vulkanischer Kegel, erhebt sich bis 3900 m. Die Hauptflüsse sind der Colorado (s. d.) und der Gila (s. d.). Der Regenfall ist äußerst gering, die Hitze übersteigt im mittlern und nördl. Teil nicht oft 32° C., im S. dagegen sind Temperaturen von 45° C keine Seltenheit. Der großen Trockenheit der Luft wegen macht sich jedoch die Hitze nicht so fühlbar. Die Bevölkerung betrug 1880: 40 440, darunter 35 160 Weiße, 155 Farbige, 1632 Chinesen und 3493 seßhafte Indianer, wozu noch etwa 14 000 uncivilisierte Indianer kamen, 1890: 59 620 (0,2 auf 1 qkm), darunter etwa 3000 Deutsche. Die Indianer-Reservation bedeckt 26 058 qkm. Der Bergbau erstreckt sich auf Gold, Silber, Kupfer, Blei, namentlich auf die beiden erstgenannten, auch finden sich Quecksilber, Eisen und Kohlen. Die Ausbeute an Gold und Silber betrug (1887) 5 771 555 Doll.; 1890 gab es 518 450 Rinder, 593 643 Schafe, 15 780 Pferde und 5921 Schweine. Seit 1880 hat die Viehzucht bedeutend zugenommen; die Zahl der Rinder betrug (1880) 76 524 Stück. Der Ackerbau ist von der künstlichen Bewässerung abhängig, die in den letzten Jahren auf mehr als 60 000 Acres ausgedehnt wurde. Die Ernte betrug (1886) 429 000 Bushel Gerste zu 386 100 Doll., 297 000 Bushel Weizen zu 276 210 Doll., 24 098 t Heu zu 355 466 Doll., für 97 000 Doll. Kartoffeln und 53 000 Doll. Mais. Im N. wird A. von der Atlantic-, im S. von der Southern-Pacificbahn durchzogen. Von den beiden Hauptlinien gehen nordsüdl. Bahnen in die Mitte des Territoriums hinein. Die Gesamtlänge der Bahnen betrug (1890) 1765 km. A. ist in 11 Counties geteilt; Hauptstadt ist Phoenix (s. d.). - Zerstreut durch ganz A. finden sich die Spuren früherer Bewohner, unter denen namentlich die Felsenwohnungen (cliff dwellings) eigenartig sind. In der ersten Hälfte des 18. Jahrh. war A. unter span. Herrschaft gut bevölkert und mit Bewässerungskanälen versehen. Ein Aufstand der Indianer vertrieb jedoch die Weißen und die Civilisation verschwand bis auf wenige Spuren. 1848 wurde das Gebiet mit Neumexiko von Mexiko an die Vereinigten Staaten von Amerika abgetreten, der Teil südlich vom Gila jedoch erst 1853 käuflich erworben. Die Raubzüge der Indianer haben der Besiedelung sehr geschadet, und namentlich die Apachen haben den Truppen viel zu schaffen gemacht. Das Territorium steht noch unter der Gesetzgebungsgewalt des Kongresses (Gesetz vom 24. Febr. 1863) und sendet einen Delegierten ohne Stimme zum Kongreß; die Gesetzgebende Versammlung besteht aus einem Rat von 9 und einem Repräsentantenhaus von 18 Mitgliedern. - Vgl. Browne, Reisen und Abenteuer im Apachenlande (aus dem Englischen, Jena 1870); Cozzens, The marvelous country: or three years in A. (neue Ausg., Lond. 1890); Bancroft, History of A. and New Mexico (San Francisco 1889); Hinton, Handbook to A. (ebd. 1878).

Ark., Abkürzung für den Staat Arkansas (s. d.).

Arkade (vom lat. "arcus", Bogen), eine fortlaufende Reihe von Bogen, die auf Stützen, Pfeilern oder Säulen ruhen, weiterhin die ganze Bogenstellung und der davon eingefaßte Raum. Sie unterscheidet sich von der Kolonnade (s. d.) dadurch, daß diese eine Säulenstellung oder Säulenhalle, die A. aber eine Bogenhalle, wenn auch eine auf Säulen ruhende bildet. Die A. kommt in der röm. Baukunst zuerst vor, erscheint aber besonders häufig im Mittelalter und der Renaissance. So als Trennung der Schiffe der Kirchen, als Schmuck der Façaden, an Kreuzgängen u. s. w. Oft wird sie auch nur dekorativ verwendet, indem Stütze und Bogen nur als Blenden an undurchbrochenen Mauern oder als Umrahmung von Fenstern erscheinen (Blendarkade, Scheinarkade). Gleichfalls vorzugsweise als Schmuck dienten die Zwergarkaden, die zuerst unter dem Hauptgesims am Chor von roman. Kirchen auftreten. In manchen Städten ziehen sich A. längs der Erdgeschosse der Häuser hin, wie besonders in Bologna; doch treten sie auch vielfach in deutschen Städten auf, z. B. in Bern. Hier werden sie Lauben genannt. Als öffentliche Wandelgänge dienen auch die großen A. in manchen ital. Städten, dort Loggia (s. d.) genannt. Mit diesem Namen bezeichnet man auch die in die obern Stockwerke der ital. Paläste und Wohnhäuser eingefügten kleinern A. Die spätere Renaissance hat sich bemüht, die Verhältnislehre der A. festzustellen und ihre Formen in das Schema der Säulenordnungen (s. d.) einzufügen. Die moderne Kunst hat sich dagegen wieder die volle Freiheit in Verwendung der verschiedenartigsten A. gesichert.

Arkadien, die mittelste Landschaft des Peloponnes, ist ganz erfüllt von Gebirgsketten mit der Strichrichtung NNW.-SSO.; in der Mitte erhebt sich der Mänalus; die Ostgrenze bildet das Artemision und Parthenion; im SW. stellt das Lycäum die Verbindung mit den messenischen Gebirgen her. Im N. erheben sich die drei Hochgebirge Erymanthus, Aroania und Kyllene zu 2200 bis 2400 m. A. ist das Quellgebiet der größern Flüsse des Peloponnes; der Alpheus entwässert den größten Teil der Landschaft. A. besitzt aber auch abflußlose Gebiete, die nur durch unterirdische Abzüge (Katabothren) entwässert werden, so die langgestreckte Hochebene von Tegea und Mantinea im Osten, die von Orchomenus nördlich davon, die Gebirgskessel von Stymphalus und Phenëus am Kyllene-Gebirge u. a. m. - A. ist die einzige von der dor. Einwanderung nicht berührte Landschaft des Peloponnes; es behielt seine alten Bewohner, die hauptsächlich von Viehzucht und Ackerbau lebten, Industrie, Kunst (mit Ausnahme