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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Arneth; Arnheim; Arnhem; Arnhem-Land

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Arneth (Joseph Calasanza, Ritter von) - Arnhem-Land

A. wurde 1848 in die konstituierende Nationalversammlung nach Frankfurt a. M. gewählt und 1869 auf Lebenszeit in das Herrenhaus des österr. Reichsrates berufen, wo er sich besonders bei den Debatten über die konfessionellen Gesetze hervorthat; auch wurde er 1879 zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften ernannt. Von seinen Werken sind hervorzuheben: "Leben des Feldmarschalls Grafen Guido von Starhemberg" (Wien 1853), die quellenmäßige Darstellung des Lebens und Wirkens des "Prinz Eugen von Savoyen" (3 Bde., 2. Aufl., ebd. 1804), "Geschichte Maria Theresias" (10 Bde., ebd. 1863-79). Weitere Ergebnisse seiner archivalischen Forschungen sind "Maria Theresia und Marie Antoinette. Ihr Briefwechsel während der J. 1770-80" (2. Aufl., ebd. 1866), "Marie Antoinette, Joseph II. und Leopold II. Ihr Briefwechsel" (ebd. 1866), "Maria Theresia und Joseph II. Ihre Korrespondenz samt Briefen Josephs an seinen Bruder Leopold" (3 Bde., ebd. 1867); "Beaumarchais und Sonnenfels" (ebd. 1868), "Joseph II. und Katharina von Rußland" (ebd. 1869), "Johann Christoph Bartenstein und seine Zeit" (ebd. 1872), "Joseph II. und Leopold von Toscana; ihr Briefwechsel von 1781 bis 1790" (2 Bde., ebd. 1872), das mit Geffroy herausgegebene Werk: "Marie-Antoinette. Correspondance secrète entre Marie-Thérèse et le comte de Mercy Argenteau, avec les lettres de Marie-Thérèse et de Marie-Antoinette" (3 Bde., Par. 1874), die "Briefe der Kaiserin Maria Theresia an ihre Kinder und Freunde" (4 Bde., Wien 1881), "Heinrich Freiherr von Haymerle" (2. Aufl., Berl. 1882), "Graf Philipp Cobenzl und seine Memoiren" (Wien 1885), "Maria Theresia" (Lpz. 1888), die "Correspondance secrète du comte de Mercy-Argenteau avec l'empereur Joseph II et la prince de Kaunitz" (mit Flammesmont, 2 Bde., Par. 1889-91), "Aus meinem Leben" (2 Bde., Stuttg. 1893), "Anton Ritter von Schmerling" (Wien 1895). Auch gab A. "Die Relationen der Botschafter Venedigs über Österreich im 18. Jahrh." (Wien 1863) für die "Fontes rerum Austriacarum" heraus.

Arneth, Joseph Calasanza, Ritter von, Numismatiker und Archäolog, geb. 12. Aug. 1791 zu Leopoldschlag in Oberösterreich, besuchte das Stift St. Florian und das Gymnasium zu Linz, studierte seit 1810 zu Wien und wurde 1813 Kustos des k. k. Münz- und Antikenkabinetts. Nachdem er als Offizier in der österr.-deutschen Legion an den Feldzügen von 1813 und 1814 teilgenommen, kehrte er in seine amtliche Stellung am Münz- und Antikenkabinett zurück. A. war seit 1817 vermählt mit Antonie Adamberger (s. d.), der frühern Braut Theodor Körners. Von 1824 bis 1828 versah er provisorisch die Lehrkanzel für Welt- und österr. Geschichte an der Universität Wien. A. hat sich um die ihm anvertrauten Sammlungen, denen er seit 1840 als Direktor vorstand, große Verdienste erworben. Am 14. Mai 1847 wurde er Mitglied der neugegründeten Wiener Akademie der Wissenschaften. Er starb 31. Okt. 1863. Die wissenschaftlichen Arbeiten A.s, zum großen Teile umfangreiche Beiträge zu Zeitschriften und Sammelwerken, gehören, mit Ausnahme der "Geschichte des österr. Kaisertums" (Wien 1827), vorzugsweise der Numismatik und der Denkmälerkunde an. Hervorzuheben sind: "Synopsis numorum graecorum" (Wien 1837), "Synopsis numorum romanorum" (ebd. 1842), " Zwölf röm. Militärdiplome" (ebd. 1843), "Das k. k. Münz- und Antikenkabinett" (ebd. 1845), "Die antiken Kameen des k. k. Münz- und Antikenkabinetts" (ebd. 1849), "Die antiken Gold- und Silbermonumente des k. k. Münz- und Antikenkabinetts" (ebd. 1849-50), "Die Cinque-Cento-Kameen und Arbeiten des Benvenuto Cellini und seiner Zeitgenossen" (ebd. 1858), "Studien über Benvenuto Cellini" (ebd. 1859).

Arnheim (holländ. Arnhem, vielleicht das Arenacum der Römer), Hauptstadt der niederländ. Provinz Geldern und des Bezirks A., in reizender Lage rechts des Rheins, an den Bahnlinien Amsterdam-Utrecht-Emmerich, A.- Hengeloo-Salzbergen (115 km) und A.-Nimwegen (20 km), hat (1889) 49869 E. Von Bauwerken sind zu erwähnen: die Eusebiuskirche (Groote Kerk), 1452 begonnen, mit prächtigem Grabmal des Herzogs Karl von Egmont in schwarzem und weißem Marmor und Denkmälern der Herzöge von Geldern, die kath. St. Walburgkirche in got. Stil, das Stadthaus (Duivelshuis) mit Verzierungen (gefesselte Teufel und Fratzen), erbaut von Maarten von Rossum, das Regierungs- und Justizgebäude, das Rathaus, das Provinzialarchiv, das Museum der Altertümer, der Saal der Genossenschaft "Tot Nut van het Algemeen", die beiden Societätsgebäude in und außer der Stadt, ferner das Festgebäude "Musis sacrum" und das "Bronbeek" genannte Invalidenhaus für Krieger aus Niederländisch-Indien. Von Bildungsanstalten bestehen zu A. eine Kunstschule, eine öffentliche Bibliothek, ein Gymnasium, eine Realschule für Knaben und eine für Mädchen, eine Lehrerinnenschule mit 60 internen Eleven; ferner das "Museum van Oudheden en Kunst" mit Siegeln, Münzen, Porträten und Modellen von Bauwerken und eine Sammlung von span. Kuriositäten im Albasaal, einem Teil des alten Prinzenhofs. Die Industrie erstreckt sich auf die Fabrikation von Wagen-, Spiegel- und Tischlerwaren, mathem. und physik. Instrumenten; der Handel namentlich auf Ausfuhr von Getreide und Tabak (der in der Nachbarschaft stark angebaut wird), sowie bedeutende Speditionsgeschäfte nach Deutschland. In Bezug auf die Lage ist A. die schönste Stadt der Niederlande. Ihre Umgebungen haben in neuerer Zeit, nachdem die alten Festungswerke abgetragen worden, eine große Anziehungskraft auf die reichen Holländer geübt, namentlich auf die aus Indien zurückgekehrten,deren schöne Wohnhäuser und Villen der Stadt selbst eine größere Ausdehnung, den Ortschaften der Umgebung, wie den Dörfern Velp, Roozendaal und Oosterbeek, einen freundlichen Anstrich verleihen. - A. wird zuerst 996 urkundlich erwähnt; 1233 erhob es Graf Otto III. von Geldern zur Residenz und befestigte es; später trat die Stadt der Hansa bei. A. wurde 1473 von Karl dem Kühnen von Burgund, 1585 von den Holländern und 1672 von den Franzosen erobert, die die Stadt aber nach zwei Jahren wieder räumten. Die Preußen unter Bülow nahmen 30. Nov. 1813 A. mit Sturm.

Arnheim, Hans Georg, General im Dreißigjährigen Kriege, s. Arnim, Hans Georg.

Arnhem, niederländ. Stadt, s. Arnheim.

Arnhem-Land, früher Name des nordöstl. Teils des von der brit. Kolonie Südaustralien verwalteten Northern-Territory, zwischen der Arafurasee im N. und dem Carpentariagolf im O., die durch die Nordostspitze des A., Kap Arnhem, gegeneinander abgegrenzt werden; die östl. Nordküste wird durch die Arnhem-Bai gegliedert. Der Name stammt von