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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Arnold

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Arnold (Christoph) - Arnold (Joh.)

der Renaissance, aber auch den got. Stil. Er gab heraus: "Der herzogl. Palast zu Urbino" (Lpz.1857).

Arnold, Christoph, ein als Astronom berühmter Bauer in Sommerfeld bei Leipzig, geb. 17. Dez. 1650, gest. 15. April 1695, verdankte seine astron. Kenntnisse meist dem Selbstudium, worin er erst später von dem Astronomen Kirch in Leipzig unterstützt wurde. Auf seinem Wohnhause hatte er sich eine Sternwarte erbaut. A. machte zuerst auf die Kometen von 1682 und 1686 aufmerksam. Noch bekannter wurde er durch die Beobachtung des Vorübergangs des Merkur vor der Sonne 31.Okt. 1690.

Arnold, Christoph Friedr. Wilh., Rechtshistoriker, geb. 28. Okt. 1826 zu Borken in Kurhessen, studierte zu Berlin und Marburg die Rechte, habilitierte sich 1850 in Marburg, wurde 1855 Professor des deutschen Rechts in Basel und 1863 ord. Professor in Marburg, wo er 2. Juli 1883 starb. A. lieferte auf dem Gebiete der Rechts- und Wirtschaftsgeschichte folgende Werke: "Verfassungsgeschichte der deutschen Freistädte" (2 Bde., Gotha 1851), "Zur Geschichte des Eigentums in den deutschen Städten" (Bas. 1861), "Kultur und Rechtsleben" (Berl. 1865), "Kultur und Recht der Römer" (ebd. 1868), "Ansiedelungen und Wanderungen deutscher Stämme" (2 Bde., Marb. 1875), "Deutsche Urzeit" (3. Aufl., Gotha 1881), "Studien zur deutschen Kulturgeschichte" (Stuttg. 1882), "Fränk. Zeit" (Gotha 1882).

Arnold, Sir Edwin, engl. Dichter und Journalist, geb. 10. Juni 1832, im King's College zu London vorgebildet, studierte seit 1851 in Oxford, wo er für das Gedicht "The feast of Belshazzar" den Newdigate-Preis gewann. 1853 gab er "Poems, narative and lyrical", 1856 das Drama "Griselda" heraus. Einige Zeit Lehrer an King Edward's School in Birmingham, wurde A. zum Vorsteher des Sanscrit College in Puna in Indien ernannt, wo er bis 1861 blieb und während des großen Aufstandes hervorragende Dienste leistete. Nach England zurückgekehrt, wurde er Mitredacteur, später Herausgeber des antiruss. "Daily Telegraph", auch Mitglied der Asiatischen und Geographischen Gesellschaft in London. Seinem Einfluß besonders war die auf Kosten des "Daily Telegraph" ausgeführte Expedition des Assyriologen George Smith nach Assyrien, sowie der Anteil der Zeitung an Stanleys Expedition zur Auffindung Livingstones und Beschiffung des Kongo zuzuschreiben. Aus A.s indologischen Studien erwuchsen: eine Ausgabe und verkürzende Übersetzung der Hitopadesa (s. d.) als "The book of good counsels" (1861), "History of India under the administration of the Earl of Dalhousie" (1862-64), "The Indian song of songs" (1875; neue Ausg. als "Indian poetry", 1883), "Indian Idylls" (1883; nach Mahâbhârata), "India revisited" (1886), "Lotus and jewel" (1887), auch sein größter litterar. Erfolg, "The light of Asia" (1879; deutsch von Pfungst, Lpz. 1886), ein an Schönheiten reiches Epos über Leben und Lehren Buddhas, das seitdem über 40 Auflagen in England und 80 in Amerika erlebt hat. Gleichsam korrespondierend damit gedichtet ist "The light of the world, or the great consummation" (1891). Hier wird die Verwandtschaft buddhistischer Dogmen mit christlichen aus einem Berichte der Maria Magdalena abgeleitet, die ein buddhistischer Magus nach dem Tode des "Light of the world" anhört; Sprache und Vers sind vollendet. Außer den lyrischen "The secret of death (from the Sanskrit) with some collected poems" (1885), "Poems national and non-oriental" (1888) und "In my lady's praise" (1889) lieferte A. noch metrische Übersetzungen von Musäus' "Hero and Leander" (1874) und "Pearls of the faith, or Islam's rosary" (1883; 3. Aufl. 1884), und schrieb "The poets of Greece" (1869), "Seas and lands" (1892) und "Wandering worlds" (1894). - Vgl. Wilkinson, E. A. as poetizer and paganizer (1884; gegen A.).

Sein Bruder Robert Arthur A., geb. 28. Mai 1833, war 1863-66 Mitglied der staatlichen Kommission zur Linderung der Not in der Baumwollindustrie, schrieb darüber "The history of the cotton famine" (1864) und schilderte eine zweijährige Reise in Süd- und Westeuropa und Afrika in "From the Levant, the Black Sea and the Danube" (2 Bde., 1868). Dann redigierte er bis 1875 mit Erfolg das "Echo", bereiste Rußland und Persien (vgl. sein Through Persia by caravan" 1877) und schrieb u. a. "Social politics" und "Free land" (1880). Seit 1880 liberales Unterhausmitglied, stellte er sociale Reformanträge, welche zu der neuen Reformbill und Wiedereinteilung der Wahlbezirke Großbritanniens und Irlands unter Gladstone führten, ward 1885 Vorsitzender der "Freeland league" und 1889 County Alderman in der neugeschaffenen Centralbehörde (County Council) für London.

Arnold, Gottfr., prot. Kirchenhistoriker, geb. 5. Sept. 1666 zu Annaberg, studierte in Wittenberg Theologie und ward als Hauslehrer in Dresden im Umgänge mit Spener für das "innere Christentum" gewonnen. 1697-98 war er Professor der Geschichte zu Gießen, ward 1700 Hofprediger der verwitweten Herzogin von Sachsen-Eisenach zu Allstedt, 1705 Prediger und Inspektor zu Werben, 1707 Prediger zu Perleberg, wo er 30. Mai 1714 infolge eines Schrecks über preuß. Werber starb, die während der Predigt in die Kirche drangen. Sein Hauptwerk, die "Unpartheyische Kirchen- und Ketzerhistorie" (2 Bde., Franks. 1699; 1700-15; 1729; 3 Bde., Schaffh. 1740-42), zeugt von großer Belesenheit; obwohl unsystematisch und ohne kritische Sichtung des Materials sowie von einseitigem Standpunkte verfaßt, der die Ketzer von vornherein günstig beurteilt, bezeichnet es den Übergang von der konfessionell beschränkten Auffassung der Kirchengeschichte zu einer gerechtern objektiven Würdigung ihrer Thatsachen. Die übrigen Schriften A.s, wie die "Historia et descriptio theologiae mysticae (1702; deutsch 1703), "Das Leben der Gläubigen" (1701), "Das Geheimnis der göttlichen Sophia" (1700), waren in wesentlich gleicher Richtung wirksam. Seine Schrift "Erste Liebe" (1696) ist vielfach, auch neuerdings gedruckt. A.s geistliche Lieder wurden herausgegeben von Knapp (Stuttg. 1845) und Ehmann (ebd. 1855). - Vgl. Dibelius, G. A. Sein Leben und seine Bedeutung für Kirche und Theologie (Berl. 1873); Flöring, G. A. als Kirchenhistoriker (Darmst. 1883); Ritschl, Geschichte des Pietismus, Bd. 2 (Bonn 1884).

Arnold, Hans, Pseudonym, s. Bülow, Babette von.

Arnold, Joh., ein Müller in der Neumark, bekannt durch den nach ihm benannten Prozeß unter Friedrich d. Gr. Die von A. in Erbpacht genommene Wassermühle bei Pommerzig, für die er dem Grafen Schmettau einen jährlichen Zins zu zahlen hatte, wurde in ihrer Nutzbarkeit beeinträchtigt durch Karpfenteiche, die der Landrat von Gersdorff oberhalb der Mühle anlegen ließ. Infolgedessen entrichtete A. den fälligen Zins nicht mehr, und so kam 1778