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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Arrowsmith; Arru-Inseln; Ars; Arsa; Arsaces; Arsaciden; Arsacideninseln; Arsakes; Arsamas

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Arrowsmith - Arsamas (Kreis und Stadt)

Die Gewinnung der verschiedenen unter dem Namen A. zusammengefaßten Stärkemehlsorten geschieht lediglich durch Auswaschen der zerriebenen Knollen und Wurzelstücke mit Wasser. Die Verpackung und Versendung erfolgt in Fässern von etwa 100 kg, bei den bessern Sorten in Blechdosen. Verwendung findet das A. zur Herstellung von feinen Backwerken und Speisen; früher wurde es auch medizinisch benutzt. Verfälschungen mit dem Stärkemehl von Reis, Weizen und Kartoffeln, vor denen es übrigens hinsichtlich seiner Verdaulichkeit nichts voraus hat, kommen vor, können aber unter dem Mikroskop leicht erkannt werden.

Arrowsmith (spr. ärrosmith), Aaron, engl. Kartograph, geb. 14. Juli 1750 zu Winston in der Grafschaft Durham, kam 1770 nach London, gründete einen Kartenverlag, aus dem über 130 Atlanten und größere Karten hervorgingen, die sich durch eine bis dahin unerreichte Genauigkeit und Deutlichkeit des Stichs auszeichneten und namentlich für die Hydrographie bedeutenden Wert haben; so die Weltkarte nach Mercators Projektion (1790 und 1794), die er mit Erläuterungen begleitete; die große Karte von Schottland (1807) und der "General Atlas" (1817). Er starb in London 23. April 1823. Nach seinem Tode erschien von ihm "Geometrical projection of maps" (Lond. 1825). - Sein Neffe John A., geb. 23. April 1790 zu Winston, trat 1810 in das kartogr. Institut des Oheims, das er nach dessen Tode mit den Söhnen gemeinschaftlich eine Zeit lang fortführte und später nach dem Tode seines Vetters Samuel (1829) ganz übernahm, bis er 1861 sich von den Geschäften zurückzog. Er starb 2. Mai 1873. A. hat sich gleichfalls als Kartograph einen berühmten Namen erworben, unter anderm durch den "London Atlas of universal geography" (1834-37) und durch die Karten zu zahlreichen Reisewerken. Er gehörte zu den Gründern der Londoner Geographischen Gesellschaft und zeichnete für deren Journal viele Jahre sämtliche Karten. Für seine Verdienste erhielt er 1862 die goldene Medaille der Geographischen Gesellschaft.

Arru-Inseln, s. Aru-Inseln.

Ars (lat.), die Kunst; A. amandi (Titel eines Gedichtes von Ovid), die Kunst zu lieben; A. angelĭca oder spiritŭum, Engel- oder Geisterkunst, Magie. A. longa, vita brevis, die Kunst ist lang, das Leben kurz (Aphorismen des Hippokrates). Artes liberales, die freien Künste.

Arsa, ein von den Kirgisen und Baschkiren aus gegorener Stutenmilch bereiteter und rektifizierter Branntwein (s. Kumys).

Arsaces, s. Arsaciden.

Arsaciden ist der Name der Könige des Parthischen Reichs, das 250 v. Chr. durch den Scythen Arsaces I. begründet ward, der die Landschaft Parthien (s. d.) von der Herrschaft der Seleuciden befreite und Hekatompylos zur Hauptstadt seines Reichs erhob. Ihm folgte sein Bruder Arsaces II. Tiridates 253 v. Chr. Dieser, der eigentliche Gründer der parth. Macht, befestigte sie gegen Syrien 238 durch seine Siege über Seleucus Callinicus und starb 216. Ihm folgten Arsaces III. Artabanus I. (gest. 191), Arsaces IV. Phriapatius (gest. 176) und Arsaces V. Phraates I. (gest. 171). Dann kam des letztern thatkräftiger Bruder Arsaces VI. Mithridates I. zur Regierung, der alle Länder zwischen dem Indischen Kaukasus und Euphrat unterwarf, das Parthische Reich zu einem Weltreiche erhob und als der bedeutendste unter allen A. 138 starb. Sein Sohn Arsaces VII Phraates II. (gest. 129) nahm Babylon (128) ein und befreite durch seinen Sieg über Antiochus Sidetes (131) das Parthische Reich auf immer von den Angriffen der syr. Könige. Dagegen beginnen um diese Zeit mit den Nomadenvölkern des Innern Asiens Kriege, die erst durch wiederholte Siege Arsaces' IX. Mithridates II. (gest. 87), des Großen, beendet wurden. Dieser erhielt jedoch im Westen einen neuen mächtigen Gegner an Tigranes I., König von Armenien; auch kam er 92 zum erstenmal mit den Römern in Berührung. Nach dem Untergange des Reichs von Pontus (69), während der Regierung des Arsaces XII. Phraates III., wurden die Parther und Römer Grenznachbarn, was zu wiederholten Kämpfen zwischen beiden Nationen Veranlassung gab. Der erste röm.-parth. Krieg wurde 53 v. Chr. von Arsaces XIV. Orodes I. (gest. 37 v. Chr.) gegen Crassus geführt, der bei Carrhä Schlacht und Leben verlor; bald folgte ein zweiter unentschiedener zwischen Arsaces XV. Phraates IV. (gest. 4 n. Chr.) und Antonius. Unter den spätern A. hatte Arsaces XXIII. Vologeses I. (gest. 90) 56 -64 n. Chr. wegen Armenien einen Krieg mit den Römern zu fuhren. Arsaces XXV. Chosroes I. (gest. 121) verlor infolge unglücklicher Kämpfe gegen Kaiser Trajan (115 und 116) Mesopotamien und Assyrien, erlangte diese Länder jedoch 117 unter Hadrian wieder. Arsaces XXVI. Vologeses II. (gest. 192) und Arsaces XXVIII. Vologeses III. (206-9) führten ebenfalls unglückliche Kriege mit den Römern, ersterer mit L. Verus, der 162 Seleucia einnahm, letzterer mit Severus. Der letzte Arsacide, Arsaces XXIX. Artabanus IV., wurde durch Artaxerxes (Ardeschir), den Stammvater der Sassaniden, 226 n. Chr. vom Throne gestürzt und das Parthische Reich, an dessen Stelle nun bis zur mohammed. Eroberung das zweite Altpersische trat, damit vernichtet. Es existieren wenig Quellen über die Geschichte der A., vieles ist dunkel, selbst die Chronologie. Mit diesen A. sind nicht zu verwechseln die minder bekannten A. Armeniens, die von den parthischen abstammen. Sie regierten von 150 v. Chr. bis 428 n. Chr. - Vgl. Longpérier, Mémoires sur la chronologie et l'iconographie des rois Parthes Arsacides (Par. 1853-82); Schneiderwirth, Die Parther oder das Neupersische Reich unter den A. (Heiligenst. 1874); Gutschmid, Geschichte Irans und seiner Nachbarländer (Tüb. 1888).

Arsacideninseln, s. Salomoninseln.

Arsakes, Arsakiden, s. Arsaciden.

Arsamas. 1) Kreis im mittlern Teil des russ. Gouvernements Nishegorod, umfaßt 3769,4 qkm mit 141 134 E., darunter 20 842 Mordwinen, und bedeutender Hausindustrie. Es werden Holzarbeiten, Schuhwerk und Filzarbeiten angefertigt. Im Dorfe Krasnoje Selo giebt es 144 Filzfabriken. - 2) Kreisstadt im Kreis A. und Fabrikort, 130 km im S. von Nishnij Nowgorod, rechts an der Tescha, hat (1886) 10 895 E., Post, 34 Kirchen, 4 Klöster; ansehnliche Gerbereien, Seifensiedereien, Leinwandfabriken, Gold- und Silberstickereien in den Klöstern, Wachsbleichen, Ziegelhütten und beträchtlichen Handel mit Leder, Leinenwaren und Schaffellen. 1802-61 bestand zu A. die sog. Arsamassche Malerschule unter Leitung von A. Stupin, die fast ganz Rußland mit Heiligenbildern versorgte. In der Nähe liegt die Slobodo Wyjesdnaja mit beträchtlicher Schuhfabrikation und Handel.