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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Aspirieren; Aspisviper; Asplenium; Asporina; Aspravuna; Aspre

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Aspirieren - Aspre

denes Gefäß zu saugen oder in einem Apparat einen luftverdünnten Raum herzustellen. In seiner einfachsten Form besteht der A. aus einem geräumigen Blechcylinder, in dessen luftdicht schließendem Deckel eine verschließbare Öffnung angebracht ist, während sich am Boden ein Abflußhahn befindet. Wird der Cylinder mit Wasser gefüllt und die obere Öffnung durch schlauch- oder Röhrenverbindung mit dem Apparat, durch den man einen Luftstrom saugen will, verbunden und der Abflußhahn geöffnet, so wird die Größe des eintretenden Luftvolumens und die Geschwindigkeit des Stroms durch die Menge des ausfließenden Wassers reguliert. Ist das Wasser abgelaufen, so ist der A. von neuem zu füllen. Diese Unbequemlichkeit wird vermieden bei dem aus zwei untereinander verbundenen Gefäßen bestehenden Doppel- oder Drehaspirator; die beiden Gefäße sind um eine Achse drehbar, so daß das obere saugende nach seiner Entleerung leicht zum untern gemacht werden kann; durch zweckentsprechend angebrachte Hähne ist für Regelung des Luft- und Wasserstroms gesorgt. Wenn auch diese Apparate für die Erzeugung eines mehr oder weniger konstanten Luftstroms sehr geeignet sind, so sind sie doch zur Erzielung einer nennenswerten Luftverdünnung nicht brauchbar. Zu letzterm Zwecke bedient man sich der sog. Wasserluftpumpe vou Bunsen, bei der das Gewicht eines fallenden Wasserstrahls auf den Inhalt des luftleer zu machenden Gefäßes wirkt, die Wirkung des Apparats ist der Länge des Fallrohrs proportional; bei einer Länge von 10,33 m würde man absolute Leere erreichen, wenn die Tension des sich bildenden Wasserdampfes dem nicht entgegenwirkte. Sehr handlich und kräftig wirkend sind die von Gebrüder Körting in Hannover konstruierten A. (wie sie die nebenstehende Abbildung zeigt), bei denen ein durch die enge Düse F eintretender Wasserstrom die Luft aus dem mit der Röhre J verbundenen Gefäße durch das Abflußrohr O mit sich reißt. In der Verlängerung des Luftrohres J befindet sich ein Manometer, welches die jeweilige Luftverdünnung anzeigt. Diese A. sind namentlich aus dem Grunde bequem, weil sie kein langes Fallrohr erfordern und sich an jedem Wasserhahn durch einfache Gummiverbindung anbringen lassen. Häufige Verwendung finden letztere A. zur Beschleunigung der Filtration, indem man das zur Aufnahme des Filtrats bestimmte Gefäß mit dem A. in Verbindung setzt und durch die darin erzeugte Luftverdünnung einen entsprechenden Druck auf die im Filter enthaltene Flüssigkeit ausübt.

^[Abb.]

Aspirieren (lat.), mit einem Hauch sprechen (z. B. ch statt k oder g); auch sich um etwas bewerben. Aspiration, die gehauchte Aussprache; Bewerbung, streben.

Aspisviper (Vipera aspis L.), s. Vipern.

Asplenium L., Streifenfarn, Farnkrautgattung aus der Familie der Polypodiaceen (s. d.), dadurch ausgezeichnet, daß ihre Fruchthäuschen (s. Farne) auf der Fläche der Wedel Streifen bilden und von seitwärts durch den seiner ganzen Länge nach an die Blattoberfläche angewachsenen Schleier, dessen oberer Rand frei ist, bedeckt werden. Die Form der Wedel ist in dieser Gattung höchst verschieden, indem es Arten mit ganzen, lanzettförmigen oder länglichen, und andere mit in der verschiedenartigsten Weise zerteilten Wedeln, ferner Arten mit sehr kleinen und solche mit sehr großen Wedeln giebt. Die bei weitem meisten Arten dieser über die ganze Erde verbreiteten Gattung wachsen in den Tropen, viele sind Zierden der Gewächshäuser. In Deutschland kommen neun Arten vor, unter denen sich A. Filix femina Bur., A. trichomanes L. und A Ruta muraria L. am häufigsten finden. Erstgenanntes Farnkraut, der weibliche Tüpfelfarn, vielleicht das allerhäufigste in Deutschland, hat große, dreifach fiederschnittige Wedel und wurde wegen seiner kleinen Fruchthäufchen früher zu Aspidium gerechnet. Es wächst überall an schattigen, feuchten Orten mit humosem Boden, besonders üppig an Waldbächen. A. trichomanes, Frauenhaar und Widerthon genannt, ist ein überaus zierliches, dichte Büschel oder Polster bildendes Farnkraut mit höchstens 21 cm langen, einfach gefiederten Wedeln, die einen glänzend schwarzbraunen Stiel und rundliche gezähnte Fiederchen besitzen. Die Wedel dieses überall an schattigen Felsen wachsenden und deshalb auch zur Dekoration künstlicher Felspartien sehr geeigneten Farns waren als Herba Adianti rubri offizinell. A. Ruta muraria, die Mauerraute, ist ein zierliches, büschelbildendes, meist in Spalten alten Gemäuers wachsendes Farnkraut, dessen im Umriß dreieckig-eiförmige Wedel doppelt gefiedert sind und verkehrt eiförmige, längliche oder rautenförmige, eingeschnittene Fiederchen haben; sie waren als Folia Adianti albi offizinell.

Asporina, der 246. Planetoid.

Aspravuna oder Leuka-Ore, Gebirge auf Kreta (s. d.).

Aspre (spr. aspr), Konstantin, Baron d', österr. Feldzeugmeister, geb. 18. Dez. 1789 zu Brüssel als Sohn des 7. Juli 1809 gestorbenen Feldmarschalllieutenants Konstantin Ghilain Karl von Hoobreuck, Baron d'A., trat 1806 in die österr. Armee und nahm an den meisten Feldzügen gegen Frankreich teil. 1815 wohnte er an der Seite Nugents dem Feldzuge gegen Murat bei und öffnete hierbei durch einen glücklichen Überfall des Lagers bei Mignano den Weg nach Neapel. Dort bekämpfte er auch 1820 den Aufstand und führte, nachdem er 1825 zum Obersten ernannt worden, 1830 ein Regiment gegen die Aufständischen in der Romagna. 1833 wurde er als General nach Böhmen versetzt, 1835 nach Tirol, 1840 als Feldmarschalllieutenant und Divisionär nach Italien, wo im Aug. 1846 seine Ernennung zum Kommandanten des 2. Armeekorps zu Padua erfolgte. Bei dem Aufstande Oberitaliens im März 1848 suchte sich A. mit Radetzky zu vereinigen und rückte 28. Mai in Mantua ein. Nach der Erstürmung von Vicenza 10. Juni bildete das von A. befehligte 2. Korps den rechten Flügel der in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni um Verona konzentrierten Armee, an deren siegreichen Kämpfen bei Sona, Sommacampagna, Custozza und Volta er hervorragenden Anteil nahm. Nachdem Mailand besetzt worden war, öffnete ihm 13. Aug. Brescia die Thore. A. wurde 13. März 1849 zum Feldzeugmeister ernannt und erwarb sich in dem zweiten Feldzuge gegen Sardinien durch die Erstürmung von Mortara (21. März) sowie in der Schlacht bei Novara (23. März) neue Verdienste. Dann über-^[folgende Seite]