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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Asterismus - Ästhesiometer

Kreuze jetzt meistens zur Verweisung auf Fußnoten gebraucht. Seitdem die Bogen der Druckschriften durch arab. Ziffern bezeichnet werden, pflegt man das zweite Blatt jedes Bogens durch einen der Bogenzahl beigefügten A. kenntlich zu machen.

Asterismus, der nach bestimmten Richtungen hin ausgesandte eigentümliche Schein, den einige Mineralien im auffallenden oder durchgehenden Lichte erkennen lassen. So zeigen manche halbkugelig quer über die Hauptachse geschliffene Saphirkrystalle einen weißlichen, aus sechs Strahlen bestehenden Stern, eine Erscheinung, die durch den Aufbau der Krystalle aus zahlreichen Zwillingsblättern hervorgebracht wird. Feinfaserige Mineralien, wie Faserkalk, Fasergips, weisen, halbkugelig geschliffen, einen wogenden oder schielenden Lichtschein auf. Bei andern Mineralien wird der A. dadurch erzeugt, daß fremde faserige oder nadelförmige Mineralkörper in paralleler oder sonst gesetzmäßiger Stellung in ihrer Masse eingewachsen sind, wie bei dem Amiantfasern enthaltenden sog. Katzenauge, einer Varietät des Quarzes. Wohl den schönsten A., einen scharfen, sechs- oder zwölfstrahligen Stern, bietet der Glimmer von South-Burgeß in Canada dar, wenn man durch ihn auf eine Kerzenflamme blickt; die Ursache ist auch hier die Gegenwart von sehr zahlreich eingewachsenen, mikroskopischen, nadelförmigen, vielleicht einer andern Glimmerart oder dem Turmalin angehörigen Krystallen, die sich unter Winkeln von 60° oder 30° durchkreuzen.

Asteroidea, s. Seesterne.

Asteroiden, s. Planetoiden.

Asterope, der 233. Planetoid.

Asterophyllites, Asterophyllen, phytopaläontolog. Sammelname für Zweigreste mit wirtelig stehenden linealen Blättern, die am häufigsten in der Steinkohlenformation sich finden und höchstwahrscheinlich zu den Equisetaceen oder Schachtelhalmen gehören, in ihrem ganzen Habitus jedoch von den jetzt lebenden Vertretern dieser Gruppe sehr verschieden sind. Vorstehende Abbildung giebt einen Teil eines solchen Zweiges aus der Steinkohle wieder.

^[Abb.]

Astfäule, s. Rotfäule.

Astflechte, s. Cladonia.

Asthenie (grch., d. i. Kraftlosigkeit), in der Medizin soviel wie Schwäche, Erschöpfung oder Abspannung; asthenisch heißt demnach ein durch Schwäche des Körpers, Gefäßsystems u. s. w. bedingter Zustand. Das Wort kam durch das Brownsche System in Gebrauch, indem John Brown (s. d.) die gesamten Krankheiten in sthenische und asthenische einteilte, die A. selbst aber in eine direkte und eine durch Überreizung entstandene indirekte einteilte.

Asthenopie (grch.; lat. Hebetudo visus), Augenmattigkeit, Augenschwäche, die Störung der Sehfunktionen, bei der trotz normaler Sehschärfe und trotz des Mangels entzündlicher Zustände der Gebrauch des Auges doch ein so beschränkter ist, daß Beschäftigungen, die ein aufmerksames Sehen in der Nähe erfordern (Lesen, Schreiben, Nähen u. s. w.), nur auf kurze Zeit möglich sind. Dieser Zustand ist selten, und dann meistens bei hysterischen nervösen Personen, durch eine Ermüdung der Netzhaut selbst bedingt (retinale A.), bei weitem häufiger durch eine ungenügende Leistung gewisser, bei dem Vorgange des Sehens zur Thätigkeit gerufener Muskelfunktionen. Mit Hinblick auf die letztere Ursache unterscheidet man hauptsächlich zwei Formen der A., die muskuläre und die accommodative.

Die muskuläre A. entsteht, wenn beim Sehen mit zwei Augen die fixierende Stellung derselben, die hauptsächlich durch die beiden innern geraden Augenmuskeln bewirkt wird, wegen relativer Schwäche der letztern nur zwangsweise zu stande kommen und daher nicht lange festgehalten werden kann. Mit eintretender Muskelermüdung beginnt das eine Auge dann von der fixierenden Richtung (nach der Schläfenseite zu) abzuweichen; gleichzeitig stellt sich hiermit ein verwirrendes, die Fortsetzung der Arbeit unmöglich machendes Doppelsehen ein, oder der Leidende schließt, um dem zu entgehen, unwillkürlich das abweichende Auge zu, um mit einem Auge weiter zu arbeiten. Vorzugsweise unterliegen Kurzsichtige dieser Form der A., und zwar infolge der durch ihre kurze Sehweite gebotenen Annäherung der Gesichtsobjekte, mit der eine zu starke Beanspruchung der innern Augenmuskeln Hand in Hand geht. Eine Beseitigung dieser Störung ist entweder dadurch zu erlangen, daß man die Konvergenzforderung beim Sehen in die Nabe verringert, oder das Zustandekommen der Konvergenz selbst erleichtert, oder beide Momente miteinander verbindet. Ersterm Zwecke dienen die Konkavgläser (durch Abrückung der Sehweite) und die Prismenbrillen (die brechenden Winkel den Schläfenseiten zu gerichtet), dem zweiten operative Schwächung der geraden äußern Augenmuskeln.

Die accommodative A. beruht auf einer Ermüdung des deutliches Sehen in der Nähe erwirkenden Accommodationsmuskels. Vorzugsweise disponiert hierzu die Hyperopie (s. d.), und zwar darum, weil hier infolge fehlerhaften Baues des Auges eine ungewöhnlich starke und zur Ermüdung des Accommodationsmuskels führende Accommodationsanstrengung gefordert wird. Die asthenopischen Beschwerden zeigen sich hier in der Art, daß die Sehobjekte nach mehr oder weniger kurzer Arbeitszeit undeutlich (durch Hervortreten von Zerstreuungkreisen) und verwischt erscheinen, ineinander laufen und erst nach einer Erholungspause wieder deutlich gesehen werden können. Abhilfe gegen accommodative A. erlangt man auf optischem Wege durch Schonung der Accommodationsarbeit, d. h. vor allem durch die die Hyperopie korrigierenden Konvexgläser. Muskuläre und accommodative A. können auch verbunden vorkommen, wenn Hyperopie mit Schwäche der innern Augenmuskeln zusammentrifft.

Ästhesiologie (grch.), Sinnenlehre, in der Anatomie die Lehre von den Sinnesorganen.

Ästhesiometer (grch.), Instrument zur Prüfung des Orts- oder Raumsinns der Haut; es besteht aus einer horizontalen Messingstange, von welcher unter rechtem Winkel ein mit einer Elfenbeinspitze ver-^[folgende Seite]