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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Augenstein - Augenwimpern

völlig objektiv und ohne Zuthun des Untersuchten den Grad der vorhandenen Ametropie zu bestimmen. Zum raschen Vornehmen solcher Bestimmungen dienen die Refraktionsophthalmoskope, die später von Loring u. a. konstruiert wurden, und an denen die Gläser so angeordnet sind, daß sie möglichst rasch gewechselt werden können.

^[Abb.: Fig. 1.]

Eine bessere Beleuchtung als der sehr lichtschwache Helmholtzsche A. geben Planspiegel von belegtem Glase oder Stahl mit centraler Durchbohrung (von Coccius, Meyerstein, Epkens-Donders), an denen man auch zu einer weitern Steigerung der Helligkeit eine Konvexlinse mittels eines Scharniers befestigen kann.

Im J. 1852 lehrte Ruete die Untersuchung im umgekehrten Bilde (s. nachstehende Fig. 2).

^[Abb.: Fig. 2.]

Setzt man dicht vor das beleuchtete Auge eine Konvexlinse von kurzer Brennweite (5-8 cm), so entwerfen die aus dem Auge kommenden Strahlen ein umgekehrtes reelles Bild des Augengrundes im Hauptbrennpunkte der Linse, das der Beobachter deutlich sieht, wenn er sich mit seinem Spiegel so weit entfernt, daß dieses Bild in seinen Nahpunkt fällt. Wegen des größern Abstandes vom untersuchten Auge ist hierbei der Planspiegel zu lichtschwach, Ruete benutzte daher einen durchbohrten Hohlspiegel, der seitdem eine Menge Nachbildungen erfahren hat. Auch Konvexspiegel (Zehender), rechtwinklige Glasprismen sowie foliierte Konvexlinsen hat man als Beleuchtungsmittel angewandt. Am meisten in Gebrauch von den größern, auf festen Stand berechneten A. sind der von Ruete, Liebreich und Epkens-Donders. Von den kleinern tragbaren Instrumenten, die indes in der Hand des geschickten Augenarztes dasselbe wie die erstern leisten, haben die Instrumente von Coccius, Liebreich, Jäger und Hasner die allgemeinste Verbreitung. Binokuläre A., bei denen beide Augen des Beobachtern in Thätigkeit kommen, haben Giraud-Teulon und Coccius konstruiert, ein Autophthalmoskop, in dem das Auge seinen eigenen Hintergrund siebt, Coccius; andere, bei denen das eine Auge des Beobachters den Augengrund seines andern Auges siebt, Heymann und Giraud-Teulon. Der Cocciussche binokulare A. kann gleichzeitig als Demonstrations-Augenspiegel dienen, mit welchem zwei Beobachter zugleich ein fremdes Auge untersuchen können.

Vgl. Coccius, Über die Anwendung des A. (Lpz. 1853); Zander, Der A., seine Formen und sein Gebrauch (2. Aufl., ebd. 1862); Schweigger, Vorlesungen über den Gebrauch des A. (Berl. 1864); Mauthner, Lehrbuch der Ophthalmoskopie (Wien 1868); Liebreich, Atlas der Ophthalmoskopie (2.Aufl., Berl.1870); Magnus, Ophthalmoskopischer Atlas (Lpz. 1872); Bierrum, Anleitung zum Gebrauch des A., deutsch von Schwarz (ebd. 1892); Dimmer, Der A. (2. Aufl., Wien 1893); von Jaeger, Ophthalmoskopischer Handatlas (2. Aufl., von Salzmann, ebd. 1894).

Augenstein, s. Zinksulfat; auch Bezeichnung für den Kupferalaun (Cuprum aluminatum, Lapis divinus), eine zusammengeschmolzene Mischung aus je 16 Teilen Kupfervitriol, Salpeter und Alaun und 1 Teil Kampfer, dient in der Augenheilkunde in Form von Streupulver oder wässeriger Lösung als Ätzmittel sowie zu adstringierenden Augenwassern. In der Mineralogie heißt A. ein Chalcedon mit augenartigen Zeichnungen. - In der Medizin versteht man unter Augen- oder Thränensteinen kleine unregelmäßig gestaltete, aus Kalksalzen bestehende Konkremente meist im Ausführungsgang der Thränendrüse oder im Thränensack, die eine beständige Reizung unterhalten und dann operativ entfernt werden müssen.

Augenstern, soviel wie Pupille (s. d.).

Augentäuschungen, s. Optische Täuschung.

Augentripper, s. Augenentzündung.

Augentrost, s. Euphrasia.

Augenvereiterung (Panophthalmitis), die weitaus gefährlichste Augenkrankheit, besteht in einer unter den heftigsten Schmerzen verlaufenden eiterigen Entzündung sowohl der innern Augenhäute (Aderhaut, Regenbogenhaut, Netzhaut) wie der äußerlich sichtbaren (Hornhaut und Lederhaut) und führt in den meisten Fällen durch eiterige Schmelzung und Schrumpfung (Augenphthise oder Augenschwund, Atrophia bulbi) des Augapfels zu vollständiger Erblindung des erkrankten Auges. Die häufigsten Ursachen der A. sind schwere Verletzungen und Eindringen von Eiterungen jeden Elementes in das Augeninnere oder embolische Prozesse bei Typhus, Kindbettfieber, Pyämie, Kopfrose u. dgl. Gelingt es nicht durch eine stark entzündungswidrige und antiseptische Behandlung die Entzündung zu beseitigen, so ist durch feuchtwarme Umschläge die Eiterung zu fördern, um den Augapfel zu spalten; einen im Augeninnern nachgewiesenen Fremdkörper sucht man zu entfernen. Mitunter muß daß erkrankte Auge operativ entfernt werden, um das gesunde zu erhalten.

Augenwasser, s. Geheimmittel.

Augenweite, die Entfernung der innern Augenwinkel voneinander, gilt als unterscheidendes Merkmal der Menschenrassen.

Augenwimpern, s. Auge (S. 106 a).