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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Badalona; Badam-Kohee; Badaud; Badefahrten; Badefriesel; Badehandtücher; Baedeker

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Badalona - Baedeker (Karl)

Strecken unbebaut. Dennoch ist die Provinz reich an Getreide, besonders Weizen, Hülsenfrüchten, Wein und Öl. Sie führt auch Kork, Wolle und Schlachtvieh, namentlich Schweine aus. Die Industrie ist ganz unbedeutend. Durch die Zafra-Huelvabahn wurde dem Handel nach S. ein besserer Weg zur See gebahnt. - 2) Hauptstadt (Ciudad) der Provinz B. und von Estremadura, Waffenplatz ersten Ranges, liegt 9 km von der portug. Grenze, 506 km von Madrid, an der Linie Madrid-Ciudad Real-B. und 282 km von Lissabon an der Linie B.-Entrocamiento-Lissabon, sowie am linken Ufer des Guadiana, der von einer 522 m langen Granitbrücke von 28 Bogen überspannt wird, ist Sitz des Generalkapitäns und eines Bischofs und hat (1887) 27279 E. Außer dem mit 8 Bastionen versehenen Wall wird B. durch einen sehr starken Brückenkopf, das Fort San Christobal, das Kronenwerk Pardaleras und die geschlossene Schanze Picurina verteidigt; in dem Winkel zwischen Guadiana und dem Flüßchen Rivillas liegt auf hohem Felskegel ein befestigtes Schloß. Die Stadt zerfällt in die obere und untere, ist regelmäßig gebaut, aber finster und schmutzig, hat eine Kathedrale mit prachtvoller Orgel und Gemälden von Mateo Cerezo und Morales, 5 Pfarrkirchen, 12 ehemalige Klöster, 5 Spitäler, 1 Theater, Fabrikation von Hüten, Leder, Fayence und lebhaften Grenzhandel, aber auch starke Schmuggelei. Die fruchtbare, aber wenig bevölkerte Umgegend ist meist Weideland und leidet Mangel an Trinkwasser.

B. ist die von den Römern neu erbaute Pax Augusta oder Batallium in Lusitanien. Von den Mauren Badalioz, Badalioth oder Bathaljus genannt, war dieselbe seit Auflösung des Cbalifats von Cordoba (1030) Sitz des Königreichs der Beni Alaftas, bis 1094 die Stadt von den Almoraviden erobert ward. Nachdem B. 1168 den Mauren durch Alfons I. von Portugal, diesem aber wieder durch Ferdinand von Leon entrissen worden, wurde es 1228 durch Alfons IX. von Leon den Moslems für immer abgenommen. Als ein Schlüssel zu Portugal ist die Stadt auch in der neuern Geschichte vielfach wichtig geworden. Sie wurde 1660 von den Portugiesen vergeblich belagert, dann 1705 im Spanischen Erbfolgekriege von den Alliierteil, welche hier 20. Mai 1709 unter Galloway und Fronteira durch die Spanier und Franzosen unter Du Bay eine Niederlage erlitten. Zu B. wurde 6. Juni 1801 zwischen Spanien und Portugal Friede geschlossen, und 31. Mai 1808 brach daselbst der Aufstand gegen Napoleon I. aus. Im Französischen Kriege wurde B. 28. Jan. 1811 durch 17000 Franzosen unter Soult belagert, 11. Febr. das Kronenwerk Pardaleras durch Überfall genommen, 19. Febr. ein Entsatzheer an der Gebora geschlagen, worauf 9. März die Festung kapitulierte. Hierauf wurde es dreimal durch die Engländer, das letzte Mal unter Wellington, belagert, zum erstenmal nach der Eroberung von Olivenza 16. April 1811, doch mußte, da Soult zum Entsatz anrückte, die Belagerung 14. Mai aufgehoben werden; zum zweitenmal, nach den Schlachten von Fuentes de Onore und bei Albuera, vom 25. Mai bis 16. Juni 1811, doch ebenfalls vergebens. Die dritte Einschließung seit 17. März 1812 endete mit der Eroberung der Stadt.

Badalona, das Baetulo der Römer, Stadt in der span. Provinz Barcelona, nördlich der Mündung des Besos ins Mittelmeer, an der Bahnlinie Barcelona-Mataro, rings von Pomeranzengärten umgeben, hat (1887) 15985 E., Schiffbau, eine Glashütte, Weinbau und Küstenschiffahrt.

Badam-Kohee, s. Aprikosenöl.

Badaud (frz., spr. -doh), Tropf, Pinsel, Maulasse.

Badefahrten, s. Bad (S. 252a).

Badefriesel, s. Ekzem.

Badehandtücher, englische, aus Leinen oder Baumwolle ähnlich wie ungeschnittener Plüsch hergestellte Handtücher. Auf dem leinwandartigen Grund erheben sich nach beiden Seiten unaufgeschnittene Schleifen oder Noppen, die mittels zweier Polketten entweder durch eingelegte Nadeln oder durch verschiedene Spannung der Grund- und Polketten und ein eigentümliches Verfahren beim Anschlagen mit der Lade (schwache und starke Schläge) hervorgebracht werden. Die nicht sehr dicht stehenden Noppen geben dem Gewebe eine rauhe Oberfläche, die zum Abreiben des Körpers nach dem Baden vorzüglich geeignet ist, weshalb diese Zeuge auch Frottierstoffe heißen. Aus ähnlichem Stoff mit etwas kürzern Noppen werden auch Badehandschuhe zum Abreiben verfertigt.

Baedeker, Buchhändlerfamilie, führt ihren Ursprung zurück auf Diederich B., geb. 1680 in Bremen, gest. 1716 als Buchdrucker in Bielefeld. Seine Enkel waren die Brüder Zacharias Gerhard Diederich B., geb. 1750, gest. 1800 als Buckdrucker in Essen, und Franz Gotthilf Heinrich Jakob B., geb. 1752 in Dortmund, gest. 1825 als Generalsuperintendent und Pastor in Dahl. Ein Sohn des erstern, Gottschalk Diederich B., war Begründer des Geschäfts in Essen (s. Baedeker, G. D.) und hatte außer seinen beiden Nachfolgern im Geschäft noch folgende Söhne: Karl B. (s. d.), Edmund B., geb. 1808, gest. 1853 als Pastor in Bladenhorst, und Adolf B., geb. 24. Nov. 1810, Begründer einer Buchhandlung in Rotterdam (1835-50) und Köln (1844-67). Ein Sohn Edmunds, Hugo B., geb. 25. Aug. 1846, gest. 9. Nov. 1879, errichtete 1877 eine Buchhandlung in Mülheim a. d. R. - Ein Enkel von Franz Gotthilf Heinr. Jakob B., Julius B., geb. 18. Dez. 1814 in Witten, gest. 26. März 1880, gründete 1843 eine Buchhandlung in Elberfeld (1852 verkauft) und 1846 eine solche in Iserlohn. Die Nachfolger, seine Söhne Hugo B., geb. 24. Nov. 1847, und Julius B., geb. 22. Mai 1855, verkauften das Sortiment (1883), die «Iserlohner Zeitung» und die Buchdruckerei und verlegten den Verlag 1887 nach Leipzig.

Baedeker, Karl, Buchhändler und Begründer der unter seinem Namen bekannten Reisehandbücher, geb. 3. Nov. 1801 zu Essen als ältester Sohn von Gottschalk Diederich B. (s. Baedeker, G. D.), eröffnete 1827 zu Koblenz eine Buchhandlung und erlangte durch Kauf den Verlag von Kleins «Rheinreise» (Kobl. 1828, W. Röhling), deren 3. Auflage u. d. T. «Rheinlande» (1839) er selbst bearbeitete. In demselben Jahre gab er Reisehandbücher für Belgien und Holland heraus, 1842 das «Handbuch für Reisende durch Deutschland und den österr. Kaiserstaat», 1844 die «Schweiz», 1855 «Paris und Umgebung». Als Vorbild dienten ihm die engl. Reisehandbücher von John Murray (s. d.), die er bei den damals rheinaufwärts nach der Schweiz und Italien reifenden Engländern sah. Vor jeder neuen Auflage bereiste B. die beschriebenen Gegenden regelmäßig selbst und erreichte dadurch für seine Bücher eine Zuverlässigkeit und praktische Brauchbarkeit, wie sie bei Werken dieser Art bisher