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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bad Elmen; Bad Elster; Badekraut; Baden; Baedeker

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Baedeker (G. D.) - Baden (Großherzogtum; Oberflächengestaltung)

nicht bekannt war; er starb 4. Okt. 1859. Das Geschäft ging über an seine Söhne Ernst B., geb. 26. Okt. 1833, gest. 23. Juli 1861, und Karl B., geb. 25. Jan. 1837. Ein dritter Sohn, Fritz B., geb. 4. Dez. 1844, trat 1869 als Teilhaber ein und ist seit dem Rücktritt Karls (1878) der alleinige Besitzer des Hauses, das 1872 nach Leipzig verlegt wurde und die Firma «Karl Baedeker» beibehalten hat. Die Sammlung der Reisehandbücher, die durchschnittlich alle 2-3 Jahre in neubearbeiteten, auch kartographisch stets vervollkommneten Auflagen (manche bis zu 20-24) herausgegeben werden, umfaßt jetzt fast sämtliche Länder Europas, einen Teil des Orients und Nordamerika, sowie in Monographien die Weltstädte Berlin, London und Paris. Eine Ergänzung dazu bilden einige Sprachführer. Seit 1857 werden auch franz. und seit 1861 auch engl. Ausgaben der Reisehandbücher veranstaltet. Ein Hauptmitarbeiter an den Reisehandbüchern und seit 1887 auch Teilhaber am Geschäft ist Heinrich Ritter, geb. 22. Okt. 1837. Außerdem enthält der B.sche Verlag noch Schulbücher von W. Pütz u. a.

Baedeker, G. D., Verlags- und Sortimentsbuchhandlung mit Buchdruckerei, Schriftgießerei, Stereotypie, Galvanotypie und Buchbinderei in Essen, im Besitz von Gustav B., geb. 18. Mai 1848, und Diederich B., geb. 13. Juli 1850. Sie wurde 1798 von Gottschalk Diederich B. (s. Baedeker, Familie), geb. 13. Juli 1778, gest. 23. März 1841, gegründet und bestand aus Buchhandlung und Buchdruckerei. Nachfolger waren seine Söhne Eduard B., geb. 22. Mai 1817, gest. 18. März 1879, und Julius B., geb. 21. Aug. 1821, unter denen die übrigen Zweige hinzukamen. Nach dem Tode Eduards trat dessen Sohn Gustav B. und nach dem Rücktritt Julius' 1891 des letztern Sohn Diederich B. als Teilhaber ein. Der Verlag umfaßt pädagogische Werke von Koppe, Spieß, Diesterweg, Haesters («Die Fibel», 1200 Aufl. mit Sonderausgaben u. s. w. in 4½ Mill. Exemplaren verbreitet; «Lehr- und Lesebuch für Mittelklassen kath. Volksschulen», 113 Aufl.), Kellner, Schürmann und Windmöller, Büchner, Heilermann und Diekmann; die Liederhefte von Erk, Greef; die Schulkarten von Leeder. Eine andere Gruppe bilden technische Werke von Gurlt, Messerschmidt, der «Berg- und Hüttenkalender» (seit 1856), Stühlens «Ingenieurkalender» (seit 1866). Dazu kommen «Die gesamten Naturwissenschaften», hg. von H. Masius (3 Bde., 3. Aufl. 1874-77); die «Essener Zeitung» (seit den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrh.), die 1883 mit der in Dortmund erscheinenden «Westfälischen Zeitung» verbunden wurde und seitdem als «Rheinisch-Westfälische Zeitung» täglich zweimal erscheint; endlich das Wochenblatt «Glückauf», von 1865 bis Mitte 1883 als Beilage zur «Essener Zeitung», von da an selbständig erscheinend. Im Betriebe sind 1 Dampfmaschine, 2 Dampfkessel, 16 Pressen; Zahl der beschäftigten Personen 166.

Badekraut, s. Liebstöckel.

Bad Elmen, s. Elmen.

Bad Elster, Badeort, s. Elster.

Baden (hierzu Karte: Baden, Hohenzollern und Württemberg), ein zum Deutschen Reiche gehöriges Großherzogtum, seinem Flächeninhalt nach der vierte, seiner Einwohnerzahl nach der fünfte Bundesstaat, liegt im SW. von Deutschland zwischen 47° 32' und 49° 46' nördl. Br. und 7° 31' und 9°51' östl. L. von Greenwich, grenzt im O. und N. an Bayern und Württemberg, die hohenzoll. Lande und Hessen und wird durch den Rhein westlich von der bayr. Pfalz und vom Elsaß, südlich von den Schweizer Kantonen Thurgau, Schaffhausen, Zürich, Aargau, Basel geschieden. Die gesamte Grenzlinie beträgt etwa 1530 km, wovon auf die Rheingrenze 382 kommen. Die größte Längenstreckung des Landes von Süden, der Rheinecke bei Basel, in nordöstl. Richtung bis Wertheim am Main beträgt 284 km. Die Breite ist sehr verschieden und zeigt im S. 154, im N. 100 km, während sie in der Mitte bis auf 18 km abnimmt. Der Flächeninhalt des Landes beträgt 15081,13qkm oder 273,9 geogr. Quadratmeilen, ohne den Anteil am Bodensee.

Oberflächengestaltung. In Bezug auf Bodenbeschaffenheit zerfällt B. in das westl. Tiefland und in das östl. Gebirgs- und Hügelland, und zwar so, daß dem Gebirgslande 44 Proz., dem Hügellande 40 Proz. und dem Flachlande 16 Proz. der Gesamtfläche zukommen. Das Hauptgebirge ist der Schwarzwald (s. d.), ein waldreiches Massengebirge, das in der Rheinecke zwischen Basel und Säckingen sich erhebt und in seiner nordöstl. Längenerstreckung von 157 km von Säckingen bis Pforzheim und bis an die Enz seinen Namen bewahrt. Das Gebirge fällt im W. meist schroff ab und begrenzt steil die gesegnete, 244 km lange und durchschnittlich 9-14 km (bei Emmendingen 17-22 km) breite bad. Rheinebene. Der Schwarzwald wird durch das Querthal der Kinzig in eine obere oder südliche und in eine untere oder nördl. Hälfte geschieden, jene mit einer mittlern Höhe von 975, diese von 650 m. Der Hauptstock des obern Schwarzwaldes ist der Feldberg (1494 m). Von den höchsten Kuppen der von hier fast strahlenförmig auslaufenden Bergreihen sind der Belchen (1415 m), wegen seiner gewaltigen pyramidalen Form, und der tief ins Rheinthal hineinragende Blauen (1167 m), mit schöner Aussicht über die Westschweiz und die Alpen, besonders zu bemerken. Eigentümlich sind dem obern Schwarzwalde die vielen Plateaus und ausgedehnten Hochebenen, von zahlreichen Gehöften, Dörfern und kleinern Städten erfüllt. Das höchstgelegene Dorf, Höchenschwand (meteorologische Station) bei St. Blasien, liegt 1010 m, die höchstgelegene Stadt, Vöhrenbach, 799 m hoch. Der Hauptstock des untern Schwarzwaldes ist die Hornisgrinde (1166 m), südöstlich mit dem Paß des Kniebis (965 m) und nördlich mit der Badner Höhe (1002 m). Die Ausläufer des Schwarzwaldes nördlich von der Enz bis an den Neckar, die keinen gemeinschaftlichen Namen tragen, bilden ein Hügelland von 300 m mittlerer Höhe; ihre höchste Erhebung ist der Königsstuhl (568 m) bei Heidelberg. In den bad. Anteilen des Jura-Hoch- und Hügellandes, das sich im SO. an den Schwarzwald anschließt und die Wasserscheide zwischen Rhein und Donau enthält, treten im Linzgau hervor der Heiligenberg (816m), Göhrenberg (856m), der Höchste (840 m), im Unterseegau der Brand (661 m) und Schienerberg (693 m), im Hegau die seltsam geformten Basaltkegel: Hohenhöwen (848 m), Hohenstoffeln (846 m), Hohenkrähen (644 m), die württemb. Enklave Hohentwiel (691 m); im Klettgau der Hohe Randen (928 m). Der Odenwald (s. d.),der den Winkel zwischen Neckar und Main (etwa 2420 qkm) erfüllt, ist ein weniger gegliedertes Massengebirge mit einer mittlern Erhebung von 390 bis 450 m, das mit dem größern nördl. Teile dem Großherzogtum Hessen, mit dem kleinern südlichen B. angehört. In letzterm liegen die höchsten Kuppen, unter ihnen der Katzen^[folgende Seite]