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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bagno; Bagnoles; Bagnoli; Bagnoli Irpino; Bagnols-les-Bains; Bagnols-sur-Céze; Bagnorea; Bago; Bagpipe; Bagratiden; Bagration

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Bagno (Badeorte) - Bagration

pénal von 1791 änderte den Namen der Strafe in «Peine des fers», der von 1810 brachte die mildere Bezeichnung «Travaux forcés» (Zwangsarbeiten). Obschon seit der Französischen Revolution in Bezug auf Behandlung der Sträflinge wiederholt Milderungen eingetreten waren, blieb doch die Handhabung der Disciplin noch äußerst hart. Nachdem 1832 die mit der Bagnostrafe verbundene Brandmarkung auf die rechte Schulter abgeschafft worden war, wurde unter der Regierung Napoleons III. endlich die Zwangsarbeit in den B. mit dem System der Strafkolonien vertauscht und die B., zuletzt Toulon, allmählich geräumt.

Vgl. Bertauld, Cours de code pénal (4. Aufl., Par. 1873); Vicomte d'Haussonville, Les établissements pénitentiaires end France et aux colonies (ebd. 1875); Henri Brissac, Souvenirs de prison et de bagne (ebd. 1881).

Bagno (spr. bannjo), in der Mehrzahl Bagni, bezeichnet im Italienischen Bad, Bäder, und ist daher der Name verschiedener Badeorte, die man gewöhnlich durch einen Zusatz unterscheidet. Zu den berühmtesten gehören die in der Gemeinde Bagni San Giuliano (Kreis und Provinz Pisa) mit (1881) 3397, als Gemeinde 19560 E., 7 km nordöstlich von Pisa an der Bahn nach Lucca gelegenen, deren erdig-salinische, lauwarme und heiße Quellen (30-40° C.) schon von den Römern mit Erfolg benutzt und in neuerer Zeit für Kranke sehr bequem eingerichtet worden sind. - Die Bagni di Lucca, im Kreis und Provinz Lucca, 27 km nordöstlich von der Stadt Lucca, an der Lima, über hundert erdig-salinische, eisenhaltige Thermen von 31 bis 54° C., bereits im Mittelalter berühmt, gehören gegenwärtig zu den besuchtesten Badeorten Italiens, haben (1881) 1034, als Gemeinde 9205 E., Post und Telegraph. - Ferner: in der Provinz Florenz, 4 km östlich von Florenz am Arno, B. a Ripoli mit (1881) 3272, als Gemeinde 13695 E.; B. di Romagna, am Nordostabhange des Apennins, in 450 m Höhe, 107 km östlich von Florenz im Saviothal, mit (1881) 8220 E., Post und Telegraph; endlich das B. di Roselle, 5 km nördlich von Grosseto (mit einer Quelle von 36° C.), in dessen Nähe die Ruinen der alten etrusk. Stadt Rusellä liegen.

Bagnoles (spr. bannjoll), Weiler im franz. Depart. Orne, 163 m hoch, an der Linie Couterne-Briouze der Franz. Westbahn, 16 km ostsüdöstlich von Domfront, in einer einsamen Gebirgsschlucht, wo die Bée einen See bildet, hat zwei Eisen- und eine Schwefelquelle von 26° C. Das Wasser der letztern, das auch versendet wird, wird zum Trinken und zum Baden gegen Rheumatismen benutzt.

Bagnoli (spr. bannjohli), Ort am Golf von Pozzuoli in der Provinz Neapel, hat (1881) 3092 E., mehrere heiße Quellen, Badehäuser und Tramwayverbindung nach Neapel.

Bagnoli Irpino (spr. bannjohli), Gemeinde im Kreis Sant' Angelo de' Lombardi der ital. Provinz Avellino, hat (1881) 3092 E., Post und eine Mineralquelle.

Bagnols-les-Bains (spr. bannjóll lä bang), Dorf im Kanton Bleymard, Arrondissement Mende des franz. Depart. Lozère, am linken Ufer des Lot, 21 km östlich von Mende, in einem engen Thale in 860 m Höhe gelegen, hat 461 E., sechs jährlich von 16 bis 1800 Kurgästen besuchte, schon den Römern bekannte Schwefelthermen (31-42° C.), die große Gasblasen aufsteigen lassen und zum Baden und Trinken gegen Rheumatismen, Skrofeln und Hautkrankheiten benutzt werden. Die Quellen liefern täglich 260000 l.

Bagnols-sur-Céze (spr. bannjóll ßür ßähs'), Hauptstadt des Kantons B. (225,28 qkm, 17 Gemeinden, 13816 E.) im Arrondissement Uzès des franz. Depart. Gard, am rechten Ufer der Cèze und auf einer Felshöhe, 50 km im NNO. von Nimes gelegen, an der Linie Lyon-Le Teil-Nimes der Franz. Mittelmeerbahn, hat (1891) 3393, als Gemeinde 4454 E., Post, Telegraph, ein Kommunal-Collège und Seidenspinnerei (jährlich für 600000 Frs.) sowie Handel mit Getreide, Seide und moussierenden Weinen. B. ist Mittelpunkt eines Steinkohlenbassins, das (1885) mit 117 Arbeitern in 19 bis 48 m tiefen Gruben 18353 t förderte.

Bagnorea (spr. banjo-), das Balneum Regis der Römer, Stadt im Kreis Viterbo der ital. Provinz Rom, zwischen dem Lago di Bolsena und der Tiber, auf einem von Schluchten umgebenen Hügel, geologisch interessant, ist der Geburtsort von Bonaventura, hat (1881) 2647, als Gemeinde 3884 E., Post und eine Schwefelquelle.

Bago, Stadt in Birma, s. Pegu.

Bagpipe (engl., spr. bäggpeip), Musikinstrument, s. Dudelsack.

Bagratiden, s. Bagratunier.

Bagration, Peter, Fürst, russ. General der Infanterie, aus einem berühmten grusischen Fürstengeschlecht stammend, geb. 1765, trat 1782 als Sergeant in russ. Dienste, war 1788 bei dem Sturm auf Otschakow und machte 1790 die Feldzüge gegen die Türken und kaukas. Bergvölker mit. 1794 zeichnete er sich in Polen vor Brest-Litowsk und namentlich bei der Erstürmung von Praga aus, wofür er den Oberstlieutenantsrang erhielt. 1799 Generalmajor, kämpfte B. unter Suworow in Italien, von dem er zu den schwierigsten Aufgaben verwendet wurde. Im Feldzuge von 1805 zeichnete er sich besonders 16. Nov. bei Hollabrunn aus, wo er gegen den weit überlegenen Feind sich 6 Stunden lang behauptete und so den Marsch der Hauptarmee nach Znaim deckte. Hierfür zum Generallieutnant befördert, focht B. am 2. Dez. bei Austerlitz gegen das Korps Lannes auf dem rechten Flügel. Ebenso tapfer focht er 1807 in den schlachten bei Eylau (7. und 8. Febr.), Heilsberg (10. Juni) und Friedland (14. Juni). 1808 erhielt B. das Kommando einer Division in Finland, mit der er mehrere glückliche Gefechte bestand und 1809 die Älandsinseln besetzte. Zum General der Infanterie und Oberbefehlshaber des Heers in der Türkei ernannt, schlug er den Seraskier Chosrew Pascha 16. Sept. 1809 bei Rassowa, eroberte Matschin, Hirsova, Ismail und Brailow und unternahm die Belagerung von Silistria, wurde aber bei Tataritza (3. Nov.) geschlagen, ging über die Donau zurück und wurde im folgenden Jahre durch General Kamenskoi im Oberkommando ersetzt. In dem Feldzuge von 1812 befehligte er die zweite Westarmee, focht unglücklich bei Mohilew (23. Juli) und mußte sich dann bei Smolensk mit der Ersten Armee Barclays vereinigen. An der Schlacht bei Smolensk hatte er nur am ersten Tage (16. Aug.) einigen Anteil. Als fanatischer Deutschenfeind war B. im Verein mit dem Großfürsten Konstantin und Jermolow die Seele aller Umtriebe gegen Barclay. Bei Borodino (7. Sept.) tödlich verwundet, starb er 7. Okt. 1812. Seine Witwe, Katharina, geb. 1783, Tochter des Grafen Skawronskij, von väterlicher