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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bain-de-Bretagne; Bain-Lohéac; Bain-Marie; Baines; Baini; Bains; Baiocco

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Bain-de-Bretagne - Baiocco

zum Teil bei automatisier Stromsendung benutzbar zu machen strebte, und endlich um die Erfindung und Verbesserung der elektrischen Uhren.

Bain-de-Bretagne (spr. bäng dé bröttánnj), s. Bains.

Baines (spr. behns), Edward, der Ältere, engl. Publizist, geb. 5. Febr. 1774 zu Ripon, war als Druckergehilfe in Leeds beschäftigt, erwarb 1801 den «Leeds Mercury» und ward bald ein Führer des Liberalismus in Nordengland. B.' Einfluß brachte Brougham und Macaulay ins Parlament, er selbst trat 1834 statt des letztern für Leeds ins Unterhaus, wo er als ein Haupt der prot. Dissenters für Trennung von Kirche und Staat, Abschaffung der Kirchenumlage, für Korngesetze und Reform der Fabrikverordnungen kämpfte. Kränkelnd zog er sich 1841 zurück und starb 3. Aug. 1848. Seine litterar. Hauptarbeiten sind: «History of the wars of the French Revolution from 1792 to 1815» (2 Bde., 1814), später zu «History of the reign of George III.» (4 Bde., 1820-23) erweitert, «History, Directory, and Gazetteer of the county of York» (1822-23) und «History, Directory, and Gazette of Lancashire» (1824; vollständiger 4 Bde., 1836: neueste Ausg. u. d. T. «History of the county Palatine and Duchy of Lancaster», 1886). Sein Sohn Edward (s. den folgenden Art.) schrieb «Life of E. B.» (Lond. 1851; 2. Aufl. 1859).

Baines (spr. behns), Sir Edward, engl. Politiker und Schriftsteller, jüngerer Sohn des vorigen, geb. 1800, nahm noch bei Lebzeiten des Vaters an der Redaktion des «Leeds Mercury» teil, die er nach dessen Tode zugleich als Eigentümer ganz übernahm. In weitern Kreisen ward er bekannt durch seine «History of the cotton manufacture in Great Britain» (Lond. 1835; deutsch von Bernoulli, Stuttg. 1836), der er «The woollen manufacture of England» und andere Werke über Handel und Industrie folgen ließ. 1859 trat B. für das bisher von seinem Bruder Matthew Talbot B. vertretene Leeds ins Unterhaus und brachte 1861, 1864 und 1865 eine Bill auf Herabsetzung des Wahlcensus in den Städten ein, die jedoch abgelehnt wurde. Als einer der Führer der Dissenters beförderte er nach Kräften die Maßregeln zur Abschaffung der Kirchensteuer und des Universitätseides, der durch die Verpflichtung auf die 39 Glaubensartikel der Staatskirche die Dissenters von den Lehrstühlen der Universitäten ausschloß; ebenso kämpfte er für die Entstaatlichung der irischen Kirche, die Temperanzbewegung und auf polit. Gebiet für alle freihändlerischen Maßregeln. 1874 unterlag er im Wahlkampf und hielt sich seitdem von dem öffentlichen Leben zurück; 1880 wurde ihm die Ritterwürde zu teil. Er starb 2. März 1890 in seiner Vaterstadt Leeds.

Baines (spr. behns), Thomas, engl. Maler und Reisender, geb. 1822 in King's Lynn in der engl. Grafschaft Norfolk, beschäftigte sich in seiner Jugend mit heraldischer Malerei, ging 1842 nach dem Kapland und schloß sich 1848-51 der brit. Armee im Kaffernkriege als Maler an. 1855-56 begleitete er Gregory auf seiner nordaustral. Expedition, dann 1858-61 Livingstone auf dessen beiden Reisen im Sambesigebiet und trat 1861 mit James Chapman eine Reise von der Walfischbai in Südwestafrika nach dem Ngamisee und dem Sambesi an. Bei den Victoriafällen des letztern Stroms hinderte der Verlust des Fahrzeugs die Reisenden am Vordringen zur Ostküste. 1869 durchforschte er mit dem Geologen Nelson die Goldfelder von Tati im Matabelelande. Auf einer neuen Reise dahin starb er 8. Mai 1875. B. veröffentlichte als Ergebnisse seiner Reisen: «Explorations in South Western Africa» (Lond. 1864), «Shifts and expedients of Camp Life» (2. Aufl., ebd. 1876, gemeinsam mit W. B. Lord); aus seinem Nachlaß erschien 1877: «Gold regions of South Eastern Africa».

Baini, Giuseppe, ital. Kirchenmusiker, geb. 21. Okt. 1775 zu Rom, widmete sich dem geistlichen Stande und der Musik. 1802 als Abbate in das Kollegium der päpstl. Kapellsänger aufgenommen, wurde er 1814 Direktor dieses Instituts und starb in dieser Stellung 10. Mai 1844. Sein 1821 komponiertes Miserere wurde unter die in der Sixtinischen Kapelle während der Charwoche alljährlich aufgeführten Musikstücke aufgenommen. Das größte Verdienst B.s ist die ausführliche Lebensbeschreibung des von ihm abgöttisch verehrten Palestrina («Memories storico-critiche della vita e delle opere di Giov. Pierluigi da Palestrina», 2 Bde., Rom 1828). Das Werk ist trotz Weitschweifigkeit und Einseitigkeit ein reicher Schatz der wichtigsten histor. und musikalisch-litterar. Nachrichten über röm.-kath. Kirchenmusik. Eine verkürzte Verdeutschung gab Kiesewetter (Lpz. 1834) heraus.

Bain-Lohéac, s. Bains.

Bain-Marie (frz., spr. bäng-marih) oder Wasserbad, ein länglich viereckiges Gefäß von Zinn-, Kupfer- oder Eisenblech, das man mit heißem Wasser füllt, um Speisen heißzuhalten, Puddings zu kochen und in Flaschen oder Büchsen eingelegte Früchte gar zu sieden.

Bains (frz., spr. bäng, d. h. Bäder), Name zahlreicher Ortschaften in Frankreich, die meist Mineralquellen oder Bäder besitzen. Berühmt sind folgende: 1) Bains-en-Vosges, Hauptstadt des Kantons B. (168,41 qkm, 12 Gemeinden, 10672 E.) im Arrondissement Epinal des franz. Depart. Vosges, 28 km im SSW. von Epinal, in dem schönen Thale des Baignot und an der Linie Blainville-Port d'Atelier der Franz. Ostbahn, in 306 m Höhe, hat (1891) 1577, als Gemeinde 2591 E., Post, Telegraph, Bortenwirkerei, Schmieden und Weinhandel und 11 Quellen zwischen 30 und 50° C.; La Grosse Source (50° C.) hat Dampfbäder, das Römerbad oder sog. Neubad, 1715 neu gebaut, besitzt drei Bassins, jedes von drei Quellen gespeist, mit Douchen, und eine Trinkquelle von 45° C.; das Promenadenbad, 1886 eröffnet, enthält auch ein Hotel und das Kasino: die Vache-Quelle von 37°C. wird zum Trinken benutzt. Sie gehören alle zu den sog. Wildbädern. - 2) Bain-Lohéac in der Bretagne mit 2562 E., und 3) 9 km östlicher Bain-de-Bretagne mit 1726, als Gemeinde 4907 E., 32 km im SSO. von Rennes, beide im Arrondissement Redon des Depart. Ille-et-Vilaine. - 4) Les-Bains-du-Mont-Dore, Flecken im Kanton Rochefort, Arrondissement Clermont des franz. Depart. Puy-de-Dôme, mit 1758 E., in 1046 m Höhe, nahe den Quellen der Dordogne. - 5) Les-Bains-de-Rennes, Dorf mit 420 E. im Kanton Couiza, Arrondissement Limoux des franz. Depart. Aude, 52 km von Carcassonne am Sals, mit drei heißen (39-51° C.) und zwei kalten, besuchten Mineralquellen. - Bei einigen Badeorten ist B. dem Ortsnamen nachgesetzt, z. B. Aix-les-Bains (s. Aix), Bagnols-les-Bains (s. d.).

Baiocco oder Bajocco, in der Mehrzahl, Baiocchi (spr. -okki), war bis 1867 der Name einer