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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Baker; Baker-Guano; Bakewell; Bakhoi; Bakhschisch; Bakhuizen van den Brink; Bakhuysen; Bakonyer Schwein; Bakonyerwald

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Baker (Valentine) - Bakonyer Wald

Jahr in Cypern zu. Er starb 30. Dez. 1893 auf seinem Gut Sanford Orleigh bei Newton Abbot (Devon). Über Ceylon schrieb er «The rifle and the hound in Ceylon» (Lond. 1857), «Eight years' wandering in Ceylon» (ebd. 1855); über Afrika «The Albert Nyanza, great basin in the Nile, and explorations of the Nil sources» (2 Bde., ebd. 1866; deutsch von Martin, 3. Aufl., Gera 1875), «The Nile tributaries of Abyssinia» (Lond. 1867; deutsch, 2 Bde., Braunschw. 1868),«Ismailia» (2Bde., Lond. 1874); über Cypern «Cyprus as I saw it in 1879» (ebd.1879; deutsch von Oberländer, Lpz. 1880).

Baker (spr. behkr), Valentine, engl. General, bekannt als Baker Pascha, Bruder des vorigen, geb. 1825, trat 1848 beim 12. Ulanenregiment ein, focht 1852-53 mit Auszeichnung im Kaffernkriege und 1855 im Krimkriege. Im J. 1859 wurde er Major und 1860 Oberstlieutenant und Commandeur des 10. Husarenregiments. Er hielt auf strenge Mannszucht und galt als Autorität in Bezug auf Kavallerietaktik. 1873 schied er aus dem Dienst, machte dann eine Reise nach Persien und Afghanistan und legte seine Beobachtungen nieder in der Schrift «Clouds in the East» (Lond.1876 u. ö.). Bei seiner Rückkehr nach England 1874 wurde er stellvertretender Generalquartiermeister in Aldershot. 1875 aber mußte B. wegen einer Privatklage aus der engl. Armee austreten. 1877 trat er in türk. Dienste und machte den Krieg gegen Rußland mit; er bekleidete den Rang eines Ferik mit dem Titel Pascha. B. schrieb eine Geschichte des Feldzuges u. d. T. «Der Krieg in Bulgarien» (2 Bde., 1879). Nach Beendigung des Krieges trat er in ägypt. Dienste, wo ihm der Auftrag wurde, eine starke und zuverlässige Gendarmerie zu organisieren. Als der Krieg im Sudan wieder ausbrach, wurde er nach Suakim geschickt, um von dort eine Etappenstraße nach Berber am Nil zu eröffnen. B. rückte am 4. Febr. 1884 mit 3600 Mann gegen Tokar vor, wurde aber am folgenden Tage bei El-Teb von Osman Digma mit Verlust von 2400 Mann gänzlich geschlagen. Nach Eintreffen der engl. Truppen machte B. an der Spitze seines alten 10. Husarenregiments eine Attacke mit und wurde schwer verwundet. Er kehrte dann nach England zurück, machte 1887 wieder eine Reise nach Ägypten und starb 17. Nov. in Tel el-Kebir.

Baker-Guano (spr. behkr), aus einem Phosphat von der in der Südsee in der Nähe des Äquators liegenden Baker-Insel, über 35 Proz. Phosphorsäure enthaltend, durch Vermischung mit Schwefelsäure hergestellt. Der B. ist als ein hochprozentiges Superphosphat zu betrachten.

Bakewell (spr. behkwell), Stadt in der engl. Grafschaft Derby, im NW. von Derby, am rechten Ufer der Wye, hat (1891) 2748 E., eine schöne Kirche, eine lat. Schule, vielbesuchte Mineralquelle, Baumwollweberei und Marmorschleiferei (berühmte Mosaikarbeiten aus Marmor, Achat und Jaspis), Bleibergwerke, Steinkohlengruben und Marmorbrüche. 3 km nordöstlich am Derwent Chatsworth-House, das Schloß des Herzogs von Devonshire, 13 Jahre lang der Kerker der Maria Stuart, mit einem großen Park (582 ha).

Bakewell (spr. behkwell), Robert, engl. Landwirt und Viehzüchter, geb. 1726 zu Dishley in der Grafschaft Leicester, gest. 1795, erwarb sich besonders um die Veredelung der Haustiere Verdienste. Da er die Beobachtung machte, daß bei den Tieren die Nachkommen den Eltern oder Voreltern in ihren Eigenschaften fast ganz glichen, so schloß er, daß durch Paarung der ausgezeichnetsten Individuen von einer Rasse miteinander oder mit andern von einer gleich tüchtigen Rasse Tiere vom vollkommensten Nutzungswert erzüchtet werden müßten. Mit großem Erfolge wurden B.s Bemühungen in der Veredelung der Dishley-Schafrasse, des langhörnigen Rindviehs und der großen, starken Pferde gekrönt. Hauptgrundsatz war, einen Schlag hervorzubringen, der von einer gegebenen Menge Futter das meiste und beste Fleisch ansetzte. Seine Erfahrungen legte er in der «Domestic Encyclopaedia» (Bd. 1) nieder.

Bakhoi, Quellfluß des Senegal (s. d.).

Bakhschisch (pers., auch Backhschisch oder Bachschisch), soviel wie Geschenk, besonders Trinkgeld. In letzterer Bedeutung ist es in die türk. und die arab. Sprache aufgenommen.

Bakhuizen van den Brink (spr. báckheus'n), Reiner Cornelis, niederländ. Geschichtschreiber, geb. 28. Febr. 1810 zu Amsterdam, widmete sich dem Studium der Litteratur und Geschichte. Von ausländischen Reisen heimgekehrt, wurde er 1854 Staatsarchivar im Haag und starb daselbst 15. Juli 1865. Er war einer der Gründer des «Gids» (s. d.) und bewährte sich schon in dieser Zeitschrift als geistreicher und stilvoller Schriftsteller; eine seiner Abhandlungen: «Vondel met Roskam en Rommelpot», fand außerordentlichen Beifall (neueste Aufl. 1891). Von B.s Geschichtswerken kommen besonders in Betracht: «Variae lectiones ex historia philosophiae antiquae» (Leiden 1842), «La retraite de Charles-Quint» (Haag 1842) und «Het huwelijk van Prins Willem me Anna van Sasken» (Amsterd. 1853). Für die Kenntnis des niederländ. Archivs veröffentlichte er u. a.: «Het Rijksarchief» (Haag 1857) und «Cartons vorr de geschiedenis van den nederl. Vrijheidsoorlog». Seine gesammelten Schriften erschienen (Amsterdam und Haag) 1860-77.

Bakhuysen (Bakhuizen, Bakhuyzen), Maler, s. Backhuysen.

Bakonyer Schwein (spr. báckonjer), eine im Bakonyer Wald einheimische Schweinerasse, welche sich durch Wildheit und langsame Entwicklung, aber wohlschmeckendes Fleisch auszeichnet.

Bakonyerwald (spr. báckonjer), in Ungarn der südl. Teil des Höhenzugs, der sich von Gran und Wischegrad an der Donau in südwestl. Richtung bis zum Zalathal erstreckt, und zwar von der Einsenkung an, die die Bahn von Komorn nach Stuhlweißenburg benutzt, während der nordöstl. Teil Vértesgebirge (s. d.) heißt. Der B. W. hat eine Länge von 80 bis 90 km, eine Breite von 30 bis 40 km, bedeckt einen großen Teil der Komitate Veszprim und Zala. Die höchsten Erhebungen liegen an der westl. Seite der Wasserscheide, nördlich von Bakony-Bel, wo der Blaue Berg (Köröshegy) 713 m und der Kabhegy 601 m erreichen. Nur die Mitte des B. W. ist noch mit Wäldern, besonders von Buchen und Eichen bedeckt, in welche große Schweineherden zur Mast getrieben werden; die niedrigern Landrücken sind in Ackerland verwandelt, die Abhänge nehmen Wein- und Obstgärten ein, die Thäler sind von vielen Dörfern bevölkert. Die geognost. Verhältnisse des B. W. bieten viel Interessantes dar. Besonders merkwürdig sind die vielen Basaltberge, vor allem der sich unmittelbar am Ufer des Plattensees bis 437 m erhebende Badacson, an dessen nördl. Seite mächtige Basaltsäulen eine steile Wand bilden. An diesen Basaltbergen wächst der beste,