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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Ba-lala; Bâlâghât; Balaguer; Balahissar; Balais; Balakhissar; Balaklawa

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Bâlâghât - Ba-lala

122918 E., Russen und Burjaten. - 2) Bezirksstadt des Bezirks B., links an der Angara, 190 km im Nordwesten von Irkutsk, mit (1880) 1134 E. Ungefähr 8 km oberhalb der Stadt an der Angara liegt in einem Gipsfelsen die Balaganskische Höhle, deren Wände selbst in den Sommermonaten mit Eiskrystallen bedeckt sind.

Bâlâghât (halb persisch, halb indisch, «obere Terrassen[länder]» im Gegensatz zu Pai[a]nghât: «untere Terrassen»; engl. Balaghaut). 1) Noch heute üblicher Name eines Gebietes im südl. Vorderindien, nördlich vom Karnatak, umfaßt die heutigen Distrikte Bellary, Karnul und Kadapa (s. d.). Der Name entstand im Gegensatz zur Bezeichnung des Karnatak als Pai(a)nghât (engl. Payen Ghauts). - 2) Bezeichnung des Hochlandes von Berar (im mittlern Vorderindien) nördlich von den Adschanta- (engl. Adjunta-) oder Indhjâdri-Bergen, im Gegensatz zu den südlich davon gelegenen Pai(a)nghât (dem Unter- oder Niederland). Der Lakenwâdi-Ghât oder -Paß, das Thor zu diesem B., liegt 20° 29' nördl. Br., 76° 37' östl. L. - 3) Distrikt in der Division Nagpur der indobrit. Centralprovinzen, zwischen 21° 18' bis 22° 25' nördl. Br. und 79° 42' bis 81° 4' östl. L., grenzt im N. an Mandla, im O. an Naipur, im S. an Bhandara, im W. an Seoni, zählt auf 8148 qkm (1881) 340554 E. (darunter 241210 Hindu, 8574 Kabirpanthi, 6541 Mohammedaner, 125 Dschain, 36 Christen, 6 Sikh und 84056 Angehörige anderer Stämme). Die Hauptstadt ist Burha, 21° 48½' nördl. Br., 80° 14' östl. L., mit (1881) 3573 E. Geographisch zerfällt B. in drei verschiedene Striche: das südl. Tiefland, das mittlere Thal «Man Ta'al luqa» und das nördl. Hochland Raigarh-Botschhia. Die meisten Flußläufe münden in die Narbada. Regenfall durchschnittlich 166,75 cm jährlich; Temperatur im Schatten (im Mai) bis zu 45° C., niedrigste Temperatur etwa 22° C. 83 Proz. sämtlicher Todesfälle sind die Folge der herrschenden Fieber. 1881 waren nur 1494,4 qkm bebaut; Haupterzeugnisse sind Reis, in geringerm Maße Weizen u. s. w.; Ölsaat, Zuckerrohrs Tabak und Gemüse. Der Waldverwüstung sucht die Regierung (seit 1880/81) zu steuern und die Bodenkultur durch Bewässerungsanlagen u. s. w. zu fördern. Die Berge liefern einiges Gold und viel Eisen, die beide von den Gond bearbeitet werden. Außerdem findet sich roter Ocker und sehr viel Schwefelantimon; der Glimmer (Marienglas) ist für die technische Verwertung zu brüchig. Die Verkehrsverhältnisse sind noch äußerst ungünstig; die Industrie ist unbedeutend (meist Ölpressung, Branntweinbrennerei), Handwerker spärlich, daher der Handel äußerst gering. Da Eisenbahnen fehlen, sind die oft kaum schiffbaren Flüsse Hauptverkehrswege, auf denen zur Regenzeit viel Getreide abwärts, Salz aufwärts verfrachtet wird.

Balaguer (spr. -gehr), sehr alte Ciudad in der span. Provinz Lerida, rechts am Segre, in fruchtbarer, getreidereicher Umgebung, hat (1887) 4509 E., Post, Telegraph und ein Bergschloß. Im Spanischen Erbfolgekriege spielte B. eine Rolle.

Balaguer (spr. -gehr), Victor, catalan. Dichter, Geschichtschreiber und Literarhistoriker, geb. 11. Dez. 1824 zu Barcelona, studierte daselbst die Rechte, wurde 1854 Archivar in Barcelona, bald darauf Professor der Geschichte daselbst. Er ist einer der hervorragendsten poet. und der namhafteste polit. Vertreter der catalan. Sonderbestrebungen, die ihn 1867 in die Verbannung, 1869 als Liberalen in die Cortes, 1886 zum Kolonialministerium führten; seit 1888 ist er Vorsitzender des Rats der Philippinen. Seine volkstümliche Lyrik «El Trovador de Montserrat» (1850 u. ö.), «Primavera del ultimo trovador catalan», «Poesias completas» (1874), «Obras poéticas» (1880) diente vor allem dem Kampfe um die verlorene Freiheit, ebenso die wissenschaftlich unbedeutenden «Historia de Cataluña» (1860), «Estudios históricos y politicos» (1876), «Historia politica y literaria de los trovadores» (6 Bde., 1878-80). Auch seine zum Teil catalan. «Tragedias» (Barcel. 1879) zeigen mehrfach gleiche Tendenz; hervorzuheben sind «Saffo», «Lo compte de Foix», «Las esposallas de la morta». B.s Dichtung «La verge de Montserrat» veranlaßte die Erneuerung der catalan. «Juegos floreales» (Blumenspiele) in Barcelona. Er schrieb noch vielgelesene histor. Romane, Erzählungen (besonders «Don Juan de Seravalle», 5. Aufl., Barcel. 1875), ferner «Mis recuerdos de Italia» (ebd. 1890), «Los Pirineos» (ebd. 1892), «Cristobal Colon» (Madr. 1892).

Balahissar (Balluhissar), Ruinen im asiat.türk. Wilajet Angora, unweit vom obern Sakaria (Sangarius), etwa 12 km südlich von Siwrihissar, die Reste von Pessinus, einer uralten, durch ihre Fruchtbarkeit und die Verehrung der Kybele berühmten Stadt Galatiens. Akropolis, Theater, Hippodrom und Kybeletempel stammen aus röm. Zeit.

Balais (frz., spr. -läh, nach dem Hauptfundort, der Landschaft Badachschan oder Balaschan in Turkestan), im Edelsteinhandel hellere, rosa bis ponceaurote Spinelle, besonders der Balas- oder Ballasrubin (s. Rubin).

Balakhissar, s. Balikesri.

Balaklawa, Stadt und Hafen im Kreis Jalta des russ. Gouvernements Taurien, an der hohen Südwestküste der Krim und an der kleinen, aber gut geschützten Bucht von B., 13 km südöstlich von Sewastopol, hat (1885) 2347 E., meist Griechen, Fischfang, Handel und ein besuchtes Seebad. Die Bucht, bis 1860 Kriegshafen, wird nur noch von Küstenfahrern benutzt. In der Nähe befinden sich Marmorbrüche und 8 km westlich auf hohen Felsen am Meere das St. Georgskloster. - An der Stelle B.s lag im Altertum die Feste Palakion der Scythen, dann war der Ort im Besitz griech. Kolonisten, die die Bucht von B. den «Hafen der Wahrzeichen» (Symbolon portus) nannten. 1365 war B. unter dem Namen Cembalo oder Cembaro eine genuesische Niederlassung mit Festungswerken, deren Reste noch vorhanden sind; 1475 ward es von den Tataren erobert. Als die Krim 1783 an Rußland kam, wanderte die tatar. Bevölkerung von B. aus; an ihrer Stelle wurden Griechen vom Archipel angesiedelt und aus ihnen 1795 das balaklawische. griech. Bataillon errichtet, das bis 1859 bestand. Im Krimkriege nahmen 26. Sept. 1854 die Engländer Hafen und Stadt. B. war dann der Depotplatz des engl.-franz. Heers, welches Sewastopol belagerte, und wurde durch eine Reihe starker Schanzen gegen Handstreiche gesichert. Am 25. Okt. 1854 erstürmten die Russen unter Liprandi die vorgeschobenen Werke, gaben dieselben jedoch bald wieder auf. Während dieses Gefechts fand eine denkwürdige Attacke des Lord Cardigan mit der leichten Kavalleriebrigade, der sog. Totenritt, statt. Nach dem Friedensschlusse wurde im Juni 1856 B. von den Engländern wieder geräumt.

Ba-lala, Volksstamm, s. Ba-kalahari.