Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Balkaren; Balkaschsee; Balken; Balkenanker; Balkenbrücke; Balkenfuß; Balkenkopf; Balkenlage

331

Balkaren - Balkenlage

(türkisch sprechende Christen) in der Dobrudscha. 7) Armenier, Juden, Zigeuner, im Lande zerstreut. - Politisch zerfällt die B. in folgende Staatsgebiete: Türkei, Griechenland, Serbien, Montenegro, Bulgarien mit Ostrumelien, Dobrudscha (zu Rumänien), Bosnien nebst Herzegowina und Novipazar (von Österreich-Ungarn besetzt), Dalmatien (österr. Kronland) und einen Teil Kroatiens (zu Ungarn). Alles weitere s. die Einzelartikel.

Vgl. Tuma, Die östliche B., militärisch-geographisch, statistisch und kriegshistorisch dargestellt (Wien 1886): ders., Griechenland, Makedonien und Südalbanien oder die südliche B. Militärisch-geographisch u. s. w. (Hannov. 1888).

Balkaren oder Malkaren, bei den Grusinen Basianen oder Bassianen genannt, ein Zweig der kabardinischen Türken im südl. Teile der Kabarda im russ.-kaukas. Terekgebiet, wo sie in den Bergen längs der Flüsse Tscherm und Tsckerek in einer Gesamtzahl von 4500 Seelen wohnen. Sie sind meist Mohammedaner, sprechen einen eigenen tatar. Dialekt und beschäftigen sich mit Seidenweberei, Anfertigung von Tuch, Filz u. dgl. Bis 1822 standen die B. unter der Herrschaft der Kabardinzen, seitdem sind sie russ. Unterthanen, haben aber ihre eigenen wählbaren Ältesten.

Balkaschsee, s. Balchaschsee.

Balken, ein gerades, gewöhnlich vierkantig behauenes Stück Holz, das wagerecht freiliegend mit seinen Enden aufliegt und zum Tragen von Lasten bestimmt ist. Ein System in einer Fläche liegender B., das zum Tragen der Decke eines untern Raums oder des Fußbodens eines obern Raums oder zu beiden Zwecken dient, bildet eine Balkenlage (s. d.). In der Regel werden die B. nach der Tiefe des Gebäudes zu gelegt, als der kürzern Dimension, da somit eine größere Ausnutzung ihrer Tragfähigkeit ermöglicht wird, doch sind Aufnahmen hiervon nicht selten. Da diese Tragfähigkeit mit dem Quadrat ihrer Höhe wächst, so legt man die B. stets auf die hohe Kante, d. h. giebt ihrem Querschnitt eine größere Höhe als Breite, z. B. bei beschlagenem Holze ein Fünftel, bei geschnittenem zwei Fünftel mehr. Das Maximum der Tragfähigkeit eines B. erreicht man bei dem Verhältnis der Breite zur Höhe etwa wie 5 zu 7 (genauer wie 1 : V2). Da die Stärke der B. an natürliche Grenzen gebunden ist, nämlich an die Starte der geschlagenen Baumstämme, so ist auch die freiliegende Länge der B. oder die Zimmertiefe eine bedingte. Bei Belastungen, wie sie in Wohngebäuden vorkommen, dürfte diese Tiefe, schon aus Gründen der Beleuchtung u. s. f., das Maß von 6 bis 6,5 m selten überschreiten. Wegen des verjüngten Wuchses der Stämme erhält man bei der Bearbeitung derselben zu rechtwinkligem Querschnitt an dem der Wurzel näher liegenden Ende (Stammende) stärkere Abschnitte als am obern Ende (Zapfende), oder, wenn es nicht mehr möglich ist, nach oben den Querschnitt völlig rechtwinklig zu erlangen, abgerundete Ecken (Baumkanten).

Balken oder Binde (frz. fasce), heraldischer Ausdruck zur Bezeichnung eines Heroldsstücks, das durch sich einen Schild anderer Tinktur (s. d.) in horizontaler Richtung in zwei Teile zerlegt, die unter sich wie mit dem Mittelteil (dem B.) die gleiche Breite haben. Kommen bei solcher Teilung drei Tinkturen an Stelle der zwei vor, so verliert der Mittelteil den Charakter des (trennenden) B. und wird zum einfachen Schildesteil. Man blasonniert demnach in dem einen Falle: in Rot ein silberner B., im andern: von Rot, Silber und Blau geteilt. Steht das bezeichnete Heroldsstück senkrecht, so tritt an Stelle des B. der Pfahl, an Stelle der Teilung die Spaltung. Das gleiche Heroldsstück in der Diagonale beißt Schrägrechts- (frz. bande, \) und Sckräglinks- (frz. barre, /)balken.

Balken (Bälken), Halbpflügen, diejenige Art des Ackerns der Felder, bei welcher zwischen je zwei Pflugfurchen ein zwei Furchen breiter Raum ungepflügt gelassen wird. Das B. dient zur Auflockerung und Austrocknung des Bodens.

Balkenanker, s. Anker.

Balkenbrücke, ein Brückensystem, das sowohl bei Eisenbrücken (s. d.) als bei Holzbrücken (s. d.) Anwendung findet.

Balkenfuß, s. Fuß.

Balkenkopf, die Außenenden der in einer Balkenlage (s. d.) liegenden Balken. Dieselben ragen manchmal über die Umfassungsmauern hervor und werden dann nach Art der Konsolen mit Schnitzwerk mehr oder minder reich geschmückt oder mit der Säge geschweift. Namentlich in den deutschen Fachwerkbauten, in denen das Austragen der obern Stockwerke über die untern beliebt war, haben die B. eine künstlerische Form erhalten. Im griech. Steinbau erscheint der B. in Form der Triglyphen (s. d.).

Balkenlage, Bezeichnung für ein System von in einer Fläche liegenden Balken in einem Gebäude. In der B. legt man die Balken, wenn sie über mehrere Zimmertiefen hinwegreichen sollen, zweckmäßig mit ihrem starken Ende über die größere, mit dem schwachen über die geringere Tiefe. Macht sich wegen größerer freiliegender Länge oder Belastung der Balken eine Unterstützung der B. notwendig, so erfolgt dieselbe, wenn sie nicht durch Mauern statthaft ist, entweder von unten oder von oben, und zwar im erstern Falle durch Unterzüge, Träger (s. d.), Säulen oder Sprengwerke (s. d.), im letztern Falle durch Oberzüge, Träger oder Hängewerke (s. d.). Einen wesentlichen Bestandteil der B. bilden meist die unter

^[Abb.: Fig. 1]

^[Abb.: Fig. 2]