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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bangla; Bangor; Bangweolo; Banhans; Bani; Baniane; Banier

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Bangla – Banier

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bangkok'

die Ausfuhr 90 Mill. M. (davon 66 Mill. M. für Reis), die Einfuhr 45 Mill. M. Artikel der Ausfuhr sind außer Reis: Zucker, Seide, Baumwolle, Tabak, verschiedene Harze, Kardamom, Pfeffer, Elfenbein, gesalzene und getrocknete Fische, Muscheln, Krebse, lebende Rinder, Arekanüsse, Sappan-, Rosen-, Teakholz (19000 t), Häute, Stocklack, eßbare Schwalbennester, Sesam u.s.w. Die Einfuhr aus Europa, Japan und Nordamerika besteht größtenteils in Baumwollfabrikaten, Petroleum (182000 Kisten), Zündhölzern, Munition, Jute, Glas, Eisen und Metallgerätschaften. Aus China werden irdene und Porzellangeschirre, Seide, Thee, Blattgold und Arrak sowie Haushaltungs- und Luxusgegenstände eingeführt. Opiumeinfuhr und Schmuggel ist in steter Zunahme, dagegen nehmen Spirituosen ab. Industrie fehlt fast völlig. Der lebhafte Verkehr fand früher fast nur zu Wasser statt; jetzt giebt es zahlreiche Wagen, Omnibusse und seit 1888 eine Pferdebahn. Elektrische Beleuchtung ist geplant. 1893 liefen in B. ein insgesamt 576 Schiffe mit 487275 t, darunter 384 englische, 115 deutsche, 6 französische, 24 schwedisch-norwegische und nur 2 siamesische Fahrzeuge. Der Verkehr hat gegen das Jahr 1890 eine Steigerung von 24 Proz. erfahren. Regelmäßige Verbindung besteht mit Hong-kong durch 10 engl., mit Singapur durch 4 chines. und 5 engl., mit Saigon durch franz. Dampfer. Auch ist B. Station der ostasiat. Linie des Norddeutschen Lloyds und der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company. Eine engl. Gesellschaft baut die Eisenbahn B.-Ajudhja-Korat; die südl. Anschlußlinie nach Paknam wurde 11. April 1893 eröffnet. Die Post ist nach deutschem Muster organisiert. Zwei Telegraphenlinien verbinden B. mit Tavoi (Britisch Birma, an der Küste von Tenasserim) und Saigon; eine dritte geht nach Paknam, außerdem führen kleinere Linien (1780 engl. Meilen lang) zu den Orten der Umgegend; andere Strecken sind im Bau. Deutschland, Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Amerika haben in B. einen Ministerresidenten, Frankreich einen Geschäftsträger und Generalkonsul. Konsulate haben Belgien, Dänemark, Italien, Niederlande, Österreich-Ungarn, Portugal, Schweden und Norwegen. Von B. 15 km nördlich liegt auf einem Berge der berühmte Wallfahrtsort P'hrabat mit einem 1602 gegründeten, von Mauern umschlossenen Kloster. Innerhalb desselben gelangt man über eine Marmortreppe mit vergoldetem Geländer auf eine Terrasse, auf der sich in einem auswendig vergoldeten Turme, dessen Fußboden mit Silberplatten belegt ist, hinter einem silbernen Gitter eine Fußspur von Buddha, im Hintergrunde aber, unter einem goldenen, mit Edelsteinen besetzten Thronhimmel, ein 2 m hohes silbernes Standbild desselben befindet.

Bangla, ind. Form des im Englischen zu Bungalow (s. d.) verderbten Wortes.

Bangor (spr. bängörr). 1) Stadt, Seehafen und Badeort in der Grafschaft Carnarvon in Wales, das älteste Bistum in Wales, am nördl. Eingange des hier zweimal überbrückten Menaikanals (s. d.), im W. von Chester, jetzt größtenteils neugebaut, zerfällt in Ober- und Unter-Bangor, hat (1891) 9892 E., eine 525 gestiftete Kathedrale, ein University College of North Wales (18. Okt. 1884 gegründet) mit etwa 100 Studenten und 24 Lehrern und ein University College Hall für Frauen. Die Hauptindustrie bildet die Verarbeitung des Schiefers zu Billardplatten, ↔ Grabsteinen, Kamineinfassungen, Fliesen, Schreibtafeln u.s.w., die aus den beiden Häfen der Stadt, Penrhyn und Garth, ausgeführt werden. Die Schieferbrüche von Penrhyn, im S. von B., schon seit 300 Jahren in Betrieb, sind die größten und wertvollsten in Großbritannien (über 3000 Arbeiter) und liefern jährlich 60000 t Schiefer, der nach London, dem Kontinent und Amerika geht. Die Arbeiter wohnen meistenteils in Bethesda, einer Stadt am Ogwen, 7 km im SO. von B., mit (1891) 5799 E., früher ein Dorf Namens Glan Ogwen.

2) Hauptstadt des County Penobscot im nordamerik. Staate Maine, am Einfluß des Flüßchens Kenduskeag in den Penobscot, etwa 90 km vom Meere, hat einen den größten Schiffen zugänglichen und geräumigen Hafen und (1890) 19103 E. Eine 400 m lange Brücke verbindet es mit der Stadt Brewer. B. ist der Ausfuhrhafen des bewaldeten nördl. Maine und war bis zum Abschluß des Zollvertrags zwischen den Vereinigten Staaten und Canada (1854) der wichtigste Hafen für Ausfuhr von Brettern, Schindeln und Latten. 1888–89 betrug die Ausfuhr 171650 Doll., darunter 70639 Doll. Bretter und Dielen. Von Lokalbahnen abgesehen, liegt B. an der Linie von Portland nach St. John in Neubraunschweig.

Bangweōlo oder Bembasee, ein 1868 durch Livingstone entdeckter See im Innern von Äquatorialafrika, zwischen 10° 40' und 12° 15' südl. Br. und 29° 30' bis 30° 20' östl. L. von Greenwich, in 1200 m Höhe, südöstlich von der Hauptstadt des Kasembereichs und vom Moerosee, erstreckt sich von N. nach S. in einer Länge von 170 km und bietet mehr den Anblick, einer fast ununterbrochen überschwemmten Schilffläche als eines Sees. Denn nur im W. und zum Teil im N. liegt er offen da und hat eine Tiefe von 5 bis 6 m, nach O. und S. verläuft er in ein endlos erscheinendes Dickicht von Schilf und Gras. Sein südl. Ausfluß ist der Luapula, der sich mit dem vom NO. kommenden Tschambesi (s. d.) unter 11° 45' vereinigt. Livingstone entdeckte im N. 3 Inseln (darunter die Kisi-Insel); an seinem Südufer, in Tschitambo, starb er 1. Mai 1873. Nach ihm lieferten genauere Erforschungen der Franzose Giraud 1883 und der Engländer Thomson 1890.

Banhans, Ant., österr. Staatsmann, geb. 8. Nov. 1825 zu Michelob in Böhmen, studierte in Prag, trat 1848 beim Steueramt in Prag in den Staatsdienst, wurde später als Grundentlastungskommissar in Karlsbad, dann als Finanzprokurators-Adjunkt in Prag verwendet. Er verließ 1859 den Staatsdienst, trat als Centralgüterdirektor in die Dienste des Grafen Ernst Waldstein und war bei Gründung mehrerer Eisenbahnen, Agrikulturvereine und des Deutsch-Historischen Vereins in Prag thätig. 1867 von den Städten Brüx, Bilin und Oberleutersdorf in den böhm. Landtag, von diesem in den Reichsrat entsendet, wurde er bald darauf Sektionschef im Ministerium des Innern, 1870 kurze Zeit Ackerbauminister und 1871 Handelsminister. Am 20. Mai 1875 trat B. aus dem Amte, verblieb aber im Reichsrate, wohin er von Brüx in direkter Wahl entsendet wurde. 1881 wurde B. Präsident des niederösterr. Gewerbevereins in Wien, 1890 zum Präsidenten der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft gewählt.

Bani, rumän. Geld, s. Banu.

Baniāne, soviel wie Banane.

Banier, schwed. Feldherr, s. Banér.