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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Baensch; Banquet; Banquette; Banquier; Bansag

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Banquet - Baensch

der Bank die Errichtung von weitern Nebenstellen auf Verlangen der Regierung aufgetragen. Nach den ersten Niederlagen der Franzosen 1870 brachte das Gesetz vom 12. Aug. abermals den Zwangskurs der Noten, welche im Mindestbetrage von 20 Frs. ausgegeben wurden, und der Staat ließ sich einen Kredit bis zu 1500 Mill. Frs. bei der Bank eröffnen. Der Höchstbetrag der zulässigen Notenausgabe wurde anfangs auf 1800, im Dez. 1871 infolge der Staatsanleihe von 2 Milliarden auf 2800 und durch ein Gesetz von 1884 auf 3500 Mill. Frs. gesetzt. Auch diesmal hat sich der Kredit der Bank glänzend bewährt. Das Goldagio stieg nur ganz vorübergehend (im Nov. 1871) auf 3 Proz. und verschwand in den folgenden Jahren bald vollständig, obwohl die Barzahlung gesetzlich erst 1878 wiederhergestellt wurde, nachdem der Staat seine Bankschuld, die auf über 1300 Mill. Frs. gestiegen war, bis auf 300 Mill. zurückgezahlt hatte.

Zur Beurteilung der Lage der Bank diene der Wochenausweis vom 3. Jan. 1895:

Aktiven. Mill. Frs.

Barschatz (davon 12 356 Mill. in Silber) 3304,84

Verfallene Wechsel 0,20

Portefeuille in Paris

auf » 227,94

auf Ausl. -

» der Zweiganstalten 378,58

Vorschüsse auf Metall in Paris 3,63

Vorschüsse auf Metall in den Zweiganstalten 0,05

Vorschüsse auf öffentl. Fonds in Paris 141,41

Vorschüsse auf öffentl. Fonds in den Zweiganstalten 160,73

Vorschüsse an den Staat (Vertr. v. 10. Juni 1857) 140,00

Renten der Reserve 12,98

Disponible Renten 99,63

Immobilisierte Renten 100,00

Gebäude, Einrichtung 4,00

» der Filialen 15,15

Verwaltungskosten 0,04

Anlage der Spezialreserve 8,41

Diverses 89,33

Summe: 4686,92

.

Passiven. Mill. Frs.

Aktienkapital 182,50

Dazugeschriebene Gewinne 8,00

Reserven 22,11

Reserven in Grund 4,00

Spezialreserve 8,41

Notenumlauf 3679,22

Rückstände 24,85

Billets à ordre 34,54

Kontokorrent des Staates 144,98

Privat-Kontokorrent in Paris 410,03

Privat-Kontokorrent in den Zweiganstalten 77,98

Fällige Dividenden 8,96

Diverse Zinsen 0,75

Réescompte 0,78

Diverses 79,81

Summe: 4686,92

Im J. 1893 wurde neben einem Giroverkehr in der Höhe von 37340 Mill. Frs. ein Umsatz von 12893 Mill. Frs. erzielt. Der Diskont betrug vom 19. Mai 1892 ab unverändert 2½ Proz. Diskontiert wurden Wechsel in einem Betrage von 8922 Mill. Der Notenumlauf betrug im Maximum 3590, im Minimum 3256 Mill. Frs. Bemerkenswert ist die sehr umfangreiche Diskontierung kleiner Wechsel; 1893 wurden 26183 Stück bis 10 Frs. und darunter, 931002 Stück im Betrage von 11 bis 50 Frs. und 1168292 Stück im Betrage von 51 bis 100 Frs. diskontiert. Neben der Centralbank giebt es noch (Ende 1893) 94 Succursalen, 38 Hilfsbureaus, 21 mit einer der Zweiganstalten und 105 zur Diskontierung von Wechseln mit der Bank verbundene Plätze, zusammen 259 sog. Bankplätze. Die Dividenden der Bank sind ganz ansehnlich, aber dock sehr veränderlich; in den siebziger Jahren betrugen sie 21-25 Proz., 1873 sogar 36 Proz., nur ein paar Jahre hindurch 9-10, 1886: 15,5, 1887: 15, 1888: 14,2, 1889: 15,2, 1890: 15,7, 1891: 16, 1892: 13, 1893: 12,4, 1894: 11,3 Proz. Am 3. Jan. 1895 standen die Aktien in Paris 3600 Frs. per Stück zu 1000 Frs. Die Frage der Erneuerung des 1897 ablaufenden Bankprivilegiums stand schon 1892 in Verhandlung; von dem der Kammer damals vorgelegten Entwurf, nach welchem das Privileg der Bank gegen Zahlung einer Rente an den Staat und Verzicht auf die Zinsen von dem 140-Millionen-Vorschuß und einem neuen Anlehen von 40 Mill. Frs. sowie einige sonstige auf den Bankbetrieb bezughabende Leistungen bis Ende 1920 ausgedehnt und die Notenhöhe auf 4 Milliarden Frs. gebracht werden sollte, ist nur die letztere Bestimmung 25. Jan. 1893 einstweilen Gesetz geworden.

Vgl. Courtois, Histoire des banques en France (2. Aufl., Par. 1881); Noel, La B. D. F. (Nancy 1891); die Artikel «Banques» im «Dictionaire des finances» und im «Nouveau dictionnaire d'économie politique». (S. auch Notenbanken.)

Banquet (frz., spr. bankeh), s. Bankett.

Banquette (frz., spr. bankett), s. Bankett.

Banquier, s. Bankier.

Bansag, s. Banat.

Baensch, Buchdrucker- und Buchhändlerfamilie. Emanuel B., geb. 30. Okt. 1789 in Quedlinburg, seit 1811 Kaufmann in Magdeburg, übernahm daselbst 1826 die Karl Strubesche Buchdruckerei (gegründet 1817), die er mit Rücksicht auf das Geschäft eines ältern Bruders unter der Firma «E. Baensch jun.» fortführte. Er starb 22. Juni 1864; ihm zu Ehren wurde 1878 von Mitgliedern der Familie die «Emanuel Baensch-Stiftung» in Magdeburg (6000 M. Kapital, bis 50000 M. steigend) errichtet. Die Firma ging über auf seinen Sohn Robert B. (geb. 5. Nov. 1829, gest. 21. Juni 1863), seit 1878 an dessen Sohn Emanuel B., geb. 13. März 1857. Das Geschäft umfaßt Buchdruckerei, den Verlag des «Magdeburger Anzeigers» (seit 1873), Steindruckerei (seit 1839). Schriftgießerei, Stereotypie, Buchbinderei mit Dampfmaschine, 2 Gasmotoren, Notationsmaschine und 18 Pressen und beschäftigt 200 Personen, für die eine Haus-Zuschußkrankenkasse (seit 1888) mit Sterbe- und Witwengeldern sowie ein Haustarif mit steigender Alterszulage errichtet ist. - Ein anderer Sohn Emanuels, Emil B., geb. 8. Sept. 1817, errichtete 1841 in Magdeburg eine Sortimentsbuchhandlung mit Verlag, wurde 1856 königl. Hofbuchhändler und starb 12. Juni 1887. Das Sortimentsgeschäft ging 1872 an G. A. Glöckner, 1875 an C. E. Klotz über. Den Verlag übernahm 1860 Wilhelm B., den spätern 1881 Raimund Bredow in Leipzig. Ein Sohn Emils, Johannes Baensch-Drugulin, geb. 24. Juni 1858, ist seit 1883 Mitinhaber der Firma W. Drugulin (s. d.) in Leipzig. - Ein Bruder von Emil, Wilhelm B., geb. 25. Jan. 1828, kaufte 1848 den Verlag von Ferd. Rubach in Berlin, der bis 1835 in Magdeburg war und einem 1668 gegründeten Geschäft entstammte, und verlegte ihn nebst andern erkauften Verlagsartikeln unter eigenem Namen nach Leipzig. Von 1850 bis 1867 war mit dem Verlage ein Kommissionsgeschäft verbunden. 1862 wurde eine eigene Buchdruckerei errichtet, 1875 Verlag und Buchdruckerei nach Dresden verlegt. B. ist württemb. Geb. Kommerzienrat, war 1860-85 württemb. Konsul für Sachsen, wurde 1871 in den Adelsstand erhoben und mit seinem Sohne William von B., der seit 1888 Mitbesitzer des Geschäfts ist, 1892 zum königlich sächs. Hofverlagsbuchhändler ernannt. Das Geschäft hat Dampfmaschine, 12 Schnellpressen, 19 Hilfsmaschinen und bis 80 Personen. Neben dem Dresdener Geschäft