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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Baregine; Bareilly; Barela; Bareli; Barellas Magenpulver; Bären-Baumkänguru; Barends; Bärenfelle

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Barégine - Bärenfelle

die Einwohner zu Luz zu, einem Städtchen von 1507 E. am Einfluß des Bastan in die Gave de Pau mit wichtigen Fabriken von Barègestoffen. Aus dem Granit von B. springen 13 alkalisch-salinische Schwefelthermen von 33 bis 46° C., welche besonders bei Hautkrankheiten, hartnäckigen Rheumatismen, Syphilis, Nervenleiden und alten Blessuren gebraucht werden. B. wird jährlich von etwa 4000 Badegästen und Reisenden besucht. Die Saison dauert vom 15. Juni bis 5. Sept. Von den vorhandenen Badeanstalten ist das Große Bad erwähnenswert, ein schöner, gut eingerichteter Monumentalbau mit 34 Badezellen, 3 Douchesälen u. s. w. Das Militärbad (seit 1760) kann 70 Offiziere und 300 Soldaten aufnehmen. Eine kleinere Anstalt mit Trinkquelle (31° C.) und Douche ist neuerdings in der Nähe zu Barzun errichtet worden, deren viel milder wirkendes Wasser zur Vorbereitung auf die Thermen von B. benutzt wird. Zu B. war schon 1550 ein Wildbadbassin, und 1630 wurden hier zwei Badeanstalten errichtet. Seitdem 1677 der Herzog von Maine in Begleitung der Maintenon die Thermen benutzt hatte, wurde B. ein Modebad.

Vgl. Armieux, Études médiales sur B. (2. Aufl., Par. 1880).

Baregine (spr. -reschihn), nach dem Vorkommen zu Barèges benannte gallertartige organische Substanz, welche sich in manchen Thermalquellen, namentlich Schwefelwassern, findet und höchst wahrscheinlich aus kleinen Organismen mit gallertförmiger Hülle, Beggiatoa, Nostuc u. dgl. gebildet wird.

Bareilly, s. Bareli.

Barela, Flüssigkeitsmaß, s. Barile.

Bareli (engl. verderbt Bareilly). 1) Distrikt der Division Rohilkhand in der Lieutenant-Gouverneurschaft der Nordwestprovinzen von Britisch-Indien, hat auf dem östl. Gangesufer 4180 qkm reichbewässertes, zum Teil sehr fruchtbares, vorzüglich kultiviertes Flachland, das jährlich zwei Ernten von Weizen und Zuckerrohr hervorbringt, zum Teil sandiges Land, das nur einmal Leinsamen oder Melonen zur Reife bringt. Das Klima ist angenehm und im Winter kälter, als man von seiner geogr. Lage und seiner geringen Erhebung über das Meer (125-150 m) erwarten sollte. Die Bevölkerung, hauptsächlich aus Rohilla-Pathanen (Afghanen), einem kräftigen, wohlgebauten, dabei selbstbewußten Volksstamme bestehend, beläuft sich (1891) auf 1040691 E. (1881 auf 1030936 E., darunter 790309 Hindu, 237996 Mohammedaner, 2393 Christen, 207 Sikh u. s. w.). Haupterzeugnisse sind Weizen, Reis, Mais, Hirse, Gerste, Tabak, Zucker, Baumwolle, Datteln, Weintrauben, Walnüsse, Erdbeeren, Äpfel und Birnen. Der Distrikt B. in seiner gegenwärtigen Ausdehnung entstand 1842 aus der Vereinigung von B. mit dem Distrikt Pilibhit. Beide wurden 1801 von den Rohilla an die Englisch-Ostindische Compagnie abgetreten und 1846 den Nordwestprovinzen einverleibt. - 2) Hauptstadt des Distrikts B., 28° 22⅙' nördl. Br., 79° 26⅔', östl. L., auf offener Ebene an einer Anhöhe, in 168 m Höhe, an der Ram-Ganga, 154,5 km oberhalb deren Mündung in den Ganges, 1268 km nordwestlich von Kalkutta, 244,5 km östlich von Dehli, hat (1881) 113417 (ohne die des Kantonnements B. 103160) E., darunter 56550 Hindu, 45877 Mohammedaner, 720 Christen, (1891) 121680 E. (Zuwachs: 7,28 Proz.) und ist durch seine Lage von großer militär. Wichtigkeit und deshalb das Hauptquartier des Militärdistrikts Rohilkhand. Die Stadt zeigt einen unregelmäßigen Umfang; die meisten Häuser sind aus Lehm gebaut (unter 22800 Häusern sind nur 6800 steinerne). Als Handels- oder Industrieplatz ist B. nicht von hervorragender Bedeutung; die Haupthandelsartikel sind Baumwolle und Getreide. Die hier angefertigten Möbel- und Polsterwaren sind besser und billiger als anderwärts in Nordindien. Gute Eisenbahnverbindungen bestehen mit allen benachbarten Industrie- und Handelscentren: Lakhnau, Agra, Dehli, Ambala u. s. w. In dem Kantonnement garnisonieren je 1 Regiment europ. und ind. Infanterie, 1 Regiment europ. Artillerie und 1 Regiment ind. Kavallerie (zusammen etwa 5000 Mann); die Gesamtbevölkerung des Kantonnements beträgt über 10000 E. - In älterer wie in neuerer Zeit war B. oft der Schauplatz heftiger, ja blutiger Streitigkeiten zwischen Mohammedanern und Hindu, zuletzt noch 1871. Während des Aufstandes von 1857 bis 1858 war B. der Hauptsitz der Aufständischen in Rohilkhand, bis es 6. und 7. Mai 1858 ihnen von dem General Sir Colin Campbell entrissen wurde. - Nordöstlich von B. liegt Pilibhit (s. d.).

Barellas Magenpulver, s. Geheimmittel.

Bären-Baumkänguru (Dendrolagus ursinus S. Müll), s. Baumkänguru.

Barends (Barendsz), s. Barents.

Bärenfelle. B. sind die größten und schwersten Stücke des Rauchwarenhandels und werden zu Decken aller Art, zum Teil auch zu Pelzen sowie naturalisiert (d. h. mit ausgestopftem Kopf, in den Augen und Zähne eingesetzt sind) zu Schaustücken und Dekorationen in den Schaufenstern der Kürschner, in Sammlungen von Jagdwaffen, Prunksälen u. s. w. verwendet. Sie stammen von den nachfolgenden Bärenarten: 1) Vom gemeinen Bären mit seinen Spielarten in Europa und Asien. Die Farbe des bis zu 1,7 m langen Fells ist meist braun, in Esthland grau, doch geht sie zuweilen auch in fuchsrot, fast gelb über (Honigbär). Äußerst selten sind weiße und milchweiße Landbären mit langem, sehr weichem Haar. Die meisten und feinhaarigsten B. liefert Sibirien, wo sich am Jenissei auch glänzend schwarze Exemplare dieses Tieres, zuweilen mit hervorstehenden gelben und weißen Haarspitzen (Gold- und Silberbären) finden. 2) Vom schwarzen amerik. Bären oder Baribal, dessen Felle kleiner (1,5, m lang), aber feinhaariger als die sibirischen sind. Die besten kommen aus der Baffin- oder Hudsonbai; nach Süden zu nimmt die Qualität ab. 3) Vom grauen amerik. Bären, der sich viel seltener, fast nur im Quellgebiete des Missouri findet, mit aschgrauem, sehr dichtem und langem Haar. Es sind die größten B. von 3½ m Länge. 4) Vom Eisbären (2-3 m lang). Sie werden meist von den Polarbewohnern selbst benutzt und kommen, obgleich zu Bettvorlagen, Schlittendecken u. s. w. sehr geschätzt, wegen der Schwierigkeit des Transports, der nur durch das Anhängen der Felle ans Schiff im freien Wasser ungeschädigt erfolgen kann (ein Trocknen der Felle ist nicht möglich, durch Salzen werden sie fleckig), nur selten nach Europa. Die Grönländische Compagnie bringt jährlich 50-200 Stück nach Kopenhagen zur Auktion.

Die jährliche Produktion an B. übersteigt 20000 Stück. Die Felle des kleinsten Bären, des Waschbären, bilden im Handel eine besondere Gruppe unter dem Namen Schuppenfelle. Armeebären heißen in England große B. mit rotem, aber kurzem