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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bartoli; Bartolisten; Bartolo; Bartolommeo; Bartolozzi; Bartolus; Barton

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Bartoli (Daniello) - Barton (Bernard)

rektor der Marineschule in Livorno und in ähnlichen Stellungen in Piacenza und Venedig und ist seit 1874 Professor am Instituto degli studj superiori in Florenz. Außer vielen kleinern Arbeiten besorgte er mehrere geschätzte Ausgaben altital. Schriftwerke und schrieb: «I viaggi di Marco Polo» (Mail.1859), «I primi due secoli della letteratura italiana» (ebd. 1870-79), «I precursori del Boccaccio» (Flor. 1876), «I precursori del Rinascimento» (ebd. 1877), «I manoscritti italiani della Biblioteca nazionale di Firenze (ebd. 1880), «Scenari inediti della Commedia dell'arte» (ebd. 1881 fg.), «Storia della letteratura italiana» (Bd. 1-8, ebd. 1878-89, bis Petrarca reichend; deutsch von Reinhardstöttner, I, 1-2, Hamb. 1881-83).

Bartoli, Daniello, ital. Gelehrter, geb. 12. Febr. 1608 in Ferrara, ward 1623 Jesuit und wirkte als Prediger in seiner Vaterstadt, ward aber 1650 als Geschichtschreiber seines Ordens nach Rom berufen, wo er als Rektor des Jesuitenkollegs 13. Jan. 1685 starb. Sein Hauptwert, reich an fein eingekleideten Lobesergüssen, ist die «Istori della Compagnia di Gesú», von der Bd. 1-3 (Rom 1653-63) die Geschichte des Ordens in Asien, Afrika und China, Bd.4-5 (ebd. 1667-73) die in England und Italien enthalten. Der erste Teil («Vita e istituto di S. Ignazio» sowie B.s ascetische und moralische Schriften wurden ganz und einzeln (z.B. 9 Bde., Piacenza 1821; 3 Bde., Mail. 1831) wiederholt gedruckt. Auch die physik. Abhandlungen «Del ghiaccio e della coagulazione» (Rom 1681), «Del suono» (Bologna 1680) und «Della tensione e pressione» (Rom 1677) machten Aufsehen. Seine sprachlichen Arbeiten waren zum Teil gegen die Crusca (s. d.) gerichtet; am berühmtesten wurde «Il torto e il diritto del non si può dato in giudizio sopra molte regole della lingua italiana» (Rom 1655). B.s «Opera complete» gab Marietti (34 Bde., Tur. 1823-44) heraus.

Bartoli, Pietro Sante, mit dem Beinamen Perugino, ital. Kupferstecher, geb. 1635 zu Bortola, gest. 7. Nov. 1700 zu Rom, war ein Schüler von Poussin und hat sich großen Ruhm durch seine Kupferstiche nach Originalen Raffaels, der Carracci, Maratti u. a. sowie nach der Antike erworben. Sein berühmtestes Werk ist die Anbetung der heil. drei Könige, nach der Tapete Raffaels.

Bartoli oder Bartolo, Taddeo di, ital. Maler, geb. 1362 zu Siena, gest. 1432. Von seinem Vater vorgebildet, war er als Freskomaler um 1400 für Kirchen und Rathaus in Pisa thätig; dann schmückte er Dom und Signoria von Siena mit (jetzt verlorenen) Fresken; am bedeutendsten sind die 1407 in der Kapelle des Stadthauses zu Siena ausgeführten Wandgemälde, welche Scenen aus dem Leben der Maria darstellen. Mehrere Jahre später, um 1414, malte B. noch den Vorsaal zu dieser Kapelle. B. wirkte auch in Perugia, Padua und Volterra. Er setzte die Richtung der ältern Sienesischen Schule, insbesondere des Pietro Lorenzetti, jedoch mit weniger Kraft, fort.

Bartolisten, s. Bartolus.

Bartolo, mittelalterlicher Jurist, s. Bartolus.

Bartolo, Taddeo di, ital. Maler, s. Bartoli.

Bartolommeo, Fra, eigentlich Baccio della Porta, einer der größten Meister der Florentiner Malerschule, geb. 1475 zu Savignano in Toscana. Schüler von Cosimo Rosselli, verdankte er seine höhere Ausbildung dem Studium der Werke des Leonardo da Vinci. Er war ein eifriger Anhänger des Savonarola, zog sich nach dessen Ende 1500 in ein Kloster zu Florenz zurück und entsagte für längere Zeit der Kunst, der er sich jedoch später wieder zuwandte. Vorzüglich regte ihn der Verkehr mit Raffael an, der 1504 nach Florenz kam. B. starb 6. Okt. 1517 in Florenz. Reine Empfindung, andachtsvolle Stimmung und leidenschaftslose Großartigkeit, gepaart mit lieblicher Naivetät in den weiblichen Köpfen, charakterisieren seine Bilder. Viele von diesen sieht man in Florenz: im Palazzo Pitti den auferstandenen Christus unter den vier Evangelisten und eine Kreuzabnahme; in der Akademie Proben seiner Freskotechnik; anderes in den Uffizien. In Lucca befindet sich die Madonna mit Heiligen (1509; s. Tafel: Italienische Kunst VlI, Fig. 7) und die Madonna della Misericordia (1515); im Hofmuseum zu Wien die Darstellung im Tempel (1516), eins seiner würdevollsten Werke; im Louvre: Verlobung der heil. Katharina (1511), thronende Madonna mit Heiligen (1511), Verkündigung Mariä (1515).

Vgl. Frantz, Fra B. della Porta (Regensb. 1879); Gruyer, Frau B. et Mariotto (Par. 1886).

Bartolozzi, Francesco, ital. Kupferstecher, geb. 21. Sept. 1728 zu Florenz, arbeitete in Venedig, Florenz und Mailand, ging 1764 nach London und radierte und stach dort eine Reihe von alten Handzeichnungen, die der Herzog von York in Italien für den König gesammelt hatte. 1805 ging er nach Lissabon als Direktor der dortigen Maler- und Kupferstecherakademie und starb dort April 1813. B. war vor allem ein Meister in der Punktiermanier; von seinen zahlreichen Blättern sind zu nennen: Clytia nach Ann. Carracci, Heil. Hieronymus nach Correggio. Er schuf auch Porträte und histor. Bilder.

Vgl.Tuer, F. B. and his works (2 Bde., Lond. 1882; 2. Aufl. 1885).

Bartolus, auch Bartolo, einer der hervorragendsten mittelalterlichen Lehrer des röm. Rechts und das Haupt der sog. Postglossatoren, die nach ihm auch Bartolisten genannt wurden, geb. 1314 zu Sassoferrato im Herzogtum Urbino, lehrte zu Bologna, Pisa, Perugia und starb im Juli 1357 zu Perugia. Er schrieb umfassende Kommentarien zum Corpus juris civilis, die bei der Aufnahme des röm. Rechts in Deutschland viel gebraucht wurden («Opera omnia», 11 Bde., Bas. 1588-89).

Barton (spr. bahrt'n), Bernard, der Quäkerpoet genannt, geb. 31. Jan. 1784 bei London, war Privatlehrer in Liverpool, seit 1809 Bankcommis zu Woodbridge. Einer kleinen Gedichtsammlung, «Metrical effusions» (1812), folgten: «Poems by an amateur» (1818), «Poems» (1820; 4. Aufl. 1825), «Napoleon and other poems» (1822), «Verses on the death of Shelley» (1822), «Minor poems» (nebst «Napoleon», 1824), «Poetic vigils» (1824), «Devotional verses» (1826), «A widow's tale and other poems (1827), «A new year's eve and other poems» (1828), «Fisher's 'juvenile scrap-book» (1836), «The Reliquary» (1836), «Household verses» (1845), endlich «Sea-weeds, gathered in the autumn of 1846». B.s Dichtungen (mit B. B. bezeichnet) durchzieht der Ton des Quäkers; die einfachen Gedanken sind leicht in sanft fließenden Versen ausgedrückt. Durch eine Sammlung unter den Quäkern erhielt er 1824: 1200, durch R. Peel aus der Civilliste eine Pension von 100 Pfd. St. Nach seinem Tode (19. Febr. 1849) veröffentlichte seine Tochter, Lucy B., die wie B.s