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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Base; Base Ball; Basedow; Basedowsche Krankheit; Baseilhac; Basel

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Base (chemisch) - Basel (Kanton)

Verhältnis zueinander. Im weitern Sinne werden alle entferntern weiblichen Verwandten B. genannt.

Base, chem. Verbindung, s. Basen.

Base Ball (engl., spr. behs' bahl), engl. und amerik. Nationalspiel, das in der Hauptsache mit dem deutschen Ballspiel (s. d.) übereinstimmt. Es wird mit einem harten, mit Leder überzogenen Ball und einem hölzernen Schlägel von zwei, je neun Personen zählenden Parteien (clubs) gespielt. In den Vereinigten Staaten bestehen zwei nationale Gesellschaften für dieses Spiel, die jährliche Versammlungen abhalten, auf denen die Spielregeln geordnet und Streitfragen entschieden werden.

Basedow, Joh. Bernh., eigentlich Joh. Berend Bassedau, auch Bernhard von Nordalbingen, wie er sich oft nannte, Pädagog, geb. 11. Sept. 1723 zu Hamburg, wo sein Vater Perückenmacher war. Nachdem er erst das Johanneum und 1741-44 das Gymnasium daselbst besucht hatte, wo er von Reimarus, dem Wolfenbütteler Fragmentisten, vielfache Anregung erhielt, studierte er 1744-46 in Leipzig Philosophie und Theologie. Von 1749 bis 1753 war er Hauslehrer; 1753 wurde er Lehrer an der Ritterakademie zu Sorö, von wo er 1761 wegen heterodoxer Ansichten an das Gymnasium zu Altona versetzt wurde. Hier schrieb er "Philatelie" (2 Bde., Lübeck 1703), "System der gesunden Vernunft" (Lpz. 1765), wurde jedoch als Irrlehrer erklärt und vom Abendmahle ausgeschlossen. Der Druck solcher Intoleranz, besonders aber das Erscheinen von Rousseaus "Emile" (1762) brachte ihn auf den Gedanken, der Reformator des Erziehungswesens zu werden. Begeistert von Rousseaus Gedanken und mit den Anschauungen des Comenius vertraut, schrieb er das "Methodenbuch für Väter und Mütter der Familien und Völker" (Lpz. 1773) und trat 1768 mit seiner "Vorstellung an Menschenfreunde und vermögende Männer, über Schulen, Studien und ihren Einfluß auf die öffentliche Wohlfahrt" hervor, worin er zugleich den Plan eines pädagogischen Elementarwerks vorlegte, das "ein Abc-Buch der realen und nominalen menschlichen Erkenntnis" werden sollte. Die in dem Plane entwickelten Ideen fanden lebendiges Interesse und eine Geldunterstützung von 15 000 Thlrn. 1774 erschien das "Elementarwerk" (4 Bde. mit 100 meist Chodowieckischen Kupfern) mit einer franz. Übersetzung (von Huber) und einer lateinischen (von Mangelsdorf). Fürst Leopold Friedrich Franz von Dessau berief B. 1771 nach Dessau, wo er 1774 das Philanthropinum errichtete, eine Pensionsanstalt für Zöglinge vom 6. bis zum 18. Jahre, die in deutscher, franz., lat. und griech. Sprache, "in allen Studien der gesitteten Stände, auch in allen schulmäßigen und gymnasienmäßigen Studien, bis an die Geschicklichkeiten zu den höhern Fakultäten" unterwiesen wurden. Die Begeisterung für B.s Unternehmen, "das nicht katholisch, lutherisch oder reformiert, aber christlich" sein sollte, und bei dem "die Lehrbücher frei von theologisierenden Entscheidungen für das Christliche wider Juden, Mohammedaner, Deisten und wider die sog. Dissidenten, welche an einigen Orten Ketzer heißen", war groß. Eine Anzahl ähnlicher Anstalten wurden gegründet (z. B. das Philanthropin zu Marschlins von Ulysses von Salis, das Philanthropin zu Heidesheim, die Rudolphsche Töchterschule bei Hamburg und die Salzmannsche Stiftung in Schnepfenthal). B., in vielfache Streitigkeiten mit seinen Mitarbeitern, deren bedeutendster Wolke war, verwickelt, legte 1776 die Leitung der Anstalt, die von Anfang an gekränkelt batte, nieder, lebte seitdem bald in Dessau, bald in Leipzig, Halle und Magdeburg, unermüdlich für seine Ideen thätig, und starb 25. Juli 1790 zu Magdeburg.

B. war ein leidenschaftlicher Geist, energisch und kühn im Reden und Schreiben, mehr angelegt zum Zerstören als zum Aufbauen, hat jedoch das unbestreitbare Verdienst, daß er die Mängel der damaligen Erziehung, welche die körperliche Entwicklung ganz vernachlässigte, die Muttersprache und die Realien gar nicht als Unterrichtsgegenstände in Betracht zog und sich überhaupt nicht mit Bewußtsein von sachgemäßen methodischen Grundsätzen leiten ließ, sondern in einem überlieferten Mechanismus verloren hatte, ohne Schonung aufdeckte. Ebenso ist es sein Verdienst, daß durch seine Wirksamkeit neben den alten auch die neuern Sprachen Lehrgegenstände in den Schulen wurden. - Vgl. (Rathmann) Beiträge zur Lebensgeschichte und zum Charakter B.s (Magdeb. 1791); Meyer, Leben, Charakter und Schriften B.s (2 Bde., Hamb. 1791-92); Schilling, Die Pädagogik B.s (Eisenach 1882); Hahn, B. und sein Verhältnis zu Rousseau (Lpz. 1885); Pinloche, B et le philantropisme (Par. 1889).

Basedowsche Krankheit oder Glotzaugenkrankheit (Cachexia exophthalmica, Goitre exophthalmique), eine zuerst von dem Merseburger Arzt Basedow 1840 beschriebene eigentümliche Krankheit, welche sich durch Herzklopfen, Beschleunigung der Herzthätigkeit mit verstärkter Pulsation der Kopf- und Halsgefäße, ferner durch Anschwellung der Schilddrüse (Kropf) sowie durch stärkeres Hervortreten der Augäpfel (Glotzauge, Exophthalmus) charakterisiert und wahrscheinlich in einem lähmungsartigen Zustande der im sympathischen Nervensystem des Halses verlaufenden Hals- und Kopfgefäßnerven begründet ist. Das Leiden findet sich überwiegend bei Frauen, besonders im jugendlichen Alter, und zieht sich oft monate- und jahrelang hin; bisweilen entsteht es ganz plötzlich nach einer Kopfverletzung, nach einem heftigen Schreck oder anhaltenden psychischen Aufregungen. Behandlung: kräftigende Diät, Eisen- und Chinapräparate, Veränderung des Klimas, Anwendung von Seebädern und Elektricität. - Vgl. Eulenburg und Guttmann, Die Pathologie des Sympathicus (Berl. 1873); Mannheim, Der Morbus Gravesii (ebd. 1894); Brandenburg, Die B. K. (Lpz. 1894); Buschan, Die B. K. (Wien 1894).

Baseilhac (spr. basäjáck), Jean, bekannter unter dem Namen Frère Côme, Wundarzt, geb. 5. April 1703 zu Pouyastruc bei Tarbes, Leibchirurg des Erzbischofs von Bayeux, trat unter dem Namen Jean de Saint-Côme 1729 in den Orden der Feuillants zu Paris und starb 8. Juli 1781. Er erfand außer andern Instrumenten den gekrümmten Trokar (s. d.) für den Blasenstich und 1743 ein Steinschnittmesser und schrieb "Recueil de pièces importantes concernant la taille faite par le lithotome caché" (Par. 1751), "Nouvelle methode d'extraire la pierre de la vessie urinaire par-dessus le pubis" (ebd. 1779).

Basel (frz. Bâle). 1) Der 11. Kanton der Schweizer Eidgenossenschaft, an der Nordgrenze derselben, grenzt im N. und NO. an das Großherzogtum Baden, im O. an den Kanton Aargau, im S. an Solothurn, im W. an Solothurn, Bern und an das Elsaß, hat 457,4 qkm und zerfällt (seit 1833) in die beiden Halbkantone Basel-Land (Bâle-Campagne) mit 421,6 qkm und Basel-Stadt (Bâle-Ville) mit