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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Basileus; Basilia; Basilianer; Basilicata; Basilides; Basilienkraut; Basilika

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Basileus - Basilika (in der Baukunst)

gleichmäßig verteilt. Die erste Ausgabe erschien 1637 oder schon 1627, andere Neapel 1788 und 1891 (Bd. 1). Das für Märchenkunde wichtige Buch ward sehr beliebt und vielfach übersetzt (italienisch, Neapel 1754; deutsch von Liebrecht, 2 Bde., Bresl. 1846). Ebenfalls neapolitanisch ist «Le Muse Napolitane», bestehend in Eklogen (1635; zuletzt 1788), «Operé poetiche» (Mantua 1613). Vgl. Imbriani, Il gran B. (im «Giornale Napolitano di Filologia e Letteratura», Neap. 1875) und B. Croce in der Einleitung zur Ausgabe des «Pentamerone» von 1891.

Basileus (grch.), König; auch Bezeichnung des zweiten Archon (s. d.) in Athen.

Basilia, Insel, s. Baltia.

Basilianer, Basilianerinnen, s. Basilius der Heilige.

Basilicata, ital. Provinz, s. Potenza.

Basilides, Gnostiker, stammte aus Syrien und lebte zu Alexandria zur Zeit des Kaisers Hadrianus. Sein System ist eine Weiterbildung der Lehre des Saturninus (s.d.), die Grundanschauung dualistisch, durch sittlichen Ernst sich auszeichnend, aber auch in ihrem wunderlichen mytholog. Eklekticismus und ihrer phantastischen Zahlenmystik vollständig von dem Grundzuge ihrer Zeit beherrscht. Um den Ursprung des Bösen zu erklären, nahm B. eine anfängliche Mischung geistiger und materieller Elemente in der von untergeordneten Geistern herrührenden Schöpfung an, deren allmähliche Scheidung die Aufgabe der Erlösung ist. Besonders merkwürdig erschien seine Annahme von 365 aus dem obern Lichtreiche (der Ogdoas oder heiligen Achtzahl) stufenweise erflossenen Geisterreihen, deren Zahl durch den Geheimnamen des unbekannten Gottes, Abrasar (s. Abraxas), angedeutet wurde. Von den Schriften des B. und seines Sohnes Isidor, meist ethischen Inhalts, sind noch Fragmente erhalten. Aus dem ältern Basilidianischen System ging frühzeitig eine unter dem Einflüsse stoischer Philosophie wesentlich modifizierte Lehre hervor, welche der Verfasser der «Philosophumena» (s. Hippolytus) nach einer Basilidianischen Schrift ausführlich schildert. Vgl. Jacobi, Basilidis philosophi gnostici sententiae (Berl. 1852); Uhlhorn, Das Basilidianische System (Gött. 1855); Hilgenfeld im Anhange zu seiner «Jüdischen Apokalyptik" (Jena 1857).

Basilienkraut, s. Ocimum.

Basilika (grch.), ursprünglich königl. Halle, Amtssitz des Archon Basileus der alten Athener, ist der Name einer Gebäudegattung, die besonders bei den alten Römern zu eigentümlicher Ausbildung gekommen und dann auf eine besondere Art auf die christl. Kirche übertragen worden ist. Die Basiliken des Altertums dienten gleichzeitig dem kaufmännischen Verkehr und der bürgerlichen Rechtspflege; sie bestanden aus zwei Hauptteilen, dem Tribunal (Apsis, s.d.), das die Sitze der Richter enthielt und von halbkreisförmiger Grundform war, und dem Raume, der für den Verkehr großer Menschenmengen bestimmt und gewöhnlich von oblonger Grundfläche, mit Säulenhallen umgeben war. Der Haupteingang befand sich meist gegenüber der Apsis. Solche Gebäude waren im Römischen Reich sehr häufig. Doch haben sich nur bescheidene Reste derselben erhalten. Das bedeutendste dürfte die B. Ulpia auf dem Forum des Trajan zu Rom gewesen sein (110 m lang, 45 m breit), deren Anlage aus dem Erhaltenen sich rekonstruieren läßt. Die große Mittelhalle wurde hier von zwei Säulenreihen umgeben. Besser erhalten ist die nicht minder bedeutende B. des Marentius (erbaut noch 306 n. Chr.). Sie besteht aus einer mächtigen überwölbten Halle mit je drei tiefen Seitennischen. Die etwa gleichzeitige B. zu Trier ist der bedeutendste Rest einer solchen auf deutschem Boden. Sie war einschiffig und mit flacher Balkendecke versehen.

Basiliken hießen auch gewisse Säle in den größern Privatpalästen mit einer den Gerichtsbasiliken ähnlichen Anlage. Dieselben wurden von den ältesten Christen zu ihren Versammlungen benutzt und dienten dann, weil hierzu im hohen Grade geeignet, als Vorbild für die Anlage der ersten christl. Kirchen. (S. Altchristliche Kunst.) Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese ursprüngliche Form, den erweiterten Bedürfnissen entsprechend, vielfach umgestaltet und künstlerisch weiter ausgebildet. Die Umgestaltung betraf zunächst die alte B., indem diese aus einem meist ringsum mit Säulen umgebenen Raum zu einem durch Arkaden in 3 oder 5 Schiffe getrennten Langhaus wurde, das an beiden Seiten durch Wände abgeschlossen war. Vor die vordere Seite legte sich die Vorhalle (Narthex, s. d.) und der Vorhof (Atrium, s. d.), die andere war vom großen Thore durchbrochen (Triumphbogen, s. d.) und führte zur Apsis. Zwischen diese und das Langhaus wurde früh ein Querschiff eingefügt. Im Langhause erheben sich die Mauern über die Arkaden des Mittelschiffs bis über die Dächer der Nebenschiffe, so daß hier lichtbringende Fenster angebracht werden können. Die Ausschmückung der B. war eine sehr reiche: antike Marmorsäulen, großartige Bilderreihen in Mosaik, reicher Marmorfußboden, bunt bemalte Deckenkonstruktionen in Holz. Außen wurde meist ohne Verbindung mit der B. ein Glockenturm (Campanile, s. d.) angefügt. Die großen frühchristl. Basiliken finden sich in Rom und Ravenna. In Rom die seit 1452 abgebrochene fünfschiffige Peterskirche (begonnen um 350 n. Chr.; s. Tafel: Altchristliche Kunst II, Fig. 5), ferner Sta. Maria Maggiore (nach 352 begonnen, mehrfach umgebaut, dreischiffig, teilweise noch im alten Schmuck prangend), San Paolo fuori le mura (5. Jahrh., bis zum Brande von 1823 fast unbeschädigt, jetzt glänzend erneuert, fünfschiffig; Fig. 8), Sta. Sabina (dreischiffig), San Prassede (9. Jahrh., mit Beginn der Überwölbung der Schiffe) u. a.; in Ravenna San Apollinare nuove (Anfang 6. Jahrh., reichgeschmückt),San Apollinare in Classe (534-549, prachtvolles Hauptwerk des Stils in Ravenna). Der Basilikenbau verbreitete sich über Syrien, Kleinasien und gab auch im Norden die Anregung für die Anlage der christl. Kirchen; namentlich im frühroman. Stil findet man eine eigenartige Fortbildung der frühchristlichen B.; in späterer Zeit verdrängen Gewölbe die Balkendecke. Die durch Langhaus, Querschiff und Chor festgestellte Kreuzform der B. blieb dauernd das Merkmal namentlich der kath. Kirchen. Erst in der Renaissance trat ihr der Centralbau (s. d.) gleichwertig zur Seite, der sich später mit der B. zu neuen Gebilden mischte. Das charakteristische Merkmal einer mittelalterlichen B. ist das überhöhte Mittelschiff mit Oberfenstern. Im 19. Jahrh. haben König Ludwig I. von Bayern und König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die Form der altchristl. Basiliken für Kirchen wieder aufgenommen. Besonders glücklich geschah dies an der B. des heil. Bonifatius zu München (1835-50 von Ziebland erbaut). Die Kirche St. Jakob zu