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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Basilika; Basilikum; Basilikumkampfer; Basilikumöl; Basilisk; Basilius

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Basilika (Gesetzbuch) - Basilius (der Heilige)

Berlin (1850 vollendet, von Stüler) und die Friedenskirche zu Potsdam (gleichzeitig, von Persius) beweisen, daß die B., auf deren Vorbild Bunsen hingewiesen hatte, sich für den prot. Kultus nickt eignen. Vgl. von Quast, Die B. der Alten (Berl. 1845); Zestermann, Die antiken und christl. Basiliken (Lpz. 1847); Weingärtner, Ursprung und Entwicklung des christl. Kirchengebäudes (ebd. 1858); Mothes, Die Basilikenform bei den Christen der ersten Jahrhunderte (ebd. 1865); Canina, Ricerche sull' architetura piu propria die tempi cristiani (Rom 1846); Hübsch, Die altchristl. Kirchen (Karlsr. 1863); Holtzinger, Handbuch der altchristl. Architektur (Stuttg. 1889); Crostarosa, Le basiliche cristiane (Rom 1892); Allmers, Die altchristliche B. (Oldenb. 1894).

Basilika (d. h. Königsgesetze), Name des unter dem griech. Kaiser Basilius I. Macedo (gest. 886) vorbereiteten Gesetzbuchs des griech. Kaiserreichs, welches sein Sohn Leo der Weise (886-912) vollendete. Es besteht aus 60 Büchern und ist eine Umarbeitung des Justinianischen Gesetzwerks in griech. Sprache, mit Berücksichtigung mancher unterdes geänderter Verhältnisse. Die B. haben Wert für die Auslegung des Corpus juris, sind aber nicht mehr vollständig erhalten. Die Hauptausqaben sind von Fabrot (7 Bde., Par. 1647; ergänzt durch Ruhnken und Reitz, «Supplementum operis Basilici Fabrotiani», Leid. 1765) und von Heimbach (Bd. 1-5, Lpz. 1833-50; ergänzt durch «Supplementum» von C. E. Zachariä von Lingenthal, ebd. 1846; Bd. 6, enthaltend «Prolegomena» und «Manuale», 1870).

Basilikum, Pflanzenart, s. Ocimum.

Basilikumkampfer, s. Basilikumöl.

Basilikumöl, das durch Destillation von 0cimum Basilicum L. (s. Ocimum) mittels Wasserdampfs erhaltene ätherische Öl; es besitzt den Geruch des Krautes und erstarrt nach einiger Zeit zum größten Teil zu farblosen durchsichtigen Krystallen, Basilikumkampfer genannt, deren Zusammensetzung der Formel C10H22O3 ^[C_{10}H_{22}O_{3}] entsprechen soll. B. wird als Küchengewürz und zu aromatischen Bädern benutzt.

Basilisk, eine Gattung Leguane mit hohen Hautlappen auf Rücken und Schwanz, kurzem, dickem Kopfe, kleinem Rumpfe und peitschenartigem, dünnem Schwänze, die von Insekten lebt und sich auf den Waldbäumen Guayanas in der Nähe der Flüsse aufhält. Der gemeine B. (Basiliscus mitratus Daud., americanus Laur.) wird höchstens 1 m lang und hat eine große, dreieckige Kopfkappe, die er aufblähen kann. Er schwimmt gern und stürzt sich bei Gefahr in das Wasser. Als indischer B. wird häufig die Segelechse (s. d.) bezeichnet. In der schon bei Plinius vorkommenden Fabel tritt der B., der mit dem der gegenwärtigen Zoologie nichts gemein bat, als ungeheure Schlange auf, die durch ihren Blick (Basiliskenblick) tötet und durch ihre fürchterliche Stimme alles Lebende aus der Nähe vertreibt. Die Schriftsteller des Mittelalters haben dieses Wesen noch abenteuerlicher ausgestattet, es oft abgebildet, z.B. Aldrovandi, und lassen es aus dem Ei eines Hahns durch Kröten und Schlangen im Dunkeln ausgebrütet werden. Die morgenländ. Völker geben ihrem B. eine Gestalt, die aus Hahn, Kröte und Schlange zusammengesetzt ist und sich auch in chines. Zeichnungen angedeutet findet.

Basilius I., byzant. Kaiser (867-886), Stifter der sogenannten macedon. Dynastie. In jungen Jahren längere Zeit Sklave in bulgar. Gefangenschaft, gelangte er 838 nach Konstantinopel, wo er durch seine Schönheit und Stärke die Aufmerksamkeit des Kaisers Michael III. auf sich zog. Dieser ernannte ihn 850 zum Stallmeister, 865 zum Oberstkämmerer; bald wurde B. der vertrauteste polit. Ratgeber Michaels. Es gelang ihm, seinen Hauptgegner, des Kaisers mächtigen Oheim Bardas, aus dem Wege zu räumen, worauf er zum Präfekten der Hauptstadt und 26. Mai 866 zum Cäsar und Mitregenten erhoben wurde. Nachdem er Michael hatte ermorden lassen, bestieg er selbst den Thron 23. Sept. 867. B. war ein mit praktischem Verstande begabter, thatkräftiger Regent; er stellte Ordnung in der Verwaltung her und sorgte für eine tüchtige Recktspflege. Sehr wechselvoll waren die langwierigen Kämpfe mit den Arabern; während 878 mit dem Fall von Syrakus Sicilien in die Hände der Araber geriet, gelang es B., dieselben aus Calabrien zu vertreiben, und die griech. Flotte erfocht 881 in den peloponnes. Gewässern Erfolge. 877 wurde auch die byzant. Hoheit über die dalmatin. und kroat. Slawen hergestellt. B. starb 29. Aug. 886.

Basilius II., mit dem Beinamen Bulgaroktonos (Bulgarentöter), byzant. Kaiser (976-1025), Sohn des Kaisers Romanos II. und der Theophano, zog, nachdem er den Aufstand des Generals Bardas Skleros in Kleinasien 979 unterdrückt hatte, 981 gegen die Bulgaren; er wurde aber bei Triadica (unweit Sofia) geschlagen. Erst als durch den Tod des Bardas Phokas 989 dem Bürgerkriege ein Ende gemacht war, unternahm B. einen neuen Heereszug gegen die Bulgaren. 996 war das Schicksal derselben entschieden und 1018 das Bulgarische Reich vollständig zu Grunde gerichtet; es wurde in eine griech. Provinz verwandelt. Zu gleicher Zeit ließ B. Kämpfe mit den Arabern in Italien und mit den sächs. Kaisern führen. Er starb im Dez. 1025 kinderlos.

Basilius, der Heilige, genannt der Große, geb. um 330 zu Cäsarea in Kappadocien, wurde von seiner Mutter Emmelia mit seinem Bruder Gregor von Nyssa (s. d.) christlich erzogen, studierte zu Konstantinopel und Athen in den Schulen heidn. Philosophen, schloß hier Freundschaft mit Gregor von Nazianz, trat dann 355 in seiner Vaterstadt als Lehrer der Rhetorik auf, ward aber durch das Beispiel seiner Mutter und seiner Schwester Makrina für ein erbauliches Leben gewonnen. Nachdem er auf einer längern Reise die berühmtesten Asceten in Syrien, Palästina und Ägypten kennen gelernt hatte, ließ er sich als Mönch in Pontus, nahe bei dem Kloster seiner Schwester, nieder. Bischof Eusebius von Cäsarea weihte ihn 364 zum Presbyter; 370 wurde B. sein Nachfolger im Bischofsamte. Ein geistvoller Prediger und gelehrter Theologe, aber noch größer als Kirchenfürst, genoß er unter den griech. Kirchenvätern das größte kirchliche Ansehen, namentlich wegen seiner erfolgreichen Bemühungen, die durch die arianischen Streitigkeiten zerrüttete morgenländ. Kirche zu reorganisieren und sie zugleich mit dem Abendlande zur gemeinsamen Bekämpfung des Arianismus zu verbinden. Auch auf dem Gebiete der Humanität und der innern Mission hat er sich durch die Gründung der nach ihm genannten Krankenhauskolonie Basilias vor den Thoren Cäsareas große Verdienste erworben. Er starb 1. Jan. 379. Die griech. Kirche feiert sein Fest den 1. Jan., die abendländische den 14. Juni.

Unter den Schriften des B. stehen seine Bücher gegen Eunomius, seine Schrift über den Heiligen