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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Baskerville; Basket; Baskische Sprache

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Baskerville - Baskische Sprache

die drei sog. Baskischen Provinzen oder Bascongados (Biscaya, Guipuzcoa und Alava), welche zusammen auf 7095 qkm (1887) 510419 E. zählen. Die Gesamtsumme der B. beträgt etwa 440000; sie wandern stark aus, namentlich nach Argentinien und Uruguay. Die spanischen B. haben mehr noch als die französischen ihre Nationalität bewahrt. Ihre alten bürgerlichen und polit. Gesetze, Rechte und Freiheiten wußten die B. Jahrhunderte hindurch gegen den königl. Absolutismus zu behaupten, und ebenso hartnäckig widersetzten sie sich später dem modernen Konstitutionalismus. Nach dem Tode Ferdinands VII. (1833) schlossen sie sich Don Carlos an, weil sie in diesem den Beschützer ihrer alten Volksfreiheiten erblickten, und Navarra und die drei bask. Provinzen bildeten den eigentlichen Herd des karlistischen Aufstandes (s. Spanien). Erst mit dem Vertrage zu Vergara (1839) erfolgte ihre Unterwerfung unter die konstitutionelle Regierung, und im Juli 1876, nach Unterdrückung der karlistischen Bewegung 1872-76, wurden die letzten der in den bask. Provinzen noch geltenden Sonderrechte aufgehoben. Vgl. W. von Humboldt, Prüfung der Untersuchungen über die Urbewohner Hispaniens (Berl. 1821); Mazure, Histoire du Béarn et du Pays Basque (Pau 1839); Iztueta, Guipuzcoaco Provinciaren condaira edo historia (San Sebast. 1847); Michel, Le Pays Basque (Par. 1857); Garat, Origine des Basques de France et d'Espagne (ebd. 1869); Bladé, Études sur l'origine des Basques (Tulouse 1869); Cénac Moncaut, Histoire des peoples et des États Pyrénéens (3. Aufl., 4 Bde., Par. 1874); Binson, Le Folklore du pays basque (ebd. 1883); Andree im «Globus», Bd. 36 (Braunschw. 1879); Le Belasco y de la Cuesta, Los Euskaros en Alava, Guipuzcoa y Viscaya (Barcel. 1880); J. Binson, Les Basques et le pays basque (Par. 1882); «Basques» in dem «Dictionnaire géograph. et administer. de la France» (ebd. 1890).

Baskerville (spr. baßkerwill), John, berühmter engl. Buchdrucker und Schriftgießer, geb. 1706 zu Wolverley in der Grafschaft Worcester; betrieb in Birmingham ein bedeutendes Lackiergeschäft, neben dem er sich seit 1750 auf das Schriftschneiden und Buchdrücken legte. Nach mühsamen Versuchen wurde er der Schöpfer schöner, nach ihm nur durch Bodoni und Didot übertroffener Typen, durch die er sich den Beifall aller Kenner erwarb; seine Schriften zeichneten sich vor allem durch elegante Einfachheit aus, und in der lat. Kursiv leistete er Musterhaftes. Er druckte mit seinen Typen zu Birmingham 1756 den Virgil in Medianquart, dem die Ausgaben mehrerer anderer lat. Klassiker und einiger engl. (z. B. Milton) und ital. Schriftsteller folgten, unter denen besonders der Ariosto hervorzuheben ist. Auch sein Neues Testament (Oxf. 1763) wird in typogr. Hinsicht besonders geschätzt. Sein ganzes Druckgerät, Schwärze, ja sogar das Papier verfertigte er sich selbst. Er starb 8. Jan. 1775. Beaumarchais kaufte 1779 die von B. nachgelassenen Lettern für 3700 Pfd. St. und druckte damit zu Kehl die Prachtausgabe von Voltaires Werken in 70 Bänden.

Basket (engl., d. h. Korb), ein Reismaß in Birma und Siam, stimmte in Rangun ursprünglich mit dem birmanischen Teng (= etwa 30 1) überein; jetzt ist es = 38,8 l und enthält von geschältem Reis etwa 32 kg, von ungeschältem etwa 25 kg. In Siam heißt der Korb Thang (englisch ebenfalls B.) und faßt etwa 10 l oder 13,4 kg geschälten, dagegen 9,7 kg ungeschälten Reis. 100 Thang heißen ein Kiang (Coyang, s. d.).

Baskische Sprache, die Sprache der Basken (s. d.), die von ihnen selbst Euscara, Eskuara oder Esquera genannt wird. Sie ist nach W. von Humboldts «Prüfung der Untersuchungen über die Urbewohner Hispaniens vermittelst der B. S.» (Berl. 1821), abgesehen von den Veränderungen, die sie im Laufe der Jahrhunderte erfahren, im allgemeinen die der alten iber. Bewohner Spaniens und Aquitaniens. Die Turdetaner in Bätica, die Lusitanier, die Cantabrer, Autrigonen, Barouler, Basconen und Aquitanier sprachen nur Dialekte ein und derselben Sprache. Das Baskische zerfällt in mehrere Dialekte und Unterdialekte, deren Zahl sich schwer feststellen läßt. Prinz Lucien Bonaparte nimmt 8 Hauptdialekte mit 25 Dialekten zweiter Ordnung an, während van Eys, wohl der gründlichste Kenner der B. S., nur folgende 6 Dialekte gelten läßt: den Dialekt von Biscaya, von Obernavarra, von Labourd, von Niedernavarra, von Guipuzcoa und von Souletin. Die Frage, welchem Sprachstamme das Baskische zuzuzählen sei, muß noch als eine offene bezeichnet werden, da auch der neueste, von A. Grimm unternommene Versuch, dasselbe den ural-altaischen Sprachen beizuordnen, nicht gelungen erscheint. - Ein eigenes Schrifttum hat sich in dieser Sprache nie ausgebildet. Nur aus älterer Zeit kennt man einige Bruchstücke von Volksliedern, deren angebliches hohes Alter aber zweifelhaft ist. Doch singt noch jetzt das Volk zu seinen Nationaltänzen Lieder in Euscara, welche Iztueta in den «Guipuzcoaco dantza gogoangarrien condaira» (San Sebast. 1824) aufgezeichnet hat. Andere bask. Lieder sind von demselben gesammelt in «Euscaldun ancina ancinaco Ta are lendabicio etorquien» (San Sebast. 1826) und einiges in deutscher Übersetzung in Ellisens «Versuch einer Polyglotte der europ. Poesie» (Tl. 1, Lpz. 1846). In der franz. Soule finden von alters her an gewissen Festtagen dramat. Vorstellungen statt, welche ihre Stoffe, ähnlich den Mysterien, teils der Bibel oder Heiligenlegende, teils den mittelalterlichen epischen Sagenkreisen, teils wohl auch alten nationalen Überlieferungen entlehnen. Eine Analyse von 34 solchen Stücken giebt Michel in «Le Pays Basque, sa population, sa langue, ses moeurs, sa littérature et sa musique» (Par. 1857), der auch in «Le Romancero due Pays Basque» (ebd. 1859) eine Anzahl volkstümlicher Erzählungen mitgeteilt hat. Was sonst in B. S. gedruckt ist, besteht fast nur in Religionsbüchern, mit wenigen Ausnahmen nur Übersetzungen. Originalwerke sind jedoch Iztuetas Geschichte von Guipuzcoa und Hiribarrens Geschichte der Basken, beide der neuern Zeit angehörig. Unter den ebenfalls erst seit dem 18. Jahrh, von patriotischen Basken unternommenen, wenn auch noch unkritischen Versuchen, die Sprache grammatisch zu konstruieren und etymologischlexikalisch zu verzeichnen, sind zu nennen: die Grammatik des Jesuiten Larramendi «El imposible vencido» (Salamanca 1729); dessen «Diccionario trilingue del castellano, bascuence y latin» (2Bde., San Sebast. 1745; neueste Aufl. 1853); Astarloa, «Apologia de la lengue bascongade» (Madr. 1803); Erro y Aspiroz, «Alfabeto de la lengue primitiva de Espana» (ebd. 1806) und dessen «El mundo primitivo» (ebd. 1815). Vgl. Lecluse, Manuel de la langue basque (Toulouse 1826);